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Döbeln Bilderreise mit dem Denkmalschützer durch Döbeln
Region Döbeln Bilderreise mit dem Denkmalschützer durch Döbeln
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23:11 06.03.2012
Freude und Hoffnungen im Denkmalsschutz: 1. Gelungene Sanierung zweier Häuser an der Oschatzer Straße 1 und 2. Doch ein Pilz im Stroh zerstörte die ursprüngliche Stroh-Lehm-Ziegel-Eindeckung. 2. Nach dem Abriss der alten Tümmler-Werker (DBM) an der Schillerstraße erinnern ein Denkmal und einige Produkte im Eingangsbereich von Kaufland an dieses Industriedenkmal. 3. Am Café Möbius in der Breiten Straße erinnert die grüne Leuchtschrift weiter an die einstige Nutzung. 4. Abriss oder Erhalt zumindes
Döbeln

Seine Exkursion begann der Denkmalschützer am Rathaus, das am 13. und 14. Oktober dieses Jahres das hundertjährige Jubiläum der Rathausweihe feiert. Keine Frage, auch die Sanierung des Rathauses als erstes Haus am Platz hält Liebig für gelungen und er hat sie über Jahre begleitet. Gute Beispiele für die denkmalsgerechte Sanierung in Döbeln gibt es viele. Herausragend etwa sei die Villa Handmann in der Bertholdstraße, die 2009/10 für rund 1,5 Millionen Euro zu 16 Wohneinheiten für betreutes Wohnen umgebaut wurde. "Das ist ein Beispiel für gute Zusammenarbeit zwischen Bauherren und Denkmalsschutz", so Jörg Liebig. Auch das liebevoll sanierte Färberhaus von Rolf Berndt am Oberwerder 7 oder die ehemalige Kinderbewahranstalt am Niederwerder 6, die heute als Pferdebahnmuseum genutzt wird, sind für den Denkmalschützer gelungene Beispiele in Döbeln.

Auch Fotos vom 1899/1900 errichteten Laborgebäude des Lessing-Gymnasiums hat er parat: Auf der Weltausstellung in Paris im Jahr 1900 wurde das Gebäude mit einer Silbermedaille ausgezeichnet. Heute ist es liebevoll saniert und zum Kunstgebäude des Gymnasiums umfunktioniert worden. "Dass wir Denkmalschützer bei Sanierungen natürlich immer auch Kompromisse eingehen müssen, etwa wegen Brandschutzerfordernissen, einem Behindertenfahrstuhl oder allgemein den heutigen Anforderungen an Schulgebäude, ist völlig klar. Doch im Denkmalschutz gilt: Jede Form der Nutzung eines Gebäudes sichert den Erhalt", so Liebig überzeugt. Und er verweist auf den Stadtwerkesitz im alten Elektrizitätswerk an der Rosa-Luxemburg-Straße oder auch das Textilkaufhaus in der Breiten Straße, das heute vom Café Möbius genutzt wird und durch die erhaltene grüne Leuchtschrift fast auch ein Denkmal ist.

Begeistert ist Jörg Liebig vom Mut vieler Eigentümer. Als Beispiel nennt er die beiden liebevoll sanierten Häuser an der Oschatzer Straße 1 und 2. Der Idee, diese schließlich noch mit einem Stroh-Lehm-Dach einzudecken, stand der Denkmalschützer zunächst skeptisch gegenüber. "Später war ich begeistert. Es sah toll aus." Die Häuser mussten zwischenzeitlich mit Tondachziegeln eingedeckt werden. Nicht, weil die seltene Stroh-Lehmdach-Ziegel-Variante nicht funktionsfähig war. "Im Stroh war ein Pilz, der den Lehm angriff und die gute Idee zerstörte. Doch der Mut der Bauherren hat keine Häme, sondern vielmehr Respekt verdient", so Liebig überzeugt.

Sauer ist der Denkmalschützer dagegen auf Eigentümer, die den Leitsatz: "Eigentum verpflichtet" nicht beherzigen, die erst mit ihren Häusern spekulierten und sie dann dem Verfall preisgeben. Als Beispiel zeigt Liebig gern Bilder aus der Blütezeit und der Endzeit des Hotels Osteck, das die Stadt Döbeln zwischenzeitlich abreißen ließ. Ebenso das Gebäude Ritterstraße 2. Hier waren zu viele Eigentümer nicht unter einen Hut gekommen. Die Eigentümer seien auch beim Rittergut Ebersbach das Problem. Hier gibt es aber ein Konzept, das geschützte Objekt zumindest in Teilen vor dem Verfall oder Abriss zu bewahren. Ebenso gibt es noch Chancen, die Bärentalturnhalle mit Hilfe eines Interessenten zumindest in Teilen zu retten.

Thomas Sparrer

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