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Döbeln Breitband-Internet: Premium- oder Mittelklasse?
Region Döbeln Breitband-Internet: Premium- oder Mittelklasse?
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15:17 28.02.2018
Ostraus Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) will alle Kostenvarianten für die verschiedenen Datengeschwindigkeiten auf der Ratssitzung im April vorstellen. Quelle: Sven Bartsch (Archiv)
Ostrau/Großweitzschen/Zschaitz

Die Landgemeinden nördlich von Döbeln sind dem schnellen Internet einen Schritt näher gekommen: Gestern stellte die Tele-Kabel-Ingenieurgesellschaft (TKI), die für die Kommunen die Förderung des Breitbandausbaus vorbereitet, das Ergebnis der Markterkundung vor. „Wir wissen jetzt, wo liegen welche Trassen, wo ist Ausbaubedarf da“, sagte Ostraus Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) der DAZ. Er betreut den geplanten Ausbau auch für die Gemeinde Zschaitz-Ottewig. Gemeinsam mit seinem Großweitzschener Amtskollegen Ulrich Fleischer (parteilos) ließ er sich zeigen, welche Ausbaugebiete bestehen. „Für uns war das zum Teil wenig überraschend. Vom Hauptverteiler Ostrau aus gesehen, wird der Empfang schlechter, je weiter man entfernt ist“, sagt Schilling.

Orte wie Schlagwitz, Rittmitz, Jahna oder Schrebitz sind mit am schlechtesten versorgt. Die Ausnahme bildet Kiebitz, welches bereits von der Telekom erschlossen wurde. Diese hat im vergangenen Jahr auch Teile von Großweitzschen auf die Datenautobahn gebracht. Engpässe gibt es hier unter anderem noch in Mockritz und in den Dörfern nördlich der Autobahn 14. In Zschaitz-Ottewig könnte die Versorgung ebenfalls fast überall besser sein.

Zur Markterkundung gehörte auch, bei den Telekommunikationsanbietern auf dem Markt nachzufragen, ob sie in den nächsten Jahren vor haben, in den drei Gemeinden auf eigene Kosten das Breitbandnetz zu erweitern. „Mehrere Unternehmen haben ihr Interesse bekundet“, sagte Schilling, der aus Wettbewerbsgründen noch keine Details nennen konnte. Allerdings sei klar, dass nur ein Teil der Fläche von den Eigenausbauerklärungen betroffen ist.

Die Kommunen müssen nun entscheiden, ob sie das angelaufene Förderprogramm des Bundes nur für die verbleibenden Ortsteile nutzen, oder sich für das komplette Gebiet um Förderung bemühen. „Die Eigenausbauerklärungen sind juristisch nicht belastbar. Wenn wir den Unternehmen nicht glauben, dass sie in einem annehmbaren Zeitraum ausbauen, kann der Fördermittelgeber die Mittel trotzdem für das ganze Gebiet genehmigen“, erklärte Schilling.

Allerdings würde es dann auch wesentlich teurer werden. Denn übernimmt eine Firma den Ausbau selbst, trägt sie auch alle Kosten. Den Eigenanteil von acht Prozent müssten die Kommunen dann nur für die verbleibenden Gebiete aufbringen. Kommt der Eigenausbau eines Unternehmens aber nicht, könnte der Förderzeitraum verstrichen und die Chance auf schnelles Internet mit vergleichsweise geringem Finanzaufwand vergeben sein.

In der ersten Aprilwoche will die TKI eine Kostenaufstellung vorlegen, mit der vergleichbar wird, wie viel der Ausbau auf 100 MBit (Glasfaser bis ins Haus) im Vergleich zum Vectoring mit 30 bis 50 MBit (Glasfaser bis zum Verteiler, von dort mit liegenden Kupferkabeln weiter) kostet. Letzteres wäre die günstigste Variante. Allerdings hat die EU noch nicht über die Förderfähigkeit des Vectorings entschieden, so dass die Alternative auch heißen könnte, ab Verteiler alle 150 Meter weitere Verstärker in Richtung der Abnehmer aufzustellen. Das, so Schilling, wäre dann wohl aber beinahe so teuer wie die Premium-Variante mit 100 MBit. Schon in der Ratssitzung Mitte April will er alle Kostenvarianten vorstellen.

Von Sebastian Fink

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