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Brandstiftung am Kriebsteinsee – Gericht verurteilt Drogensüchtigen zu Haftstrafe

Suizidversuch mit Feuer Brandstiftung am Kriebsteinsee – Gericht verurteilt Drogensüchtigen zu Haftstrafe

Sein eigenes Auto anzuzünden, ist noch nicht als Brandstiftung strafbar. Sollte das Feuer aber übergreifen – zum Beispiel auf einen benachbarten Wald – ist der Zündler dran. Ganz gleich, ob er nur die Versicherung abzocken oder sich gar umbringen wollte. So wie ein 29-Jähriger Mittweidaer, der mit seinem seltsamen Suizidversuch einen kleinen Waldbrand entfachte.

Wegen Brandstiftung eines Waldes stand am Donnerstag ein 29-Jähriger in Döbeln vor Gericht. Das Motiv der tat war tragisch: Der Mann wollte seinem Leben ein Ende setzten und hatte dazu sein Auto angezündet, ist im letzten Moment aber rausgesprungen. Weil der angrenzende Wald ebenfalls Feuer fing, war der Mann der Brandstiftung angeklagt.

Quelle: dpa

Döbeln/Lauenhain. Den Wald am Kriebsteinsee soll Manuel K. Anfang Juli vergangenen Jahres angezündet haben. Laut Anklage fackelte er auf dem Zschopauradweg in Lauhenhain sein Auto ab. Das soll er mit einem Campingkocher getan haben. Das allein wäre noch nicht als Brandstiftung strafbar. Weil aber das Unterholz des angrenzenden Waldes ebenfalls Feuer fing, klagte die Staatsanwaltschaft den Mann dieses Verbrechens an. Und so saß er am Donnerstag im Amtsgericht Döbeln vor Richterin Karin Fahlberg und ihren beiden Schöffinnen. Der Strafrahmen für Brandstiftung beginnt grundsätzlich bei einem Jahr, was die Straftat zum Verbrechen macht. Und über Verbrechens-Anklagen muss an Amtsgerichten ein Schöffengericht verhandeln.

Minder schwerer Fall

Manuel K. gestand die Tat. „Es tut mir leid, dass sich die Feuerwehrleute in Gefahr gebracht habe“, sagte er in seinem letzten Wort als Angeklagter. Er ging darin noch einmal auf das Motiv für die Zündelei ein. Der Mann wollte sich umbringen. Wohl, weil ihn seine damalige Freundin betrogen hatte. „Sie befanden sich in einer Lebenskrise und haben alle möglichen Suchtmittel genommen“, sagte Richterin Fahlberg, als sie das Urteil des Schöffengerichtes begründete. Weil das Gericht einen sogenannten minder schweren Fall annahm und den Mittweidaer zudem nur für eingeschränkt schuldfähig hielt, konnte es ein Strafmaß verhängen, das unter dem einen Jahr Haft liegt, welches das Gesetz als Mindeststrafe für die normalen Fälle der Brandstiftung vorsieht. Manuel K. muss demnach ein halbes Jahr hinter Gitter. Minder schwere Fälle gibt es bei vielen Straftaten, außer bei Mord.

Kalte Füße im brennenden Auto

„Sie haben Wald angezündet. Wenn auch zum Glück nur gerade so eben“, sagte Richterin Fahlberg. Denn großflächig brannte es glücklicherweise nicht. „Gemeingefährliche Straftaten wie Brandstiftung stehen von der Strafe her deswegen so hoch im Kurs, weil die Weiterungen in keiner Form mehr steuerbar sind. Eine Feuerwalze ist nicht mehr zu beherrschen“, erläuterte die Vorsitzende. Zwar hatte Manuel K. nicht direkt vor, den Wald anzuzünden, als er sich damals umbringen wollte. Allerdings nahm er nach Ansicht des Gerichtes den Waldbrand als Tatfolge billigend in Kauf. Daher habe er die Tat vorsätzlich begangen. Seinen Suizidversuch überlebte der 29-Jährige, weil er gewissermaßen kalte Füße bekam und rechtzeitig aus dem Auto sprang, bevor es richtig in Flammen aufging.

Durch Drogen zur Verzweiflungstat

Verbrennen ist eine der schlimmsten und qualvollsten Todesarten. Wer sich so umbringen will, muss – salopp gesagt – schon arg neben der Kappe sein. Bei Manuel K. waren es wohl die Drogen, die ihn mit zu der Verzweiflungstat brachten, sein Auto abzufackeln und dadurch den Wald in Brand zu setzen. Wegen Rauschgifts ist der Mann bereits mit dem Gesetz in Konflikt geraten, ist unter anderem wegen Drogendelikten vorbestraft. Aber auch wegen Körperverletzung und versuchter Vergewaltigung. Derzeit sitzt der Brandstifter im Gefängnis.

Und sollte dort nach Ansicht des Döbelner Schöffengerichtes noch ein halbes länger bleiben. „Sie haben die Tat unter offener Bewährung begangen. Daher kommen wir nicht umhin, eine kurze Freiheitsstrafe zu verhängen“, sagte Richterin Fahlberg.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Von Dirk Wurzel

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