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Döbeln Blaualgenplage in Kriebstein und Baderitz
Region Döbeln Blaualgenplage in Kriebstein und Baderitz
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19:53 28.09.2018
Mit dieser Mitteilung warnt die Gemeinde Zschaitz-Ottewig derzeit am Sausee Baderitz vor der Blaualgenplage in dem Gewässer. Dieses ist kein öffentlicher Badesee, wird aber dennoch als wilde Badestelle genutzt. Quelle: Sven Bartsch
Baderitz/Kriebstein

Noch vor ein paar Tagen war auf der Talsperre Kriebstein fast alles „im grünen Bereich“. Auch die Besucher des Märchenspiels am Sonntag sahen die Seebühne komplett von grünem Wasser umgeben, verursacht durch die Netzblaualgen. Die hatte sich im Sommer ausgebreitet und hält sich in einigen Buchten immer noch hartnäckig. Das Auftreten der Blaualgen hatte im August sogar das Gesundheitsamt des Landkreises auf den Plan gerufen. Vor dem Baden im Kriebsteinsee wurde ausdrücklich gewarnt.

Bis in den Bereich der Kanuten in der Mittweidaer Aue hatte sich der grüne Algenteppich ausgebreitet. Dies erklärte Andreas Weczerek, einer der Schiffsführer. Mittlerweile käme nach den Regentagen aber viel Frischwasser, so dass die Algen nur noch in den Buchten zu finden seien. „An unseren Fahrgastschiffen haben die Algen nicht zu Beeinträchtigungen geführt“, sagte Weczerek, der privat auch gern mit dem Paddelboot unterwegs ist. An den Kanus hätten man aber schon gemerkt, wenn man auf dem Algenteppich unterwegs gewesen ist. Zurück blieb ein schlieriger Belag.

Neue Algenplage wieder möglich

Auch Ulrich Pötzsch, Geschäftsleiter beim Wasserzweckverband ZWA in Hainichen, sieht ein Ende der Algenplage. Der Verband hatte auf eigene Kosten bereits im Juli die erste Wasseruntersuchung veranlasst. „Das Problem klärt sich jetzt von selbst, weil die Voraussetzungen für eine Algenblüte nicht mehr gegeben sind“, so Pötzsch. Die Algen haben sich bis Freitag der Vorwoche noch ausgebreitet, dann sei der Temperatursturz gekommen. Nachwirkungen werde es nicht geben. Eine neue Algenplage im nächsten Jahr sei möglich, wenn es erneut einen heißen und trockenen Sommer gibt.

Blaualgen sind für Mensch und Tier gefährlich, besonders wenn Wasser geschluckt wird. Quelle: Olaf Majer (Archiv)

Das gilt auch für den Stausee Baderitz in der Gemeinde Zschaitz-Ottewig. Hier hatte das Landratsamt Mittelsachsen am 21. August eine Wasserprobe entnommen und analysiert und daraufhin der Gemeinde ein Badeverbot empfohlen. Diese sprach in ihrem Amtsblatt vom 31. August ein solches Verbot aus.

Jährliche Wasserprüfung

Obwohl der Stausee kein offizieller Badesee, sondern laut Kreissprecherin Cornelia Kluge eine „wilde Badestelle“ ist, prüft der Landkreis regelmäßig die Wasserqualität. „Rechtlich gesehen besteht derzeit für das Gesundheitsamt keine Überwachungspflicht. Dennoch können diese Gewässer zur Gefahr für Badegäste werden. Aus diesem Grund werden einige davon mindestens ein Mal jährlich durch das Gesundheitsamt beprobt“, erklärt Kluge der DAZ.

Ursache für die Ausbreitung in beiden Gewässern seien der fehlende Zufluss von Frischwasser durch Regen und die langanhaltende Hitze, so Kluge. Blaualgen sind sogenannte Cyanobakterien, welche überall im Wasser zu finden und bei normaler Konzentration völlig ungefährlich sind. Vermehren sich die Bakterien allerdings stark, können diese die Wasserqualität einschränken.

Wasser schlucken am gefährlichsten

Einige Arten produzieren Stoffe, die bei Badenden Durchfall, Erbrechen oder Hautausschläge und im schlimmsten Fall sogar Atemnot auslösen können. Eine Gesundheitsgefahr besteht vor allem durch das Schlucken des Wassers. Das gilt auch für Hunde.

Der Stausee Baderitz ist ein öffentlicher Badesee, wird aber als wilde Badestelle genutzt und daher auch mindestens ein Mal pro Jahr untersucht. Quelle: Wolfgang Sens (Archiv)

Unternehmen könne man gegen die Blaualgen vorbeugend nichts, so die Sprecherin. „Prophylaktisch können keine Schritte eingeleitet werden, um ein erneutes Aufkommen abwenden zu können, da es sich hierbei um ein reines Naturphänomen handelt, welches durch die auftretenden Naturgewalten entsteht“, sagt sie. Weitere regelmäßige Wasseruntersuchungen seien in Baderitz nicht vorgesehen, da es sich nicht um ein öffentliches Badegewässer handelt.

Herbst stoppt die Plage

Die derzeitige kühle und feuchte Witterung dürfte der Blaualgenplage jedoch bald ein Ende setzen. “Dann sinkt die Nährstoffkonzentration im Gewässer“, erklärt Kluge. „Somit haben die Bakterien keine Grundlage mehr, sich zu vermehren. Wie lange eine Badewarnung bestehen bleibt, hängt davon ab, wie schnell sich der See regeneriert. In manchen Fällen sinkt die Konzentration bereits innerhalb weniger Tage wieder auf ein unbedenkliches Niveau. Manchmal dauert dies aber auch Monate.“

Von Sebastian Fink & Falk Bernhard (FP)

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