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Döbeln Bufdis punkten mit Lebenserfahrung
Region Döbeln Bufdis punkten mit Lebenserfahrung
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23:49 17.09.2013

Aus "Zivis" wurden "Bufdis": Mit dem der Bundeswehrreform folgenden Wegfall des Zivildienstes sah sich die Bundesregierung vor zwei Jahren genötigt, die Altersbegrenzung aufzuheben, um die Lücken in der Personaldecke karitativ tätiger Vereine und Verbände zu füllen.

Nach anfänglichen Startschwierigkeiten hat sich der Bundesfreiwilligendienst mittlerweile zu einem Erfolgsmodell entwickelt, wobei er vor allem in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen von der älteren Generation getragen wird. Auch bei der Diakonie Döbeln hat sich laut Aussage von Geschäftsführer Thomas Richter der Altersdurchschnitt von den Zivildienstleistenden zu den Mitarbeitern im Bundesfreiwilligendienst verschoben. Auf die Qualität der Arbeit der Mitarbeiter auf Zeit habe dies jedoch keinen Einfluss. "Wir hatten auch unter den jugendlichen Zivis sehr engagierte und zuverlässige, denen wiederum ein paar wenige gegenüberstanden, die sich nicht sonderlich aktiv eingebracht haben", so Thomas Richter. Ähnlich sei das Verhältnis von mehr oder weniger hilfreichen Mitarbeitern im Bundesfreiwilligendienst, weshalb das Zwischenresümee gemischt ausfalle.

Allerdings gäbe es einen signifikanten Unterschied beim Verhältnis von Angebot und Nachfrage nach den Stellen. "Während wir in Zivi-Zeiten mehr Stellen zur Verfügung hatten und nicht alle besetzen konnten, konnten wir bislang nicht alle Bufdi-Bewerbungen berücksichtigen", so der Geschäftsführer der Diakonie Döbeln, die Bufdis in ihrem Seniorenpflegeheim und den Werkstätten für behinderte Menschen in Roßwein und Hartha sowie im Behindertenwohnheim in Gersdorf beschäftigt. In letzterem geht Heimleiter Jan Schmidt und dessen Mannschaft derzeit ein Bufdi zur Hand, während es in Spitzenzeiten bis zu drei Zivis waren. "Wir haben uns einzuschränken gelernt, hatten zuletzt auch nur noch einen Zivi", so Schmidt, der mit seinem Mitfünfziger-Bufdi nach eigener Aussage einen sehr guten Griff gemacht hat. "Er ist gelernter Handwerker und kann uns in vielen Bereichen helfen, schwerpunktmäßig setzen wir ihn jedoch für spezielle Aufgaben wie Arztfahrten mit den behinderten Heimbewohnern ein." Prinzipiell zeichneten sich laut dem Heimleiter ältere Mitarbeiter auf Zeit dadurch aus, Lebenserfahrung und damit auch eine gewisse Ruhe mitzubringen, andererseits täten sie sich schwerer als junge Leute, in der Pflege zu arbeiten. "Auf jeden Fall hätten wir genügend Arbeit für mehr Bufdis, aber nicht so viele bewilligte Bundesfreiwilligendienst-Stellen", so Jan Schmidt.

Von einem absehbaren Missverhältnis wenngleich auf einer anderen Ebene weiß auch Sabine Karlas zu berichten. "Es besteht offensichtlich keine Nachfrage mehr zumindest nach den von uns angebotenen Bufdi-Stellen, derzeit jedenfalls liegt mir keine einzige Bewerbung vor", so die Leiterin der beiden Döbelner AWO-Einrichtungen Seniorenzentrum Bürgerheim und Seniorenzentrum Döbeln, die einen möglichen Grund im robusten Arbeitsmarkt sieht. "Ich bedauere dies umso mehr, als wir durchweg gute Erfahrungen mit unseren bisherigen Bufdis gemacht haben und für einige sogar Chancen sehen, sie bei uns weiterzubeschäftigen."

-Kommentar

Roger Dietze

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