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"Cantina Hartha" eröffnet

"Cantina Hartha" eröffnet

Zwei Frauen sind seit fast zwei Wochen ihr eigener Chef. In der einstigen Kantine des Instituts für Betriebsorganisation und Informations-Technik (Inbit) in der Richzenhainer Straße haben die beiden Waldheimerinnen Beate Ulbrich und Cornelia Muschke die "Cantina Hartha" eröffnet.

Hartha.

 

 

Der letzte Gast hat gerade mit einem Teller Makkaroni Platz genommen. Es ist kurz vor 14 Uhr. Handwerker, Gerüstbauer und andere arbeitstätige Harthaer sind längst wieder mit ihrem Tageswerk beschäftigt. Für Beate Ulbrich (45) und Cornelia Muschke (41) neigt sich der Arbeitstag allmählich dem Ende zu. Seit sechs Uhr sind sie auf den Beinen. Kochen Kaffee, schmieren Brötchen, schälen Kartoffeln, bereiten die Hausmannskost vor, die an diesem Tag auf dem Speiseplan steht. Ab sieben Uhr haben sie geöffnet. Mit ihrer "Cantina Hartha" gehören Ulbrich und Muschke zu den Ersten, die sich in dem neu gegründeten Gewerbepark Hartha Süd niedergelassen haben. Gewerbetreibende direkt vor Ort, die zu beköstigen wären, gibt es bisher wenige. Die Kantine im Untergeschoss des ehemaligen Inbit-Gebäudes ist dennoch gut besucht: "Es werden von Tag zu Tag mehr", berichten die Frauen zufrieden.

In die Imbiss-Branche sind beide vor ein paar Jahren gerutscht, wie sie sagen. Die gelernte Schleiferin Muschke nach ihrer Schwangerschaft. "Bei mir kam die Wende dazwischen", erklärt Beate Ulrich, ursprünglich Verkäuferin, mit einem Lächeln. Sieben Jahre lang haben sie zusammen in einem Imbiss in Waldheim gearbeitet. "Wir hatten soviel Verantwortung, dass wir uns ein eigenes Geschäft zugetraut haben." Marcus Kroll, der Inhaber des Gewerbeparks, war einer ihrer Kunden. "Er wusste, dass wir mit dem Gedanken spielen, uns selbstständig zu machen", erzählt Beate Ulbrich. Beide überlegten nicht lange als er sie später ansprach. "Die Räumlichkeiten mussten komplett umgestaltet werden", berichtet Cornelia Muschke mit Blick zur Küche. "Das war schon viel Arbeit." Kochstrecke, Geschirrspüler, Tische und Stühle, die Einrichtung konnten sie komplett vom Vorbesitzer übernehmen. Ihre Entscheidung bereuen sie bisher nicht. "Der Zuspruch, den wir bekommen, gilt jetzt uns", sagen die Frauen hörbar stolz. "Hartha hat bisher nichts vergleichbares." Und mit wachsenden Mieterzahlen im Gewerbepark kann der Zulauf nur besser werden beziehungsweise anhalten, hoffen sie.

"Gerade wollte ich Einkaufen gehen", erklärt Cornelia Muschke. Auf dem Weg aus dem Gebäude zeigt sie, wie sie sich die Zukunft vorstellen. Der Haupteingang von der Straße ist bereits im Entstehen. Und vor dem jetzigen Eingang, im Hinterhof, soll im Sommer ein Biergarten sein. "Der wird dann länger als 14 Uhr geöffnet haben", sagt sie vorfreudig. "Je nachdem, wie lange die Leute sitzen wollen."

 

 

 

 

 

Wo einst Elektromechaniker oder Mechatroniker weitergebildet wurden, ist ein paar Monate später ein Gewerbegebiet. Der Bildungsträger Inbit verlagerte seinen Standort Mitte des Jahres nach Döbeln. Anfang September gründete Marcus Kroll die Gewerbepark Hartha Süd GmbH. 5000 Quadratmeter Gebäudefläche gehören dem 26-Jährigen nun. In einem der vier Gebäudekomplexe ist er selbst mit seiner Firma EMSR-Technik Hartha untergekommen. Erst in diesem Jahr hatte er das Unternehmen für Schaltanlagen und die sieben Mitarbeiter von seinem Vater übernommen. "Als Unternehmerkind wusste ich ungefähr was mich erwartet", erklärt Kroll. Als Mieter und Kunde erfuhr er von der Standortverlagerung und kam mit Inbit ins Gespräch. "Da das Gelände nur als Komplex zu haben war, war ein Gewerbepark das beste Konzept." Ein Makler unterstützt ihn bei der Interessenten-Suche. Besonders hilfreich war die Stadt und deren Wirtschaftsförderer Uwe Rößger, wie der Waldheimer betont. Auch seine persönlichen Kontakte ließ er spielen, wodurch er zum Beispiel die "Cantina Hartha" "ins Boot holte". Ein Tischler, ein Klempner und ein Montageservice folgten. "Für gut zehn weitere Unternehmen ist Platz", schätzt Marcus Kroll. Als Mieter ist prinzipiell alles und jeder vorstellbar. Mit Ausnahme eines Bordells, wofür es schon eine Anfrage gab. "Denkbar wäre zum Beispiel auch eine Physiotherapiepraxis. Die Zugänge im Erdgeschoss sind barrierefrei möglich." Auch private Wohnungen soll es geben, gleich neben der Produktionshalle für Schaltanlagen und über dem Firmenbüro. Der Preis ist verhandelbar: "Je nachdem wie viel Fläche jemand abnimmt", erklärt der gelernte Kfz-Mechaniker. Und noch ein Argument für zukünftige Mieter hat er: "Um die Ordnung drumherum kümmern sich ein Hausmeister und eine Putzfrau." Als Unternehmer muss man Risiken eingehen, sagt Marcus Kroll. Das, was er eingegangen ist, hält er für überschaubar.

Wer daran interessiert ist Büro- oder Gewerberäume oder eine private Wohnung in dem Gewerbepark zu mieten, kann sich unter 034328/652625 oder gewerbepark-hartha@t-online.de melden.

Katharina Schultz

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