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Bündnis wird sich bald um deutlich mehr Asylbewerber kümmern müssen

Willkommen in Roßwein Bündnis wird sich bald um deutlich mehr Asylbewerber kümmern müssen

Das Bündnis „Willkommen in Roßwein“ stößt bei seiner Arbeit langsam an Grenzen. Die Gründe liegen nicht nur in der Hetze, die den Flüchtlingshelfern entgegenschlägt. Die Stadt wird sich auch auf deutlich mehr Asylbewerber einstellen müssen, sagt Dieter Steinert vom Landratsamt.

Das Bündnis „Willkommen ins Roßwein“ ist breit aufgestellt. Die Flüchtlingshelfer kümmern sich um Deutschunterricht und Freizeitangebote im Asylbewerber-Heim an der Döbelner Straße.

Quelle: Dirk Wurzel

Roßwein. Das Bündnis „Willkommen in Roßwein“ hat im vergangenen Jahr gute Arbeit geleistet. Es muss aber wachsen, um sich um alle Asylbewerber kümmern zu können, die derzeit in Roßwein leben und deren Anzahl sich vergrößert hat. Das ist das Fazit, das die Mitglieder des Bündnisses am Donnerstag in Roßweiner Kirche gezogen haben. Die Stadt wird sich zudem – wie übrigens andere mittelsächsischen Kommunen auch – darauf einstellen müssen, dass ihr das Landratsamt noch weitere Asylbewerber zuweisen wird. „Der Schlüssel 18 Asylbewerber pro 1000 Einwohner ist illusorisch. Das war ein Orientierungswert, der nicht zu halten ist“, sagte Dieter Steinert, Leiter der Stabsstelle Asyl im Landratsamt Mittelsachsen, der an der Runde in der Kirche teilnahm.

Flüchtlinge sind Flüchtlinge

Pfarrer Heiko Jadatz gehört zu den Gründungsmitgliedern des Bündnisses. Er berichtete von interessanten und anrührenden Begegnungen, erzählte wie nicht nur christliche Asylbewerber in die Kirche kamen. „Zum Konzert am dritten Advent kamen syrische Christen und auch Muslime. Menschen unterschiedlicher Religionen sind sich in der Kirche begegnet“, sagte der Pfarrer. Am Volkstrauertag nahmen Flüchtlinge an der Andacht auf dem Friedhof teil und der Gedenktag für die Opfer der Weltkriege bekam eine ganz neue, aktuelle Dimension. Dem Pfarrer sind die Motive der Flüchtlinge gleich. „Wenn einer sagt, das sind nicht alles Kriegsflüchtlinge, sollte man bedenken, dass wir die Menschen aus den armen Ländern, die hierher kommen, mit auf dem Gewissen haben.“

Bürgermeister entsetzt über Hetze auf Facebook

Ähnlich brachte es Bürgermeister Veit Lindner zum Ausdruck. Ihm will nicht in den Kopf, wie persönlich gegen Menschen gehetzt wird, die sich im Bündnis für die Flüchtlinge einsetzen. „Wie man den schlimmsten Müllkübel über Leuten auskippen kann, ist mit Facebook zur ganz neuen Erfahrung geworden“, sagte Veit Lindner mit Blick auf die Asylfeinde in Roßwein. Prof. Matthias Pfüller verglich „Roßwein wehrt sich“ mit der Bürgerinitative gegen die Flutschutzmauer, die dabei natürlich nicht negativ wegkam. „Das war eine Gruppe, die nur ein Ziel hatte. Sie hat die Stadt nicht gespalten, man konnte trotzdem noch miteinander reden“, sagte der Sozialwissenschaftler. „Roßwein wehrt sich dagegen forderte zunächst die Schließung des Heims, dann die Absetzung des Bürgermeisters und dann den Rücktritt der Bundeskanzlerin“, so Prof. Pfüller. Die in der rechte Ecke viel beschworene Islamisierung nannte er eine „Wahnvorstellung“.

Sophie Spitzner, ebenfalls Bündnismitglied, berichtete davon, wie gut der Deutschunterricht laufe, den vier ehrenamtliche Lehrerinnen abhalten. Bald soll es auch einen Integrationskurs am Metallfachzentrum geben. Für die weitere Arbeit braucht es dringend eine feste Stelle. Darum hat das Bündnis einen Förderantrag gestellt. „Das Leitbild unserer Arbeit ist, dass Menschen anderer Hautfarbe, Religion oder Sexualität neben uns leben können und akzeptiert werden“, sagte Sophie Spitzner.

Von Dirk Wurzel

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