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Döbeln Blut fließt in der Bäckerstraße
Region Döbeln Blut fließt in der Bäckerstraße
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23:57 04.06.2014

Die Anlieger spitzten die Ohren, denn das Publikum, welches Tag und Nacht in einer Wohnung mitten auf Döbelns wichtigster Einkaufsstraße ein- und ausgeht, wird von Anwohnern und Geschäftsleuten schon länger argwöhnisch beobachtet. Gerüchte von einer Drogenhöhle machen die Runde.

Das kann Heidi Hennig von der Polizeidirektion Chemnitz nicht bestätigen. Wohl aber, dass es in der Wohnung eines 48-Jährigen in besagtem Haus zu einer blutigen Auseinandersetzung gekommen ist. "Ein 27-jähriger Besucher der Wohnung und der 48-jährige Tatverdächtige waren in einen heftigen Streit und wahrscheinlich eine Schlägerei verwickelt. Dabei wurde der 27-Jährige von seinem Gegenspieler mit einem Messer an der Wade verletzt", schildert die Pressesprecherin der Polizei. Der tatverdächtige 48-Jährige stand zum Tatzeitpunkt offenbar erheblich unter Alkoholeinfluss. Eine Blutentnahme wurde angeordnet. Der 27-Jährige wurde mit aufgeschlitzter Wade im Krankenhaus ambulant versorgt und wieder entlassen.

Für die Polizeidirektion Chemnitz handelt es sich um eine Körperverletzung im Millieu, wie sie innerhalb des Direktionsbereiches recht häufig vorkommt. Die Gewerbetreibenden und Anwohner in der Bäckerstraße sehen das anders. Ihnen macht der rege Publikumsverkehr in der Wohnung bei Tag und bei Nacht Sorgen. Nachbarn berichten von einem Kommen und Gehen in jener Wohnung im Zwei-Minuten-Takt und das rund um die Uhr. Einige Mieter schauen sich bereits nach anderen Wohnungen um. Allerdings soll auch der Leipziger Vermieter und Besitzer des Hauses bereits reagiert haben und dem Mieter der Wohnung den Mietvertrag gekündigt haben. Auch Döbelns Ordnungsamtsleiter Jürgen Müller wird immer wieder darauf angesprochen. "Wir wissen von dem Begängnis im Umfeld dieser Wohnung und ich denke, dass auch die Polizei da einen Blick drauf hat", so Müller vorsichtig. Wenn es einen Straftatverdacht geben sollte, sei das aber Sache der Polizei.

Im Zusammenhang mit dem Raubüberfall auf eine 40-jährige Verkäuferin am 22. März im benachbarten Parkhaus an der Ritterstraße sollen die Wohnung beziehungsweise ihre Besucher ins Blickfeld der Polizei geraten sein. Der Verdacht scheint sich aber nicht bestätigt zu haben. Heidi Hennig von der Polizeidirektion Chemnitz kann dazu gar keine Angaben machen. "Die Ermittlungsarbeiten zum Raubüberfall im Parkhaus laufen nach wie vor. Es gab aber trotz der veröffentlichten Täterbeschreibung keine Hinweise und aktuell keine neuen Ermittlungsansätze", so die Polizeisprecherin. Der Raubüberfall geschah am Sonnabend, dem 22. März, gegen 8.15 Uhr, auf dem dritten Parkdeck des Parkhauses Ritterstraße. Der Täter war bekleidet mit einer grünen Latzhose, einer Kapuzenjacke und mit einer schwarzen Sturmhaube maskiert. Der Unbekannte ist etwa 1,80 bis 1,90 Meter groß, schlank und wirkte sehr ungepflegt. Das Polizeirevier Döbeln bittet unter Telefon 03431/ 65 90 weiter um Hinweise.

Thomas Sparrer

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