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Döbeln Bübchendieb spielt Polizei in Waldheim
Region Döbeln Bübchendieb spielt Polizei in Waldheim
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12:55 13.02.2019
Das Amtsgericht Döbeln verhandelt jetzt die Anklage wegen Brandstiftung in Waldheim weiter. Quelle: dpa
Waldheim/Döbeln

Ist der Bübchendieb zurück in Waldheim? Vor knapp zwei Jahren war er es offenbar, wie sich am Dienstag in einem Prozess am Amtsgericht Döbeln zeigte. In diesem geht es um Brandstiftung an einer Gartenlaube. Der Dieb der Bronze-Plastik vom Brunnen an der Schlossstraße half der Enkelin der Laubenbesitzerin augenscheinlich bei ihren privaten Ermittlungen.

Spuren sagen: Beide Angeklagte waren in Gartenanlage

Vor knapp zwei Jahren brannte eine Gartenlaube in der Anlage am Sportplatz Richzenhain bis auf die Grundmauern nieder. Zwei junge Männer sollen sie abgefackelt haben, um Spuren zu verwischen, wie es im Anklagesatz heißt. Denn sie seien zuvor in dem Gartenhäuschen gewesen, um dort die Bierflaschen zu leeren, die sie zuvor in einer anderen Laube gestohlen haben sollen. Das Jugendschöffengericht – der jüngere Angeklagte ist Heranwachsender – unternahm nun den zweiten Anlauf, diese Anklage wegen Brandstiftung, Diebstahls und Sachbeschädigung zu verhandeln. Bei einem ersten Termin fehlte noch das DNA-Gutachten zum jüngeren Angeklagten. Deshalb setzte Richterin Marion Zöllner, die Vorsitzende des Jugendschöffengerichtes, die Hauptverhandlung aus. Diese startete nun ganz von vorn. Das Gutachten über die DNA-Spur liegt jetzt vor und bestätigt: Auch der jüngere Angeklagte war in der Gartenanlage.

Viele Erinnerungen hingen am Gartenhaus

In der gestrigen Verhandlung ging es viel um die Frage, wie die Polizei auf die beiden jungen Männer als Tatverdächtige kamen. Zunächst hatte die Enkelin einen ganz anderen jungen Mann als Feuerteufel im Auge. Der war in der Brandnacht mit den Angeklagten zusammen, hatte sich aber verabschiedet und war nicht mit in der Gartenanlage. „Ich hatte ihn zunächst in Verdacht und habe mich mit einem Bekannten darüber unterhalten. Der ist dann zu dem Herrn G. gegangen“, sagte die Enkelin der Laubenbesitzerin. Sie und ihre Oma nimmt das Geschehen noch immer sehr mit, wovon Tränen während ihrer Aussagen zeugten. Schließlich gingen mit der Gartenlaube viele Erinnerungen an den verstorbenen Opa beziehungsweise Ehemann in Flammen auf.

Ringo ist zurück

„Wie heißt der Bekannte denn der weiter?“, fragte sich Rechtsanwalt Thomas H. Fischer, der Verteidiger des Heranwachsenden, an den Nachnamen heran. „Ringo K. und kommt dann noch was?“ Die Zeugin nannte dann den Rest des Nachnamens, so wie sie ihn erinnerte. Und siehe da: Jener Bekannte ist mit großer Wahrscheinlichkeit Ringo K., der hafterfahrene Dieb des ersten Pumpenbübchens. Die Künstlerin Irmgard Biernath spendierte diese Bronzeplastik ihrer Heimatstadt 1998. Sie zierte den Brunnen an der Schlossstraße, bis sie Ringo im Oktober 2011 klaute, zerkleinerte und die Einzelteile auf dem Schrottplatz zu Geld für Crystal machte. Dank vieler Spenden und dem Engagements einiger Vereine konnte die Stadt einen weiteren Abguss des Pumpenbübchens anfertigen und aufstellen lassen.

Das ist der zweite Abguss des Waldheimer Pumpenbübchens an der Schlossstraße. Den Ersten hatte Ringo K. gestohlen. Quelle: Dirk Wurzel

Ringo, so erinnerte sich G. nun als Zeuge, habe ihn mit dem Vorwurf konfrontiert. So, wie er das schilderte, könnten Juristen darin den Anfangsverdacht der Nötigung sehen. Der junge Mann habe Ringo dann die Namen der Angeklagten genannt. Denn diese hätten ihm gegenüber zuvor eingeräumt, betrunken in dem Garten gewesen zu sein und mit einer Zigarettenkippe den Brand verursacht zu haben. Die Enkelin der Geschädigten suchte dann zusammen mit Ringo die Beiden auf. Auch ihr gegenüber hätten sie eingeräumt, etwas mit dem Brand zu tun zu haben. Sie waren dann bei der Laubenbesitzerin mit einem Blumenstrauß, haben die Rentnerin um Verzeihung gebeten. Auch beim Beräumen des Brandschuttes halfen sie. „Die sollten mal sehen, was sie angerichtet haben“, sagte dazu der Schwiegersohn der Geschädigten. Dass er die beiden unter Druck gesetzt habe, die Tat zu gestehen, bestritt er vehement.

Prozess wird fortgesetzt

„Warum stellen Sie denn auf eigene Faust Ermittlungen an und gehen nicht zur Polizei?“, fragte Richterin Zöllner die Enkelin. „Ich wollte das wissen. Ich war so wütend. Polizei – da passiert doch auch nichts!“ Sie fuhr die jungen Männer aber schließlich zur Polizei. An einem weiteren Verhandlungstag soll nun der Beamte über die Vernehmung der Beiden als Beschuldigte aussagen. Deshalb setzt das Gericht den Prozess fort.

Mehrere Brandursachen möglich

Keine genaue Brandursache konnte der Gutachter der Polizei feststellen. Es könnte sich um fahrlässige Brandstiftung (Zigarettenkippe) handeln. Aber auch eine Vorsatz ist möglich. Einen Kurzschluss als Ursache schloss der Sachverständige ebenfalls nicht aus. Jedoch sei von der Elektroanlage der Laube nichts mehr übrig gewesen, um etwaige Spuren zu finden, die das belegen.

Von Dirk Wurzel

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