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Bosnier verprügeln Döbelner vor Möbel-Boss – Gericht verhängt Arbeitsstunden

Parkplatzstress in Döbeln Bosnier verprügeln Döbelner vor Möbel-Boss – Gericht verhängt Arbeitsstunden

Erst zugeparkt, dann zusammengeschlagen: Weil ein Döbelner zwei Bosnier bittet, ihr Auto auf dem Parkplatz von Möbel-Boss in Döbeln-Ost wegzufahren, verprügeln ihn die jungen Männer. Der ältere der Beiden kann froh sein, dass er gerade noch so unter das mildere Jugendstrafrecht fällt.

Sie wollten ein Bett in Döbeln kaufen und gingen am Ende auf den Mann los, dessen Auto sie zugeparkt hatten. Zwei junge Bosnier standen am Mittwoch wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht.

Quelle: dpa

Döbeln. Sie kamen, um ein Bett zu kaufen und verprügelten am Ende einen Döbelner. Den hatten sie zuvor zugeparkt. Aus purer Provokation zugeparkt, wie Jugendrichterin Marion Zöllner am Mittwoch im Amtsgericht Döbeln fand. Sie verurteilte die beiden jungen Bosnier, 17 und 21 Jahre alt, wegen gefährlicher Körperverletzung zu 150 Stunden gemeinnützer Arbeit.

Da kann der Ältere von Glück reden, dass die Jugendgerichtshilfe empfohlen hatte, das mildere Jugendrecht anzuwenden. Hätte ihn Richterin Zöllner nach dem Erwachsenenstrafrecht verurteilt, wären mindestens sechs Monate Haft rausgekommen. So schreibt es das Gesetz für dieses Delikt vor, wenn es Erwachsene begehen.

„Die machen Faxen mit mir“

„Ich habe ihn am Oberarm gefasst, und ihm gesagt, er möge sein Auto wegfahren. Er gab mir einen Kopfstoß, schlug mich mit der Faust ins Gesicht“, schilderte der Geschädigte die Ereignisse. Der 52-Jährige kam an jenem 3. März 2015 nicht in sein Auto auf dem Parkplatz von Möbel-Boss in Döbeln-Ost. Das hatte die Angeklagten mit einem Transporter zugeparkt. Sie ließen sich lange betteln, ehe sie überhaupt mal irgendwelche Anstalten machten, die Karre wegzufahren. Der Geschädigte hatte sie ausrufen lassen. Und wartete dann eine gute Weile, bis die beiden jungen Männer angeschlendert kamen. „Sie sagten zu mir, ich solle ihr Auto wegschieben. ich dachte, die machen Faxen mit mir“, sagte der Mann, der bei Prügelei Hämatome, Prellungen und eine offene Wunde am Knie davontrug. Der jüngere Bosnier hatte ihn zu Boden gerissen, nachdem er die Schläge des Älteren erwidert hatte.

Nicht das erste mal vorm Jugendgericht

Die Angeklagten sagten, der Mann hätte sie angegriffen. Der 17-Jährige hätte sich gewehrt, der 21-Jährige wollte das Gerangel auseinanderbringen. Beide erstatteten selbst Anzeige gegen den Döbelner. Aber dieses Verfahren hat die Staatsanwaltschaft schon eingestellt. Die jungen Männer hatten schon oft mit Jugendgerichten zu tun. Der Jüngere mit dem des Amtsgerichtes Wittenberg, denn er wohnt in Annaburg. Vor allem mit Körperverletzungen ist der junge Mann schon aufgefallen, hat dafür Arbeitsstunden leisten müssen. Sein älterer Bekannter, es ist der Mann der Cousine des 17-Jährigen, hat im Freizeitarrest sogar schon mal Knastluft schnuppern dürfen. Der in Berlin lebende Bosnier ist unter anderem wegen Diebstahls und gefährlicher Körperverletzung vorgeahndet.

Irgendwann gibt´s Knast

„ Dass Sie der Geschädigte angegriffen habe, sehe ich als Schutzbehauptung“, sagte Richterin Zöllner, als sie das Urteil begründete. Sie glaubte der Zeugenaussage des Verprügelten und dem, was der Marktleiter gesagt hatte. Das stützte die Aussage des 52-Jährigen. „Über Körperverletzungen sollten Sie langsam mal Gedanken machen. Sonst gibt es irgendwann mal die sechs Monate Haft“, gab die Richterin dem 17-Jährigen noch mit auf den Weg.

Von Dirk Wurzel

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