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Braucht Sörmitz den Rad- und Wanderweg?

Braucht Sörmitz den Rad- und Wanderweg?

Gestern hat die Stadtverwaltung an die 160 Haushalte im Gebiet des Bebauungsplanes "Sörmitzer Au" Briefe verschickt. Sie informiert darin ganz sachlich über eine Initiative von 16 Eigentümern in dem Wohngebiet.

Döbeln.

 

 

 

 

Die Stadträte haben dazu im Hauptausschuss entschieden, alle Haushalte in dem Geltungsbereich vorher anzufragen, um zu erfahren, ob die Mehrheit für oder gegen den Weg ist. Bis zum 21. Juni sollen die Bürger den angehängten Fragebogen zurückschicken. Nach Auswertung des Meinungsbildes wird das Thema im Stadtrat verhandelt.

Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer (CDU) selbst zweifelt daran, ob der neue Weg am Feldrand sinnvoll ist. Auch die Unterhaltungskosten für die Stadt seien nicht zu unterschätzen. Dennoch sieht er in der Befragung der unmittelbar betroffenen Anwohner des gesamten Gebietes die demokratischste Lösung. Aktuell ist der Weg Teil eines rechtsgültigen Bebauungsplanes. Einen solchen zu ändern, wenn sich Voraussetzungen ändern, ist für Baudezernent Thomas Hanns ein gangbares und bereits praktiziertes Prozedere. "Auf keinen Fall sollte der Weg für Unfrieden im Eigenheimgebiet sorgen", wünscht sich Thomas Hanns. Das sehen Peter Grande und Thomas Böttcher genau so. Die beiden Anwohner und fast Nachbarn am Ebereschenweg tauschen heute im Pro und Kontra der DAZ ganz sachlich Argumente für und gegen den Weg aus und wollen sich trotz unterschiedlicher Ansichten dazu auch in Zukunft weiter freundlich grüßen.

 

 

Das Wohngebiet Sörmitzer Au wurde ab 1995 erschlossen. Aus diesem Jahr stammt auch der Bebauungsplan Nummer 10/95, in dem der Rad- und Wanderweg als südliche Abgrenzung des Gebietes vorgesehen ist. Wie der später pleite gegangene Bauträger den Weg finanziell kalkulierte, ist heute kaum mehr zu klären. Denn 1998 wurde der Bebauungsplan geändert. Aus den vorgesehenen Reihen- und Mehrfamilienhäusern wurden ausschließlich Eigenheimparzellen. Auch Straßen und Nebenanlagen sind damit heute anders als 1995 kalkuliert.

Mittlerweile sind in der Sörmitzer Au sieben Hektar Bruttofläche (inklusive Straßen- und Nebenflächen) neu bebaut worden. Etwas mehr als 100 Eigentumseinheiten (Eigenheime, Doppelhäuser und Eigentumswohnungen in den wenigen Mehrfamilienhäusern) sind entstanden. Etwa 300 Bewohner zählt das Gebiet.

Erschlossen und größtenteils bebaut sind der Eichenweg, der Buchenweg, der Ebereschenweg, der Rotdornweg und der Ahornweg mit 60 000 Quadratmetern Bauland. Mit der Verlängerung des Eichenweges ab Herbst werden es 75 000 Quadratmeter und 125 Parzellen sein. Die Preise pro Quadratmeter erschlossenes Bauland liegen aktuell bis 70 bis 75 Euro.

 

 

 

Immer wieder und verstärkt konnte man in der letzten Zeit recht interessante Artikel über die Attraktivität des Wohnens im Wohngebiet "Sörmitzer Au" und den Bau des dort geplanten Fuß-und Radweges an der südlichen Grenze lesen. Die zahlreichen Befürworter dieses Weges möchten werbend für den geplanten und finanziell konzipierten Fahrradweg aufmerksam machen und dabei ein deutliches Pro für den Bau des Weges setzen.

Ein Albtraum mit um Terrassen schleichenden Passanten wird dieser Weg sicher nicht. Ganz im Gegenteil: Der Fuß- und Radweg ist eine Abrundung zum Wohngebiet, erhöht dessen Attraktivität. Er kommt speziell Familien mit Kindern, Fußgängern, Radfahrern sowie Hundebesitzern im Sommer und Winter zu Gute. Die Bepflanzung wird mehr heimischen Vogelarten Schutz und Nahrung bieten. Auch ist es dann möglich, nahezu ohne am öffentlichen Verkehr teilzunehmen in Richtung Stadtzentrum zu fahren oder zu laufen und natürlich kann vor allem der "Mulde-Radweg" in direktem Anschluss Richtung Roßwein genutzt werden. Die Steigung des geplanten Fuß-Radweges an einigen Stellen ist für mich kein ausreichender Grund, sich gegen diesen auszusprechen. Es gibt mittlerweile moderne bauliche Möglichkeiten, einen solchen Baugrund zu gestalten. Auch hat die von allen Anliegern im Auto-, Fußgänger- und Fahrradverkehr genutzte Ahornstraße nahezu den gleichen Steigungswinkel.Der Bebauungsplan steht seit 18 Jahren fest. Jeder Käufer entschied sich mit dem Kauf seines Grundstückes auch bewusst für diesen Bebauungsplan mit diesem geplanten Fuß- und Fahrradweg. Das bereits bekundete Interesse der direkten Anlieger des künftigen Weges, das Land der Stadt abzukaufen, ist ehrenhaft, lässt aber die Interessen der anderen Bewohner außer acht. Die direkten Weganlieger hatten über Jahre die Möglichkeit, sich mit ihrer Grundstücksgestaltung auf diese spezielle Situation einzustellen.

