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Bremer Stadtteil sammelt für Döbeln

Bremer Stadtteil sammelt für Döbeln

Soziale Netzwerke wie Facebook waren bei der jüngsten Flutkatastrophe eine wichtige Plattform für Informationen. Wann gibt es wieder Strom? Wo werden Helfer gebraucht? 5000 Facebookfreunde informierten sich auf der Plattform der DAZ.

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Jetzt rücken Ina Starke (2.v.l.) vom Küchen- und Hausgerätestudio Palko in der Marktstraße und Blumenhändlerin Angela Schrader (vorn rechts) vom Obermarkt sowie Palko-Mitarbeiterin Bettina Soppala (l.) und Floristin Annerose Hildebrand zusammen.

Döbeln. Gestern kamen die Bremer mit zwei Kleinbussen voller Hilfsgüter nach Döbeln. "Wir kannten uns bis dahin gar nicht. Über Facebook und den neuen Kontakt zu Tony Bauerfeind haben wir vom erneuten Flutschicksal vieler Döbelner erfahren", sagt Albi Brunnings (47). Der Schriftsetzer aus Bremen Woltmershausen trommelte weitere Nachbarn und Bekannte wie Reiner Eggerking (59) und den Gerüstbauer Kai (39) zusammen. Sie sammelten Kindersachen, Kleidung, Kinderspielzeug, Kinderwagen, Stubenwagen und viel Hausrat in der Nachbarschaft und merkten schnell: Ein Auto allein reicht nicht, um alles nach Döbeln zu bringen. Nina Schaardt (33), Juniorchefin des gleichnamigen Dachdeckerbetriebes aus dem Bremer Stadtteil stellte gleich zwei Kleinbusse bereit. Mit denen wurden gestern die Güter zum Döbelner Volkshaus transportiert.

Karin Zieger hatte gestern Nachmittag im Saal des Volkshauses im Döbelner Spendenlager Dienst und nahm die Sachen entgegen. Die Bremer hatten die Kleidung sortiert und beschriftet. "Das ist spitze", so Karin Zieger. Auf Tischen säuberlich sortiert liegen Unmengen Kleidung, Schuhe, Geschirr, Kinderspielzeug. Am Rande stehen Kinderwagen und Buggys. "Ich schätze, dass in den Kellern und in Erdgeschossen viele Kinderwagen untergingen", so die Rathausmitarbeiterin. Ein paar wenige Menschen suchen in den Sachen. Der große Ansturm blieb bisher aus. "Die Betroffenen haben sicher im Moment noch den Kopf voll und wissen gar nicht, wo sie zuerst anfangen sollen. Wir sind hier für die Leute da und es sind wirklich sehr ordentliche Sachen abgegeben worden", erklärt Karin Zieger.

Zwei paar Schuhe, mehr nicht, hat sich Christine Helaß-Fischer ausgesucht. Im Erdgeschoss des orangefarbenen, sanierten Hauses in der Zwingerstraße hinterm Busbahnhof hat es sie erwischt. Jetzt ist sie bei Bekannten untergekommen. "Am liebsten möchte ich aber in meine Wohnung zurück", sagt sie.

Blumenladen im Küchenstudio

Sie kennen sich aus der Schule. Jetzt rücken Ina Starke vom Küchen- und Hausgerätestudio Palko in der Marktstraße und Blumenhändlerin Angela Schrader vom Obermarkt zusammen. Ab Morgen werden zwischen Kühlschränken und Waschmaschinen auch frische Blumensträuße verkauft. "Wir konnten mit Hilfe von Buchhändlerin Andrea Panke und Apotheker Gerd Günther und Henry Günther vor der Flut in letzter Minute alle Haushaltgeräte in Sicherheit bringen. Mit 40 Zentimeter Wasser im Laden haben wir zwar Schaden an Böden und Einbauküchen, aber wir können weiter machen. So ist auch Platz für die Blumen vom Geschäft aus der Nachbarschaft" sagt Ina Starke. Das Blumenstübchen hat es etwas mehr getroffen. "Mal sehen, wann wir wieder in unserem Laden weitermachen können", sagt Angela Schrader. "Toll, dass die Solidarität untereinander so gut ist." Palko-Mitarbeiterin Bettina Soppala und Floristin Annerose Hildebrand bedienen die Kunden nun unter einem Dach.

 

 

 

Die Stadt hat zwei Ausgabestellen für Sachspenden eingerichtet. Im Volkshaus, Burgstraße 4, können Textilien und Haushaltgegenstände abgegeben und abgeholt werden. Telefon: 0152/24 67 71 66

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 14 bis 19 Uhr, Samstag 10 bis 16 Uhr

In den Großgaragen des ehemaligen Kasernengeländes Friedrichstraße 14 a (Nähe Feuerwehrgerätehaus) werden Möbel und Elektrogeräte entgegengenommen und verteilt. Telefon: 0151/18 86 67 79

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 14 bis 19 Uhr, Samstag 10 bis 16 Uhr

Thomas Sparrer

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