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Biogasanlage rechnet sich nur mit Subventionen

Biogasanlage rechnet sich nur mit Subventionen

Im Zeichen von Energieeffizienz und Klimaschutz stand die Tour, die gestern den sächsischen Umwelt- und Landwirtschaftsminister Frank Kupfer (CDU) in den Altkreis Döbeln führte.

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Umweltminister Frank Kupfer (Mitte), hier in Begleitung der CDU-Bundestagsabgeordneten Veronika Bellmann, lässt sich von Drewag-Mitarbeiter Thomas Dautert (l.) die Besonderheiten der Ossiger Biogasanlage erklären. Dazu gehört auch die Gasaufbereitungsanlage mit ihren markanten Edelstahltürmen im Hintergrund.

Quelle: Wolfgang Sens

Region Döbeln. Der Umweltminister kennt die Problematik der Schlamm- und Wassermassen, der vollgelaufenen Keller, der überfluteten Grundstücke und Straßen. Bereits zum Jahreswechsel hatte sein Ministerium die Kommunen über den möglichen Schutz vor wild abfließendem Wasser informiert. "Die Schäden lassen sich vielerorts auch deswegen nicht verhindern, weil dort die Verantwortlichen und Betroffenen oftmals ihre Rechte und Pflichten in Sachen Oberflächenwasser nicht kennen", so der Minister. Natürlich seien auch die Landwirte verpflichtet, Maßnahmen gegen Bodenerosion zu ergreifen (dazu Kurzinterview).

Mit rund 46 000 Tonnen Maissubs- trat, 7000 Tonnen Rindergülle und etwa 3000 Tonnen Grassilage werde die Ossiger Biogasanlage derzeit im Jahr gefüttert, erklärte Thomas Dautert vom Anlagenbetreiber Drewag. Den Substratmix zu verändern, also den Maisanteil zu verringern und den Anteil anderer Silage zu erhöhen, sei bereits ab nächstem Jahr denkbar. "Wir müssen jedoch sehr sensibel vorgehen, um den Prozess in der Anlage stabil zu halten. Das Substrat von heute auf morgen umzustellen, das funktioniert nicht", sagte Dautert. Hintergrund ist, dass der die Anlage beliefernde Landwirt Gerhard Gröbner plant, Schutzstreifen gegen Bodenerosion anzulegen und diese mit bestimmten Pflanzen für eine Ganzpflanzensilage zu bestellen. Gröbner baut darauf, dass die Drewag dieses Material abnimmt.

Dautert wiederum bestätigt, dass Mais die Pflanze mit der optimalsten Energieausbeute ist. "Am Ende muss der Preis stimmen. Wenn ich für Grassilage weniger bezahlen muss und etwas weniger Gas produziere, funktioniert es auch."

Dass die Ossiger Anlage ohne Förderung nicht wirtschaftlich arbeiten würde, erklärte Drewag-Geschäftsführer Reinhard Richter. Die Drewag hatte eine Million Euro Fördermittel für die Errichtung der Gasaufbereitungsanlage in Ossig erhalten und bekommt eine Einspeisevergütung, wenn aus dem erzeugten Bio-Erdgas in Dresdner Blockheizkraftwerken neben Wärme auch Strom erzeugt wird. Jetzt neu errichtete industrielle Biogasanlagen würden sich schlechter rechnen, als die Ossiger, weil die Einspeisevergütung mit Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) verringert wurde. Das ist laut Rutger Kretschmer, Drewag-Bereichsleiter Kraft- und Heizwerke, einer von mehreren Gründen, weshalb das Marschwitzer Biogasanlagen-Projekt auf Eis liegt. Fehlende Infrastruktur, die Gegenwehr von Bürgern und wachsende Bürokratie im EEG-Umfeld seien weitere Gründe. In Ossig wird indes die Anlage erweitert, worauf ein Kran hinweist. Thomas Dautert: "Wir vergrößern die Silo-Anlage, um noch flexibler zu sein." Olaf Büchel

www.doebelner-allgemeine.de

Passiv und ökologisch

Döbeln (obü). Der Freistaat Sachsen fördert bereits seit mehr als zehn Jahren den Bau von Passivhäusern. Ein Beispiel schaute sich gestern Umweltminister Frank Kupfer mit dem evangelisch-lutherischen Kindergarten St. Florian in Döbeln an. Der Kindergarten war mit Fördermitteln errichtet und 2005 als ökologisches Passivhaus eingeweiht worden. Das Gebäude verfügt unter anderem über eine Zellulosedämmung, dreifach verglaste Holzfenster, ein Gründach, eine Solaranlage für Warmwasser, im Inneren über eine Luftzirkulation, eine Heizung in den Wänden und Lehmputz. Das alles zählte Helmuth Bunde vom Kirchenvorstand auf. Die Mehrkosten für den Passivstandard hätten seinerzeit bei 80 000 Euro gelegen. Was bislang an Energie eingespart wurde, konnte Bunde nicht sagen, weil noch nicht mit einem konventionell errichteten Gebäude verglichen wurde. Da ein heute gebautes Normalhaus einen etwa dreimal so hohen Energiebedarf hat, wie ein Passivhaus, rechne sich der Mehraufwand nach zehn bis 15 Jahren, erklärte Christian Micksch, Geschäftsführer der Sächsischen Energieagentur. Zudem liege die Förderquote für den Passivhausstandard bei 75 Prozent.

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