Die Unterhaltskosten der Stadt für diesen neu errichteten Weg werden, so denke ich, überschaubar bleiben. Denn in den nächsten Jahren sollten Reparaturen nicht anfallen und auf eine Winterwartung kann wie anderswo auch verzichtet werden.

Den Bau des Fuß- und Radweges wird die Sparkasse Landsberg-Dießen, als Bauträger, mit der Errichtung der verlängerten Ahornstrasse übernehmen. Somit verursacht diese qualitative Aufwertung des Wohngebietes für die Bewohner der "Sörmitzer Au" keine zusätzlichen Kosten. Im Gegenteil. Es ist sogar anzunehmen, dass im Grundstückspreis pro Quadratmeter die Kosten für den Weg kalkuliert wurden.

Als einer der Befürworter des Fuß- und Radweges im Wohngebiet "Sörmitzer Au" glaube ich nicht an prognostizierte Radrennen und Touristenströme. Ich wünsche mir ganz einfach mit dem Weg eine Steigerung der Lebensqualität im Wohngebiet, vielleicht auch eine Entschleunigung in dieser so hektischen Zeit.

 

 

 

 

 

Ich wohne sehr gern in diesem Wohngebiet und das ebenso gern mit all den Menschen in meiner Nachbarschaft. Deshalb lag es mir und den weiteren 16 Grundstückseigentümern des Gebietes fern, wegen diesem Weg einen Keil ins gut nachbarschaftliche Miteinander zu treiben. Wir haben in einem von 50 Bewohnern des Gebietes mit unterzeichneten Brief an den Oberbürgermeister den Wunsch geäußert, den Bau dieses Weges noch einmal zu überdenken.

Wir empfinden das vorhandene Straßen- und Gehwegnetz im Wohngebiet als vollkommen ausreichend. Der geplante Weg im Süden des Wohngebietes erscheint uns deshalb eher nutzlos. Radfahrer, die ihn nutzen wollen, müssten aus Richtung Hermsdorfer Straße bis zu sieben Prozent Steigung überwinden. Ans öffentliche Radwegnetz wird dagegen der Weg nicht angebunden sein.

Jetzt besteht unser Wohngebiet aus Sackgassen mit einem Wendepunkt an jedem Straßenende. Es gibt keinen Durchgangsverkehr und einen überschaubaren Besucherverkehr. Mit dem nachts sicher unbeleuchteten Weg wäre ein unkontrolliertes Begehen und vor allem Verlassen der Siedlung für jedermann möglich. Und wir hatten auch ohne den Schleichweg hintenrum im Gebiet bereits mehrere Einbrüche.

Spielende Kinder haben durch die Sackgassen in unserem Gebiet eine natürliche Grenze, die mit dem Rundweg aufgehoben wäre.

Nicht zu verachten wäre natürlich auch der jährliche erhebliche finanzielle Aufwand, den die Stadt für Pflege und Unterhaltung des Weges aufbringen müsste. Für diese Gelder gibt es sicher sinnvollere Verwendungsmöglichkeiten. Auch die nach meinem Wissen 55 000 bis 60 000 Euro, die der Bauträger unseres Wohngebietes für den Wegebau kalkuliert hat, sind sicher im Sinne aller Bewohner des Gebietes besser einzusetzen, als für einen betonierten Feldweg, den keiner braucht.

Ganz persönlich bin ich der Meinung, dass wir in unserem Wohngebiet weder ein Zoo noch eine Musterhaussiedlung oder ein Ausflugsziel sind, dass es rechtfertigen würde, allen anderen Döbelnern die jährlichen Unterhaltungskosten eines solchen Weges mit aufzubürden.

Für mich als direkter Anlieger des Weges wäre dieser natürlich, ganz ehrlich gesprochen, eine direkte Einschränkung meiner Lebensqualität. Als jemand, der jeden Tag ab morgens um 4 in der Öffentlichkeit steht, genieße ich einfach die Momente der Ruhe und Abgeschiedenheit in meinem Grundstück, in denen ich mal nicht der Böttcher aus dem Radio bin. Damit, so fürchte ich, wäre es vorbei, wenn der Weg leicht erhöht hinter meinem Grundstück vorbeiführt und ich dann auch zuhause wie auf einer Bühne sitze. Aber es geht bei diesem Weg nicht um mich, sondern um das, was die Mehrheit der Bewohner in der Sörmitzer Au empfindet. Natürlich hoffe ich, dass viele den Fragebogen ausfüllen und dass sie den Weg genauso unnütz empfinden, wie ich und eine ganze Reihe weiterer Anwohner.

 

 

 

 

 

 

 

Th. Sparrer

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