Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 12 ° heiter

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Blau im Kreisel: Döbelner baut Unfall mit 2,3 Promille – Richter verhängt Geldstrafe

Justiz Blau im Kreisel: Döbelner baut Unfall mit 2,3 Promille – Richter verhängt Geldstrafe

Ein Unfall in Döbeln-Ost hätte auch richtig böse enden können, mit Verletzten und schlimmeren. Aber es blieb bei teuren Blechschäden, die nun der Verursacher aus eigener Tasche zahlen muss. Denn als er im Kreisverkehr mit dem Auto kollidierte, das ein Harthaer steuerte, war er jenseits von gut und böse, was die Promillegrenze betrifft.

Strafrichter Janko Ehrlich verurteilte am Montag einen Döbelner, der in Döbeln-Ost betrunken mit dem Auto unterwegs war und einen Unfall gebaut hatte.

Quelle: picture alliance / dpa

Döbeln. Alles andere als ein schönes Wochenende hatten ein Döbelner und ein Harthaer im Herbst vergangenen Jahres. Dem Döbelner dürfte die Aussicht auf ein Strafverfahren, der Verlust des Führerscheins und ein kaputtes Auto nicht nur den Freitagnachmittag vermiest haben. Dem Harthaer wiederum ebenfalls jede Menge verbogenes Blech dank des Unfalls, an dem der Mann keine Schuld hatte. Wie auch, wenn er am Kreisverkehr in Döbeln-Ost wartet und der darin fahrende Kraftfahrer aus der Kurve fliegt und mit ihm zusammenstößt?

Der 29. Oktober 2016 war ein Freitag und an jedem Tag hat sich der Unfall gegen 14.30 Uhr ereignet. Am Auto des Harthaers entstanden rund 7500 Euro Schaden, an dem des Döbelners rund 10 000 Euro. Von der Vollkasko sieht der Endfünfziger keinen Cent und für den Schaden am Auto des Unfallgegners wird er auch noch blechen dürfen. Zwar hat diesen die Haftpflicht zunächst reguliert. Aber „grobe Fahrlässigkeit“ ist nicht zu versichern.

Sich mit 2,3 Promille Alkohol im Blut ans Lenkrad zu setzen und loszufahren, ist nicht nur grob fahrlässig, sondern auch richtig strafbar. Mindestens als Trunkenheit im Verkehr. Kommt noch ein Unfall dazu, sogar als Gefährdung des Straßenverkehrs mit höherem Strafrahmen. „Ich hatte Stress auf Arbeit. Das hat mich alles so aufgeregt, dass ich eine Flasche Wein getrunken habe. Dann habe ich noch eine geholt und die ebenfalls geleert“, sagte der Döbelner am Montag im Amtsgericht Döbeln.

Angeklagter ist einsichtig

Und dann ist er losgefahren. Weit kam er nicht, sondern nur bis zum Kreisel Richard-Köberlin-Straße/Dresdner Straße. „Ich habe meine Frau von der Arbeit abgeholt, wartete am Kreisverkehr. Er kam ganz schön schnell angefahren“, sagte der Harthaer, mit dessen Auto der Betrunkene kollidiert ist. Mehr als der Blechschaden ist zum Glück nicht passiert.

„Ich habe gleich nach dem Unfall eingesehen, dass es so nicht weitergehen kann“, sagte der Unfallverursacher. Er meinte seinen Umgang mit dem Alkohol. Er hat sich sofort in ärztliche Behandlung begeben und einen Entzug gemacht, geht jetzt zu Gesprächen bei der Suchtberatung. „Ich darf da auf keinen Fall untätig bleiben, ich möchte ja auch meinen Führerschein wieder zurück“, so der einsichtige Angeklagte weiter.

Strafrichter Janko Ehrlich sprach den nicht vorbestraften Döbelner der fahrlässigen Gefährdung des Straßenverkehrs schuldig und verurteilte ihn zu 60 Tagessätzen á 40 Euro Geldstrafe. Außerdem entzog das Gericht dem Mann die Fahrerlaubnis und ordnete an, dass die Fahrerlaubnisbehörde dem Mann vor Ablauf eines Jahres keine neue Fahrerlaubnis erteilen darf. Vor dieser dürfte in diesem Fall sowieso die Hürde medizinisch-psychologischen-Untersuchung stehen, die landläufig Idiotentest heißt.

Falsche Entscheidung teuer bezahlt

„Ich fahre da selbst zweimal am Tag lang. An dieser Stelle ist immer was los, Fußgänger und Radfahrer sind unterwegs. Es hätte auch schlimmer kommen können“, sagte Strafrichter Janko Ehrlich, als er das Urteil begründete. Als positiv für den Angeklagten wertete er dessen Geständnis und das er bereits erste Konsequenzen aus dem Unfall gezogen hat.

Die Schäden an den Autos, die Geldstrafe sowie Anwalts- und Gerichtskosten – die kurze Rauschfahrt kosten den Mann nun um die 20 000  Euro. Viel Geld für eine falsche Entscheidung.

Das Urteil ist rechtskräftig.

Von Dirk Wurzel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Döbeln
  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

Was beschäftigt die Menschen in den kleinen Orten zwischen Döbeln, Waldheim und Hartha? Wir besuchen jene kleinen Dörfer, denen normalerweise wenig Beachtung geschenkt wird, geben einen Einblick in die Geschichte des Ortes und sprechen mit den Bewohnern über früher und heute. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr