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Döbeln Bröselnder Fels bereitet Sorgen
Region Döbeln Bröselnder Fels bereitet Sorgen
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15:10 16.06.2017
Der Felsen am Haus von Horst Kurt in Fischendorf bröckelt. Er wird weiter selber kehren und aufräumen müssen. Quelle: Steffi Robak
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Leisnig

„Vor anderthalb Jahren haben wir die Stadt bereits informiert. Bisher hat sich nichts getan.“ Unterhalb vom zirka 60 Meter hohen Felssporn, auf dem die Burg Mildenstein thront, ist das Phänomen des abbrechenden Felsens allgegenwärtig. Die Tragnitzer können ein Lied davon singen. Die aus großer Höhe und mit entsprechender Wucht in ihre Grundstücke fallenden Brocken hatten eine Größe, dass der Freistaat Sachsen als Eigentümer des Geländes den Felssporn großflächig zu sichern begann. Ein ganzer Ortsteil ist betroffen. Die Sicherungsarbeiten, sowohl technisch als auch finanziell eine Herausforderung, zogen sich über Jahre hin. Der Freistaat beauftragte eine Gruppe von Kletterspezialisten, bei den Sicherungsarbeiten mit Hand anzulegen.

Anfälliges Verwitterungsgestein

Dass die Felsen auch auf der anderen Uferseite der Mulde bröckeln, scheint logisch, stehen doch große Teil der Leisniger Umgebung auf so genanntem Rochlitzer Porphyr. Genau genommen handelt es sich nicht um Porphyr, sondern um Porphyrtuff mit ganz anderer Beschaffenheit, als es die Bezeichnung Porphyr vermuten lässt. Porphyrtuffe sind zwar ebenfalls vulkanischer Herkunft. Sie unterscheiden sich jedoch in ihrer Entstehung und Beschaffenheit vom Porphyrgranit aus erkalteten Lavaströmen. Porphyrtuff besteht aus verwitterungsanfälligen Ablagerungen vulkanischer Asche. Das bekommen die Grundstückseigentümer in und um Leisnig in Form der bröckelnden Felsen zu spüren.

Bauhof hilft beim Beräumen

Bürgermeister Tobias Goth (CDU) kennt das Problem, unter anderem vom Schlossberg und der Schlossstraße. „Auch am Riedelsteig bröckelt der Felsen. Gut, das ist ein Wanderweg und kein Wohngrundstück. Letztlich ist das Erscheinungsbild das gleiche.“ Wo derartige Stellen in Größenordnungen auffällig werden, helfen die Mitarbeiter des Bauhofes beim Beräumen. Zuletzt geschah dies im vergangenen Jahr bei einem einmaligen Einsatz nahe dem Grundstück des Reifenhandels in Fischendorf, entlang der gleichen Straße, an der Horst Kurt wohnt. Goth: „Am Hang wurde Gehölz entfernt, dessen Wurzeln den Felsen sprengen. Es wurde Gestein abgeschlagen an Stellen, wo es nötig und machbar war.“

Felssicherung für Stadt zu aufwendig

Dazu sei der Bauhof technisch in der Lage. Was nach den Worten von Tobias Goth nicht gehe: Aufwendige Felsensicherungen beispielsweise mit einem Netz kann die Stadt für private Grundstücke nicht finanzieren. Horst Kurt wird also weiter ein waches Auge auf den Felsen hinter seinem Haus haben müssen. Ein Teil des Gesteins habe er selbst abgeschlagen. Ansonsten muss er wie andere Leisniger auf ihren Privatgrundstücken kehren, kehren, kehren, wenn von oben wieder der Porphyr kommt.

Von Steffi Robak

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