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Döbeln Breitband: „Die Kosten sind erschreckend hoch“
Region Döbeln Breitband: „Die Kosten sind erschreckend hoch“
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00:19 01.05.2017
Internet für alle – in den Landgemeinden nördlich von Döbeln könnte das noch länger ein Traum bleiben. Quelle: copyright by Oliver Boehmer - bluedesign®
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Großweitzschen/Ostrau

Optimistisch war Ostraus Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) bislang in den Breitband-Internet-Ausbau für die Verwaltungsgemeinschaft Ostrau/Zschaitz-Ottewig gegangen. „Ich hätte gedacht, wenn Vectoring förderfähig ist, landen wir bei Baukosten von 1,5 bis zwei Millionen Euro und unser Anteil wären dann acht Prozent davon“, sagte er gestern auf DAZ-Nachfrage. Maximal 160 000 Euro wären dann auf die beiden Gemeinden zugekommen – schmerzhaft, aber zu verschmerzen dafür, dass dann jeder Haushalt wenigstens 30 bis 50 MBit pro Sekunde zur Verfügung hätte.

Doch die Realität sieht anders aus, nun, da den Gemeinden nördlich von Döbeln die geschätzten Ausbaukosten vorliegen. Ulrich Fleischer, Bürgermeister von Großweitzschen (parteilos), brachte die Zahlen, die das Telekabel-Ingenieurbüro Chemnitz (TKI) für alle drei Gemeinden errechnet hat, als erster heraus, am Dienstagabend während der Gemeinderatssitzung: Mehr als sieben Millionen Euro Baukosten und ein Eigenanteil von knapp 700 000 Euro – und das nur für die drittbeste Lösung, den Ausbau auf 30 bis 50 MBit mit Glasfaser nur bis zum Verteilerkasten. Für das günstigere Vectoring, bei dem bestehende Kupferkabel genutzt und dadurch wesentlich weniger Verteilkästen benötigt werden, würden immerhin noch knapp 400 000 Euro Eigenanteil fällig. Doch weil die Europäische Union noch immer keine Entscheidung darüber gefällt hat, ob Vectoring gefördert werden kann, fällt diese Möglichkeit (noch) flach.

Die dritte Variante – Ausbau auf 80 bis 100 MBit – würde Großweitzschen eine knappe Million Euro kosten. „Mit unseren 21 Ortsteilen und den großen Entfernungen“, begründet Fleischer die hohen Kosten und kritisiert zugleich: „Der Bund ist laut Grundgesetz für die Grundversorgung im Postfernemeldewesen zuständig.“ Dazu gehöre heute auch schnelles Internet. „Alle Kommunen sind jetzt an dem Punkt, wo sie die Zahlen vorliegen haben. Das wird eine Lawine auslösen.“ Man ruiniere die Gemeinde mit diesen Zahlen.

Sogar noch etwas mehr würde der 100-MBit-Ausbau in Ostrau und Zschaitz-Ottewig kosten. „Wir reden von über einer Million Euro Eigenanteil“, sagt Dirk Schilling, der weitere Zahlen erst in der nächsten Ratssitzung am 16. Mai vorstellen möchte. Nur so viel: „Die Kosten sind erschreckend“, sagt er.

Im Unterschied zu Großweitzschen besteht für Ostrau allerdings eine erhebliche Eigenausbauerklärung eines Telekommunikationsanbieters. Nimmt die Gemeinde das Angebot an, würden die Kosten deutlich sinken. „Bei den Zahlen verbietet sich fast das Anzweifeln der Eigenausbauerklärung“, sagt Schilling, der die Entscheidung aber den Räten überlassen muss. Bis zur Sitzung solle nun ein Fragenkatalog erstellt werden, der dann abgearbeitet wird: „Wie viele Haushalte und Firmen erreichen wir? Was kostet es?“, nennt der Bürgermeister die wichtigsten darin.

Von Sebastian Fink

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