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Döbeln Bistro-Mord Döbeln: Flüchtiger stellt Bedingungen
Region Döbeln Bistro-Mord Döbeln: Flüchtiger stellt Bedingungen
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23:56 14.09.2012

. Marwan M. könnte längst vor der Schwurgerichtskammer am Landgericht Chemnitz ausgesagt haben. Der Flüchtige gilt der Staatsanwaltschaft als dringend Tatverdächtiger im Mord-Prozess nach der Bluttat am Döbelner Pizzeria-Betreiber Jamal A. Mortada (DAZ berichtete). Für die Verteidigung ist er ein wichtiger Zeuge. Um ihn zu befragen, hätte sich die Justiz auf ein bizarr anmutendes Angebot einlassen müssen. Für freies Geleit als Bedingung, soll M. bereit gewesen sein, in Chemnitz auszusagen. Das soll der Libanese über seinen Rechtsanwalt ausgerichtet haben, erfuhr die DAZ vom unmoralischen Angebot aus Justizkreisen.

Die Ermittlungsbehörden können Marwan M. nicht ausfindig machen und wissen nur, dass er sich im Irak aufhält. Von dort rief er eine Zeugin des Prozesses an, den die Schwurgerichtskammer von Richterin Simone Herberger am Landgericht Chemnitz verhandelt. Dort muss sich aktuell der Angeklagte Mahmoud E. verantworten. Der Kurde soll den Libansen Mortada im November vergangenen Jahres erschossen haben. M. soll im Auto gewartet haben, während Mahmoud E. den Libanesen erschoss. Deswegen sieht die Staatsanwaltschaft Chemnitz in Marwan M. einen Mittäter. Zu finden ist er trotz groß angelegter Fahndung bislang nicht.

Ingrid Burghart, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Chemnitz, geht davon aus, dass "alle Fahndungsmaßnahmen eingeleitet wurden", um Marwan M. festzunehmen. Details nennt sie nicht. Technische Möglichkeiten gibt es. Über den Anschluss der Zeugin wäre eine Ortung des Mobiltelefons durch die Fahnder möglich. Theoretisch jedenfalls. "Technisch ist das möglich, aber bei einem Anruf aus dem Irak äußerst kompliziert", sagt Tom Bernhardt, Pressesprecher des Landeskriminalamtes Sachsen (LKA). Zudem müssten die irakischen Behörden diese Fahndung betreiben und da ist der LKA-Mann äußerst skeptisch, dass das funktionieren könnte beziehungsweise durchsetzbar wäre. Hinzu käme die rechtliche Komponente eines solches Vorhabens, die auf internationaler Bürokratie-Ebene spielt. Fraglich ist außerdem, ob die irakischen Behörden den Mann nach Deutschland ausliefern würde, sollten sie ihn zu fassen bekommen.

Am kommenden Freitag geht die Verhandlung im Chemnitzer Landgericht weiter. Dann hört die Kammer fünf neue Zeugen. Bisher gab es bei den Vernehmungen drei Aussagen, die Mahmoud E. entlasteten. Für Verteidiger Rechtsanwalt Enrico Brand ist das noch kein Grund, einen positiven Ausgang des Verfahrens für seinen Mandanten zu erwarten. "Denken Sie, dass das Gericht das auch so sieht?", fragt er rhetorisch.

Dirk Wurzel

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