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Döbeln Bücher in den Container Roßwein sucht neuen Standort für Gleisberger Bibliothek - keine Sanierung bis 2014
Region Döbeln Bücher in den Container Roßwein sucht neuen Standort für Gleisberger Bibliothek - keine Sanierung bis 2014
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23:20 11.01.2012
Lesen im Container? So könnte die Bibliothek in Gleisberg vorübergehend aussehen, wenn kein anderes geeignetes Privatgebäude gefunden wird. Problem hierbei: Es muss ein Platz für den Container gefunden und dessen Standmiete bezahlt werden.

Denn die Zustände in der ehemaligen Gleisberger Schule taugen kaum noch für einen geregelten Bibliotheksbetrieb. Das spiegelt sich auch in den Zahlen wider. Nur eine Handvoll Gleisberger nutzen das Angebot noch. Seit vergangenem Jahr öffnet Cornelia Händel vom Verein Sonnenstrahl nur noch alle zwei Wochen die Türen im Obergeschoss des Hauses für eine Stunde. Eine Änderung der Zustände war bislang nicht in Sicht. "Das Haus befindet sich in Privatbesitz, daher können wir nichts daran ändern, und das wollen wir auch nicht", sagt Händel. Entweder der Eigentümer saniere das Haus oder es müsse ein neuer Standort gefunden werden. Schließlich nutzen auch der Verein Sonnenstrahl selbst und der Gleisberger Jugendclub die Räume.

Eine Sanierung scheint jedoch in absehbarer Zeit unwahrscheinlich. Fahrschullehrer Mario Böhm aus Döbeln, dem die alte Schule in Gleisberg gehört, stellt klar: "Alle Pläne sind auf Eis gelegt. In den nächsten zwei Jahren wird nichts passieren." Zu den Gründen schweigt er sich aus, sagt nur so viel: "Das ist nicht nur eine Kostenfrage, das hat auch andere Gründe, aber dazu will ich mich nicht äußern."

Doch bis mindestens 2014 im alten Gemäuer bleiben, das kann sich auch Ines Reimer, Leiterin der KEB in Döbeln, nicht so recht vorstellen. "Es fängt ja jetzt an, richtig durchs Dach zu tropfen, das schadet natürlich unseren Medien und auf Dauer will keiner dort arbeiten oder etwas ausleihen."

Roßweins Bürgermeister Veit Lindner will das Problem noch "im Frühjahr intensiv" angehen, nachdem es bisher "nicht ganz oben auf der Dringlichkeitsliste" stand. "Wir suchen ein adäquates Gebäude, haben als Stadt aber leider kein eigenes mehr. Daher hoffen wir auf die Hilfe privater Eigentümer. Wenn sich da nichts tut, muss man sehen, ob man das Problem vielleicht über einen Container lösen kann. Aber der kostet auch Geld."

Letztlich soll es daran aber nicht scheitern. Eine Lösung soll in jedem Fall her. "Vielleicht kann man die Bücher auch über den Winter auslagern, bevor sie angegriffen werden. Auf jeden Fall wäre es Unsinn, die Bibliothek auf dem Dorf einzusparen", sagt Lindner, der an eine Wende wie in Haßlau glaubt. Dort hat die seit 2009 im neuen Feuerwehrhaus eingerichtete Bibliothek inzwischen 41 angemeldete Leser. Ähnlich gut ist die Nutzung in Niederstriegis.

Cornelia Händel könnte sich den vorübergehenden Umzug in einen Container gut vorstellen. "Das müssten wir erst mit dem gesamten Verein besprechen, aber wenn es da einen Standort gäbe, ist das schon eine Möglichkeit." Ines Reimer sieht das ähnlich. "Das wäre eine Möglichkeit unsere Medien warm und trocken zu halten und wenigstens die zwei Jahre zu überbrücken. Dann stünde nur die Frage, ob auch gleich der ganze Verein mit umzieht."

Sebastian Fink

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