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Blumen an Olbrichts Geburtshaus

Ehrung Blumen an Olbrichts Geburtshaus

Bürger aus Leisnig ehrten am 20. Juli den General der Wehrmacht Friedrich Olbricht. An seinem Geburtshaus wurden Blumen niedergelegt.

Ein Blumengebinde wurde an Olbrichts Geburtshaus niedergelegt.

Quelle: Sven Bartsch

Leisnig. Das Gedenken an den hingerichteten Wehrmachtsgeneral Friedrich Olbricht gewinnt an Bedeutung, über Leisnigs Grenzen hinaus: Eine Delegation weilte am Donnerstag in der Leipziger Friedrich-Olbricht-Kaserne zu einem Festakt. Damit wurde der Jahrestag des Attentat auf Adolf Hitler begangen.

Zum Festakt hielt Siegfried Bretsch als Vertreter aus Leisnig eine Rede. „Das ehrt in gewisser Weise auch unsere Stadt, wenn jemand aus den Reihen der Leisniger zu dieser Feierstunde eine solche Position einnimmt“, sagt Leisnigs Bürgermeister Tobias Goth (CDU). Goth und Bretsch wurden nach Leipzig vom Superintendenten des Kirchenbezirkes, Arnold Liebers, vom Leisniger Ehrenbürger Manfred Wehrmann und von Norbert Giersch, ebenfalls aus dem Geschichts- und Heimatverein, begleitet.

Ausstellung braucht dauerhafte Heimat

Es war immer eine symbolische Geste, und es ist zu einer traditionellen geworden, die mittlerweile ihre Kreise zieht bis weit über die Grenzen von Leisnig hinaus: Am Geburtshaus von Friedrich Olbricht, in der Friedrich-Naumann-Straße, wurde zum Jahrestags des Attentats auf Adolf Hitler ein Blumengebinde nieder gelegt.

Indessen stellt sich die Frage, wo die aus Anlass des 70. Jahrestages des Attentates vor drei Jahren erstmals gezeigten Ausstellungstafeln über die Facetten des Widerstandes eine dauerhafte Heimat finden werden. Seit kurzem Stehen sie in den Räumen vom technologieorientierten Gründer- und Entwicklungszentrum im Gewerbegebiet.

Siegfried Bretsch dazu: „Dort haben wir öffentlich zugängliche Räume. Wenn jemand die Ausstellung sehen möchte, kann er das zu den dortigen Öffnungszeiten tun.“ Bretsch ist froh, dass diese Lösung gefunden werden konnte in dem Gebäude, welches der Stadt Leisnig gehört. Die Tafeln geben Auskunft über die verschiedenen Facetten des Widerstandes im Dritten Reich, insbesondere im Blickwinkel auf die Attentäter um ihren Kopf, Friedrich Olbricht, aber nicht allein aus dieser militärischen, sondern auch aus christlicher, sozialdemokratischer und kommunistischer Sicht. Die sechs Tafeln hatten in den vergangenen Monaten eine Rundreise unternommen, waren an Ausbildungstandorten der Bundeswehr in Delitzsch sowie in einer Offiziersschule in Dresden zu sehen. Bei der Vermittlungen dieser Ausstellungsorte hatte noch Generalmajor Walter Spindler die Wege geebnet.

Olbricht-Haus verfällt weiter

Verteidigungsministerin von der Leyen (CDU) hatte den Generalmajor des Heeres der Bundeswehr und Kommandeur des Ausbildungskommandos Heer im April abgesetzt wegen der schleppenden Aufklärung von Missbrauchsfällen bei der Armee. Im Januar hatte Tobias Goth (CDU) Spindler noch als Ehrengast zum diesjährigen Neujahrsempfang von Leisnig im Saal des Schützenhauses willkommen geheißen. Spindler sprach dort die Laudatio für den aus Anlass des Empfangs geehrten Bretsch. Beide hatten sich um die Ehrung von Olbrichts Vermächtnis verdient gemacht.

Dass die beim Heimatverein zusammen mit Leisniger Schülern erarbeitete Ausstellung einen dauerhaften Platz in Leisnig bekommt, ist für Bretsch nach wie vor wichtig. Das Olbricht-Geburtshaus selbst scheidet aus, da es sich im Privatbesitzes eines Mannes aus Dubai befindet, sich dieser nicht einmal um den Erhalt der Gebäudesubstanz kümmert. Die Idee, die Ausstellung im sanierten Obergeschoss des Stadtgutes unterzubringen, musste auch scheitern, weil es dort keinen zweiten Fluchtweg gibt.

Von Steffi Robak

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