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Brandstifter klärt Laubenbrand in Döbeln-Nord auf – Gericht verhängt bedingte Haftstrafe

Nach fünf Jahren Brandstifter klärt Laubenbrand in Döbeln-Nord auf – Gericht verhängt bedingte Haftstrafe

Im März 2011 brannte in Döbeln eine Gartenlaube. Jemand hatte sie angezündet. Jetzt hat das Amtsgericht Döbeln einen 38-Jährigen wegen Brandstiftung verurteilt. Die Polizei hat den Laubenbrand jedoch nicht aufgeklärt. Die hatte den ungelösten Fall bereits zu den Akten gelegt. Der Brandstifter selbst hatte reinen Tisch gemacht.

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Karin Fahlberg verurteilte den Angeklagten wegen eines minder schweren Falls der Brandstiftung zu acht Monaten Haft mit Bewährung.

Quelle: dpa

Döbeln. Vor knapp fünf Jahren brannte in Döbeln eine Gartenlaube nieder. Fünf Jahre lang rührte sich nichts in dem Fall. Die Ermittlungen wegen Brandstiftung lagen brach, die Polizei hatte die Geschichte längst zu den Akten gelegt. Der Laubenbesitzer wusste nicht, weshalb ihm jemand sein kleines Wochenendhaus abgefackelt hatte. Er blieb auch auf dem Schaden sitzen, bekam von der Versicherung keinen Pfennig. Rund 2500 Euro hat der 65-Jährige in den Wiederaufbau seines Idylls investiert. „Ich frage mich bloß: Warum?“, sagte der Mann am Montag im Amtsgericht Döbeln als Zeuge. Dort saß ein 38-Jähriger Döbelner auf der Anklagebank, dem Staatsanwalt Maximilian Schneider zur Last legte, das Gartenhäuschen abgefackelt zu haben. Strafbar als Brandstiftung, ein Verbrechen für das das Gesetz mindestens ein Jahr Haft als Strafe vorsieht.

Feuer gelegt mit Benzin

Ohne sein eigenes Zutun wären die Ermittlungsbehörden dem Angeklagten wohl nie auf die Spur gekommen. Hätte der Mann noch bis zum 15. März 2021 – also rund fünf Jahre – gewartet, wäre er ohne Strafe davongekommen. Denn nach zehn Jahren verjährt Brandstiftung. Aber der 38-Jährige ging am 13. Dezember vergangenen Jahres zur Polizei und legte dort ein Geständnis ab. Gab an, mit einem grünen Fünf-Liter-Blechkanister voll mit Benzin zwischen Mitternacht und morgens in die Kleingartenanlage in Döbeln-Nord gegangen zu sein, dort wahllos eine Laube ausgesucht und angezündet zu haben, weil er Frust gehabt habe.

„Warum – das fragt man sich als Opfer eines Verbrechens immer. Sie werden in diesem Fall keine Antwort auf die Frage bekommen. Es war ein unglücklicher Zufall, dass es Ihre Laube getroffen hat“, sagte Rechtsanwalt Peter Hollstein zu dem geschädigten Kleingärtner. Der Verteidiger des 38-Jährigen hatte vor dem Schöffengericht im Namen seines Mandanten den Tatvorwurf eingeräumt. „Er hat aus heutiger Sicht keine Erinnerung mehr, weshalb er die Laube angezündet hatte“, sagte Rechtsanwalt Hollstein. Auf die Frage nach dem Motiv gab es in der Hauptverhandlung keine tiefergehende Antwort. Ein typischer Feuerteufel ist der Döbelner jedoch nicht, ist keiner, der mit Serien von gelegten Bränden für Angst und Schrecken sorgt. Er hat keine Vorstrafen, zwei Ausbildungen erfolgreich abgeschlossen und war die meiste Zeit seines Lebens berufstätig. Seit etwa drei Jahren ist er allerdings ohne Job. „Es tut mir leid. Es hätte auch jemand in der Laube sein können“, bat der Angeklagte den Kleingärtner um Verzeihung.

500 Euro als symbolische Wiedergutmachung

„Mein Mandant ist kein Schauspieler, sondern eine ehrliche Haut, auch wenn er hier etwas in sich gekehrt ist“, sagte Rechtsanwalt Hollstein in seinem Schlussvortrag. Er schloss sich dem Plädoyer des Staatsanwaltes an und beantragte, den 38-Jährigen zu nicht mehr als acht Monaten bedingter Haft zu verurteilen.

Das war dann auch das Strafmaß, welches das Schöffengericht verhängte. Zwei Jahre dauert die Bewährungszeit. Weil das Gericht einen minder schweren Fall annahm, konnte es mit dem Strafmaß unter dem einen Jahr bleiben, das das Gesetz für normale Fälle der Brandstiftung vorsieht. „Die Tat ist lange her, Sie sind nicht vorbestraft und geständig“, begründete Richterin Karin Fahlberg, Vorsitzende des Schöffengerichts, dessen Urteil. Das Geständnis wertete das Gericht als „Aufklärungshilfe“. Das unterscheide es von Geständnissen in anderen Fällen. Neben dem üblichen Bewährungsauflagen gab das Gericht dem gelernten Tischler auch auf, innerhalb eines reichlichen Jahres 500 Euro an den Geschädigten zu zahlen, als eine Art symbolischer Wiedergutmachung, wie Richterin Fahlberg sagte. Das Urteil ist rechtskräftig.

Von Dirk Wurzel

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