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Döbeln Challenge Roth: Döbelner Toni Boitz bei seiner ersten Triathlon-Langdistanz
Region Döbeln Challenge Roth: Döbelner Toni Boitz bei seiner ersten Triathlon-Langdistanz
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21:57 24.07.2014
Roth/Döbeln

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Von Manuela Engelmann

Der 29-Jährige finishte auch unter zehn Stunden - ein Ergebnis, für das der ehemalige Karateka und Fußballer ein dreiviertel Jahr intensiv trainiert hatte.

"Mensch - du hast gesagt, es würde nicht so weh tun, wie wenn man den Marathon einzeln läuft...", Toni Boitz schüttelt den Kopf. Sein Gang ist stockbeinig, doch er ist nicht der einzige, dem es so geht - in der Athletendusche hat er unzählige von seiner Sorte gesehen. Das Grinsen im Gesicht aber ist ihm nicht zu nehmen. Warum auch - sein "längster Tag" ist jetzt geschafft, er ist als 73. ins Ziel gekommen, nach 9:31 Stunden.

Begonnen hatte sein Tag zwischen drei und vier Uhr am Morgen. Aufstehen, Sachen zusammenraffen, schnell etwas essen. Und mit Sonnenmilch eincremen - es sollte wieder eine heiße Challenge werden für 5500 Athleten, 5700 freiwillige Helfer und über 200 000 Zuschauer.

Zehn Minuten nach den Profis, bei denen diesmal der Deutsche Timo Bracht und die Australierin Mirinda Carfrae das Rennen machten, darf Toni Boitz endlich ins Wasser des Main-Donau-Kanals steigen. 6.40 Uhr ist es da, und mittlerweile sitzt auch dem sonst recht coolen Athleten die Nervosität wie ein Kloß im Hals. An den Ufern haben sich Menschenmassen versammelt, genauso wie auf der großen Brücke, durch die die Athleten schwimmen und über die es anschließend auf die Radstrecke geht.

Im dritten Jahr erst ist der Döbelner im Triathlon unterwegs. Er schwimmt gut, wäre aber gern schneller gewesen. Nach 1:10:16 Stunden steigt er aus dem Wasser, noch einmal reichlich zwei Minuten später ist er bereit für die 190 Kilometer Rad - auf geht's! Die Sonne hat sich längst ihren Weg gebannt, prasselt unerbittlich, nur ab und zu schützen ein paar Wolken vor der direkten Einstrahlung. 330 Mal muss das Bayrische Rote Kreuz an diesem Tag eingreifen, so mancher Athlet muss aufgeben. Toni Boitz nicht. Er trotzt dem Wind auf der Radstrecke, genießt die Stimmungsnester, für die die Challenge im fränkischen Roth bekannt ist. Nach reichlich 70 Kilometern hat er sich den Kalvarienberg bei Greding hochgebissen und erreicht den ersten Stimmungshöhepunkt der Strecke: Am Solarer Berg warten über 20 000 Menschen auf die Radfahrer, tragen sie regelrecht hinauf. Toni Boitz, kennt die Strecke, hat die Challenge oft genug als Zuschauer verfolgt. Am Fuße des Berges sieht er seine Familie, Freunde, Kollegen in den Menschenmassen - das Grinsen behält er im Gesicht - was für ein Gefühl. "Das ist unglaublich. Das musst du erlebt haben", sagt er später, "und wenn es nur als Radfahrer in einer Staffel ist."

Hart bleibt es trotzdem. Nach 5:01:31 Stunden kann der Döbelner das Rad abgeben. Nur 1:07 Minute braucht er für den letzten Wechsel - Drittschnellster ist er mit dieser Zeit im gesamten Feld. Trotz der Mittagshitze geht er locker in den Lauf, er fühlt sich gut, der letzten Herausforderung gewachsen. Sein Tempo ist hoch - und bleibt es. Immer wieder überholt er andere, Schritt für Schritt nähert er sich dem Ziel. Zuletzt macht Toni Boitz an jeder Verpflegungsstelle Halt, Cola und Wasser sind jetzt seine ständigen Begleiter. Trotz der kurzen Pausen reicht es für eine immer noch überragende Marathon-Zeit - 3:16:32 Stunden, damit ist er beim Rennen an 36. Stelle. Das alles interessiert den 29-Jährigen nicht, als er ins Zielstadion in Roth einläuft. Der Döbelner weiß, dass er sein persönliches Ziel geschafft hat. Seine Augen suchen jetzt die Leute, die ihn den ganzen Tag über begleitet haben. Tempo raus. Abklatschen. Finishen. Genießen.

Die Challenge Roth (offiziell seit 2013 DATEV Challenge Roth) ist die Triathlon-Folgeveranstaltung des Ironman Europe, der von 1988 bis 2001 ebenfalls im mittelfränkischen Roth stattfand. Der Wettkampf ist Teil der Challenge-Weltserie.

In diesem Jahr waren 5500 Athleten am Start, 5700 Helfer sicherten die Veranstaltung ab.

Die Athleten absolvieren 3,8 Kilometer Schwimmen im Main-Donau-Kanal, 180 Kilometer auf dem Rad und abschließend 42,195 Kilometer entlang des Kanals. Das Ziel ist in Roth.

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