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Biogasanlage in Ost 1b: Döbelns Stadtvätern reißt Geduldsfaden

Biogasanlage in Ost 1b: Döbelns Stadtvätern reißt Geduldsfaden

In einer der nächsten Sitzungen des Hauptausschuss werden die Stadträte über die Rückabwicklung eines Kaufvertrages im Gewerbegebiet Döbeln-Ost beraten.

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Bis jetzt endet die kleine Zufahrt (Bildmitte) im Nichts. Vor fünf Jahren verkaufte die Stadt das 1,3 Hektar große Grundstück im Gewerbegebiet Ost 1b zum Bau einer Biogasanlage. Der Kaufpreis steht noch aus, weil der niedersächsische Investor noch mit den Genehmigungen und sich ändernden Gesetzen zu kämpfen hat.

Quelle: Wolfgang Sens

Döbeln. Die Verwaltung will eine Vorlage in den Stadtrat einbringen. Vor fünf Jahren hatte die Stadt das 1,3 Hektar große Grundstück in Döbeln-Ost verkauft. Der Kaufpreis von rund 350 000 Euro steht bis heute aus, weil die Realisierung der Anlage mehrfach ins Stocken gekommen war. "Im Frühjahr sollen nun die Stadträte entscheiden, ob wir in der Sache die Reißleine ziehen oder nicht", sagt Stadtsprecher Thomas Mettcher. Zuletzt hatte die BKN Biostrom AG aus dem niedersächsischen Vechta das Projekt samt Grundstück übernommen, nachdem bereits eine andere Firma an der Umsetzung gescheitert war. Neben dem Bau der Anlage sollten auch entsprechende Mengen an Mais von Bauern der Region unter Vertrag genommen werden.

Doch seit einer Gesetzesänderung dürfen nicht mehr solche Mengen Mais für die Erzeugung von Biogas eingesetzt werden. Stattdessen muss auch ein größerer Anteil Biomasse genutzt werden. Statt nur über die Lieferung von Mais müssen die Niedersachsen nun auch noch über Biomasse in Größenordnungen verhandeln. So lange so vieles ungeklärt ist, gibt es auch keine Genehmigung der Anlage nach dem Bundesimmissionschutzgesetz. Neben dem Strom erzeugt die Anlage auch Wärme. Die muss ebenso per Vertrag Abnehmer in der Umgebung finden. So scheint die Biogasanlage bisher eine Ansammlung neuer und alter ungelöster Probleme zu werden. Doch so lange es mit dem Bau nicht losgeht, bekommt die Stadt laut Kaufvertrag für das Grundstück auch kein Geld. Der Kaufpreis ist aber nur ein Teil des Problems. Es geht um 1,3 Hektar terrassierter Fläche im Gewerbegebiet Döbeln-Ost Ib, gegenüber von Friki. "Es gibt immer wieder Anfragen von potenziellen Investoren, die Gewerbeflächen suchen. Es gibt also durchaus einen Bedarf für die blockierten Flächen", so Thomas Mettcher.

Die Stadt will in diesem Jahr parallel die Aktivitäten für das Gewerbegebiet Döbeln-Süd an der B 169 (ehemaliges Möbelwerkegelände) verstärken. Für den Kauf des Geländes und eines Nachbargrundstücks sowie für den Abriss der Ruinen und die Erschließung sind rund 870 000 Euro eingeplant. Davon etwa zwei Drittel Fördermittel vom Freistaat Sachsen. Reichlich vier Hektar Fläche für Ansiedlungen sollen in diesem neuen Gewerbegebiet erschlossen werden.

 

-Standpunkt, Seite 13

 

❏ Kein Glück hat die Stadt mit diesem Grundstück im Gewerbegebiet Döbeln-Ost 1b. Erst hatte der Eipulver-Produzent Vitamol große Pläne, hier eine Produktionsstätte zu errichten, die aus Eiern haltbares nährstoffreiches Eipulver produziert. Noch vor dem Baustart ging den Investoren das Geld aus.

❏ Die letzten noch ungenutzten Flächen im Gewerbegebiet Döbeln-Ost 1b haben die Oberflächentechnik Döbeln und die Metallveredlung Döbeln für Betriebserweiterungen genutzt.

❏ Das Gewerbegebiet ist damit bis auf jene Flächen der Biogasanlage restlos voll. Die Firma Partzsch Elektromotoren nutzt schon jede Restfläche aus, um sich zu erweitern, weil es an neuen freien Flächen fehlt.

Thomas Sparrer

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