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Blauer Dunst und einmalige Geräuschkulisse in Waldheim

Rallye Blauer Dunst und einmalige Geräuschkulisse in Waldheim

Die 6. Kriebsteiner Oldtimerrallye führte am Sonnabend gleich zweimal durch die Perle des Zschopautales. Fahrer und Organisatoren sind begeistert, wie diese rollende und knatternde Veranstaltung in diesem Jahr abgelaufen ist.

Drei Generationen auf einem Motorrad: Benzingeruch konnten die Waldheimer am Sonnabend ausreichend schnuppern. Und noch dazu einen Blick auf historische Feuerstühle und deren Fahrer werfen, die die 6. Kriebsteiner Oldtimerrallye bestritten

Quelle: Sven Bartsch

Waldheim/Region Döbeln. Bestes Wetter, begeisterte Fahrer, keine Unfälle und kaum technische Ausfälle – die 6. Kriebsteiner Oldtimer-Rallye für Motorräder und Gespanne bis zum Baujahr 1939 war ein voller Erfolg. 200 Teilnehmer nahmen die 136 Kilometer lange Strecke in Angriff, die quer durch den Altkreis führte. Und auch in Waldheim Station machte. Gleich zweimal knatterte das Fahrerfeld durch die Perle des Zschopautales, weil der Burgberg gesperrt ist. Das ließen sich die Waldheimer natürlich nicht entgehen und nutzten die Gelegenheit, mal ein paar Blicke auf die historischen Feuerstühle der Hersteller NSU, Opel, DKW, Zündapp, Indian, Harley Davidson und viele andere, teilweise längst vergessene Motorradmarken aus aller Welt zu werfen. Eine Nase voll Benzingeruch gab es gratis dazu. Und das alles vor einer unverwechselbaren Geräuschkulisse.

Die Fahrer kamen aus ganz Deutschland und sogar aus der Schweiz. Nicht ganz so weit hatte es Hermann Klimpel. Er kam mit seiner DKW NZ 250. Eigentlich wollte der Oberlausitzer ein anderes Oldtimer-Motorrad aus seinem Bestand zur Rallye fahren. Aber der Rücken... Also steuerte er am Sonnabend lieber den weicher gefederten Zweitakter. „Besonders gut hat mit die Führung im Kraftwerk an der Talsperre gefallen“, sagte Hermann Klimpel. Er ist ein treuer Rallye-Fahrer. „Die Strecke war sehr anspruchsvoll“, sagt er und meint die Steigungen, die die Route bot. In zwei Jahren will er wieder mitfahren. Wobei Fahren nicht alles ist. Unterwegs hatten die Rallye-Teilnehmer kleine Aufgaben zu lösen. In Waldheim zum Beispiel hieß es „Schätzen Sie mal.“ Dort stand Mirko Hoyer vom Organisationsteam und reichte den Bikern einen mit Wasser gefüllten Motorrad-Tank über den Lenker. „Wir haben in den Tank 3,4 Liter Wasser reingefüllt. Die meisten Fahrer schätzen recht genau. Zwischen 2,4 und 4,5 Liter lauten die Angaben“, sagte Mirko Hoyer. Von Waldheim ging es weiter nach Kalkbrüche zur Rast. Und von dort nach Ehrenberg zum nächsten Checkpoint.

Gegen Abend trafen die Männer auf ihren knatternden Kisten dann vor der Jugendherberge in Falkenhain ein, dem Ziel der Rallye. Hier wurden die meisten historischen Feuerstühle zu Passagieren. Ihre Besitzer verluden sie auf Autoanhänger. „Wir sind froh, dass die Rallye wieder so gut angenommen wurde. Mit dem Essen hat auch alles gut geklappt, es gab keine Unfälle“, sagte ein mehr als zufriedener Chef-Organisator Michael Fuhse am Zielpunkt in Falkenhain, bevor er in die Fluten des Kriebstein-Sees sprang. Er selbst ist natürlich auch mitgefahren, steuerte ein englisches Motorrad-Gespann der Marke Ariel. Die 1929 gebaute Maschine leistet 26 PS – soviel wie ein Trabbi.

Von Dirk Wurzel

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