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Döbeln Brennende Fußmatte: Amtsgericht verurteilt Harthaer zu Bewährungsstrafen
Region Döbeln Brennende Fußmatte: Amtsgericht verurteilt Harthaer zu Bewährungsstrafen
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Zwei jungen Männern aus Hartha lag versuchte schwere Brandstiftung zur Last. Nun hat sie das Gericht verurteilt. Quelle: Wolfgang Sens (LVZ/DAZ)
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Hartha/Döbeln

Auf den ersten Blick sieht diese Tat aus, wie ein Dummejungenstreich: Zwei junge Männer zünden die Fußmatte ihres Bekannten an. So geschah das gegen Mitternacht in Hartha am 18. Dezember vergangenen Jahres. Nach drei Verhandlungstagen hat das Schöffengericht des Amtsgerichts Döbeln das Verfahren gegen zwei Harthaer nun mit einem Urteil abgeschlossen. Das ist rechtskräftig. Richterin Karin Fahlberg, die Vorsitzende des Schöffengerichtes, erläuterte den jungen Männern, weshalb das Fußmattenfeuer kein Dummejungenstreich war, sondern ein Verbrechen. „In der Akte findet sich der Hinweis, dass es für ein versuchtes Tötungsdelikt zu wenig Anhaltspunkte gibt. Wer in einem Wohnhaus einen Gegenstand mit Brandbeschleuniger tränkt und anzündet, der nimmt billigend in Kauf, dass da mehr passiert. Zu unser aller Glück ist das nicht geschehen.“ Das Gericht sprach die Angeklagten der versuchten schweren Brandstiftung schuldig und verhängte jeweils zehn Monate Haft mit Bewährung. Die beiden müssen zudem als Auflage jeweils 1000 Euro ans THW Döbeln zahlen. Weil nur ein Versuch vorlag, konnte das Gericht eine geringere Strafe als die mindestens zwölf Monate verhängen, die das Gesetz für Verbrechen wie schwere Brandstiftung vorschreibt.

Weshalb von dem Abstreicherbrand einige Gefahr ausging, schilderte Thomas Redmer, Kriminalhauptkommissar beim Landeskriminalamt Sachsen. Ihn hatte das Gericht auf Antrag der Verteidigerinnen Grit Wetzig und Mandy Schützel als Sachverständigen hinzugezogen. „Ob etwas Feuer fängt, entscheidet sich in wenigen Minuten. Der Holzrahmen der Tür hätte anbrennen können. In ein bis zwei Minuten kriege ich den entzündet. Dann brennt es im Haus und Rauchgase hätten sich ausgebreitet.“ Problematisch wäre das, weil es nur einen Fluchtweg gibt. Der Geschädigte hätte sich aus dem Fenster retten müssen, wenn die Tür gebrannt hätte. Er reagierte relativ geistesgegenwärtig. Wach geworden durch das Klingeln und Klopfen seiner Kumpels schaute er aus dem Fenster und sah diese im Schein des Hoflichts weggehen. Als der junge Mann noch mal aufs Klo gehen wollte, sah er den Feuerschein unter dem Türspalt und hörte ein Knistern. Ein erster Löschversuch mit einem Glas Wasser scheiterte. Also packte der junge Mann die brennende Fußmatte, zog sie ins Bad, schmiss sie in die Dusche und drehte die Brause auf. So löschte er den Abstreicher schließlich. Gutachter Redmer ließ ihn im Gerichtssaal nachmachen, wie er die Matte ins Bad zog. Er hatte keinen Zweifel, dass der 20-Jährige den Brand so gelöscht haben kann.

Die Verteidigerinnen sahen das anders, zweifelten daran, dass der Geschädigte die Wahrheit sagte und unterstellten ihm, die Matte selbst in Brand gesetzt zu haben, um seinen Kumpels eins auszuwischen. Freispruch forderten sie daher. Das Gericht jedoch glaubte dem Geschädigten. Die Nachrichten, die er und einer der Täter eine Stunde nach dem Vorfall über Facebook austauschten, stützen die Glaubhaftigkeit. Nach einigem hin und her bot der Harthaer Schadenersatz von 150 Euro an. Die beiden Angeklagten zahlten das schließlich. Unklar bleibt das Motiv der beiden Harthaer. Möglich, dass es um zehn Euro ging, die der Geschädigte einem der beiden Angeklagten schuldete.

Von Dirk Wurzel

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