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Blumen werden an Olbrichts Geburtshaus in Leisnig niedergelegt

Hitler-Attentat Blumen werden an Olbrichts Geburtshaus in Leisnig niedergelegt

Am Jahrestag des Attentates auf Adolf Hitler am 20. Juli wurden in Leisnig Blumen am Geburtshaus von Friedrich Olbricht niedergelegt. Die Wanderausstellung über Olbricht und das Hitlerattentat macht nun ihrem Namen alle Ehre: Sie wird ab jetzt in der Leipziger Bundeswehrkaserne zu sehen sein, die auch Olbrichts Namen trägt. Danach geht sie nach Dresden, dann nach Delitzsch.

Vertreter der Leisniger Stadtpolitik, von Vereinen und der Kirche legen zusammen mit Bürgermeister Tobias Goth (CDU) Blumen am Leisniger Geburtshaus von Friedrich Olbricht nieder.

Quelle: Steffi Robak

Leisnig. Die Wanderausstellung über den in Leisnig geborenen Friedrich Olbricht macht nun ihrem Namen alle Ehre: Sie wird ab jetzt in der Leipziger Bundeswehrkaserne zu sehen sein, die auch Olbrichts Namen trägt. Eine Delegation von acht Leisnigern um Bürgermeister Tobias Goth (CDU) fuhr am 20. Juli, dem 72. Jahrestag des Attentats auf Adolf Hitler, nach Leipzig, um dort der Ehrung für General Friedrich Olbricht beizuwohnen. Die Ausstellung bleibt bis Mitte September in der Leipziger Ausbildungskaserne. Danach wird sie in der Offizierschule des Heeres in Dresden gezeigt und weitere zwei Monate an der Unteroffizierschule in Delitzsch.

Haus weiterhin leer und ungenutzt

An Olbrichts Geburtshaus in der Friedrich-Naumann-Straße legten Vertreter von Rat und Verwaltung sowie vom Geschichs- und Heimatverein nach einer Schweigeminute Blumen ab. Das Gebäude, einem Mann aus Dubai gehörend, steht seit Jahren leer. Vor zwei Jahren hatte die Stadt an der Hausrückseite eine Dachsicherung vornehmen lassen. „Momentan geht von dem Haus zumindest augenscheinlich keine Gefahr aus“, sagt Tobias Goth, der ansonsten über das Schicksal des Gebäudes sehr besorgt ist. Er sieht auch kein Möglichkeit für die Stadt, es zu erwerben – aus finanziellen Gründen und weil er konzeptionell keine Nutzungsmöglichkeit sieht. Es bestehe nach wie vor kein Kontakt zum Eigentümer.

Leisnigs Ehrenbürger Manfred Wehrmann, auch jüngst wieder mit in Leipzig, gehört zusammen mit Goth zu jenen, die zu den Jahrestagen des Anschlages die Gedenkfeierlichkeiten in der Leipziger Olbricht-Kaserne besuchen. „Auf diesem Wege wuchs über die Jahre hinweg die Verbundenheit, die nun auch in die dortige Ausstellung mündet“, erläutert Goth.

In Leisnig geboren, dann weggezogen

Die aus sechs großen Schautafeln bestehende Präsentation wurde bereits am vergangenen Montag abgebaut. Siegfried Bretsch und Dietrich Simon vom Leisniger Geschichts- und Heimatverein brachten die Tafeln nach Leipzig. Bretsch hielt dort im Rahmen der Ausstellungseröffnung am Jahrestag einen Vortrag über General Friedrich Olbricht sowie seine Rolle bei dem Anschlag auf Hitler am 20. Juli 1944. Olbricht wurde einen Tag nach dem Attentat in Berlin erschossen.

In Leisnig, in dem Haus er heutigen Friedrich-Naumann-Straße 18, wurde Friedrich Olbricht am 4. Oktober 1888 geboren. In seiner frühen Kindheit zogen die Eltern von Leisnig weg, bevor der einzige Sohn seine Schullaufbahn begann. Das Abitur legte er 1907 in Bautzen ab, trat als Fahnenjunker in das 7. Königlich-Sächsische Infanterie-Regiment „König Georg“ in Leipzig ein.

Tafeln von Verein und Schülern erarbeitet

Olbricht war General der Infanterie der deutschen Wehrmacht, als er zu jenen Kreisen der Militärs gehörte, die Hitler aus dem Weg räumen und in Deutschland neue Machtstrukturen aufbauen wollten. Olbricht gilt als einer der führenden Köpfe der Organisatoren. Carl Friedrich Goerdeler, 1930 bis 1937 Oberbürgermeister von Leipzig und bereits vor dem Attentat aktiv in zivilen Kreisen des Widerstandes, sollte neuer Reichkanzler werden.

Die Schautafeln aus Leisnig veranschaulichen Fakten mit militärischem Hintergrund zum Anschlag, seine soziale, politische sowie gesellschaftliche Bedeutung und die Darstellung aus christlicher Sicht. Vor zwei Jahren hatte der Geschichts- und Heimatverein zusammen mit den Schülern der damaligen neunten Klassen der Peter-Apian-Oberschule das Material für die Tafeln erarbeitet.

Von Steffi Robak

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