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Chaos vor der Schule: Mit dem Elterntaxi ins Klassenzimmer

Schulweg Chaos vor der Schule: Mit dem Elterntaxi ins Klassenzimmer

Der Morgen rast schon wieder dahin. Draußen regnet es auch noch. Eltern haben viele Gründe, ihr Kind mit dem Auto zur Schule zu fahren. Zweimal täglich verursachen sie Chaos vor mancher Schule. In der Döbelner Region gibt es gute und schlechte Beispiele, wie die Anfahrt funktionieren kann.

Schülerlotsin Susanne Postelt sichert den Schulweg der Kinder in Waldheim – vom Bus bis zur Grundschule.

Quelle: Sven Bartsch

Region Döbeln. Der Morgen rast schon wieder dahin. Draußen regnet es auch noch. Eltern haben viele Gründe, ihr Kind mit dem Auto zur Schule zu fahren. Zweimal täglich verursachen sie Chaos vor mancher Schule. In der Döbelner Region gibt es gute und schlechte Beispiele, wie die Anfahrt funktionieren kann.

Neuer Gehweg bis zur Schule in Döbeln

Am liebsten bis ins Klassenzimmer bringen viele Eltern ihren Nachwuchs an der Grundschule Am Holländer. „In der Summe ist das keineswegs sicher für die Kinder und vor allem chaotisch“, sagt Schulleiterin Elvira Flaschin. Dabei gebe es Alternativen: „Eltern könnten den neuen Gehweg von der Muldenterrasse zur Schule für ihre Kinder entdecken. An der Zufahrt am Gehweg gibt es Parkplätze. Die Kinder könnten 60 Meter zu Fuß laufen.“ In Gesprächen mit Eltern will sie für diese Variante werben. Nach ersten Elternabenden sind erfahrungsgemäß die neuen Erstklässler so fit, dass Mutti und Vati nicht mehr bis zum Klassenzimmer müssen. „Ich hoffe, dann entspannt es sich.“

An der Evangelischen Grundschule Technitz gibt es klare Regeln für die Elterntaxis. Am Hort gibt es einen Parkplatz. Dort werden die Kinder ausgeladen, laufen durchs Hortgelände hinunter zur Schule. „Nur zu Schuljahresbeginn müssen wir ein paar Erstklässler-Eltern erinnern, nicht direkt die Auffahrt zur Schule zu nutzen. Der dortige Parkplatz ist für die Lehrer“, sagt Schulleiterin Bärbel Turek.

Roßwein trägt Teil der Schulbuskosten

An der Roßweiner Weinberg-Grundschule hatte die Stadt eine Einbahnstraßen-Regelung erwogen, um das morgendliche Chaos zu begrenzen. Das scheiterte an der Mehrheit der Anwohner. „In den ersten Schulwochen sind die Mitarbeiter unseres Ordnungsamtes vor allem früh vor Ort, kontrollieren verstärkt den ruhenden Verkehr. Rettungswege und Zufahrten müssen frei bleiben, die Beschilderungen beachtet werden“, sagt Hauptamtsleiterin Michaela Neubert. Damit mehr Kinder aus dem Stadtgebiet von Roßwein den Schulbus nutzen können, übernimmt die Kommune zudem einen Anteil der Beförderungskosten. Der Landkreis trägt den Kostenanteil nur für jene Schüler, die weiter als drei Kilometer entfernt von der Schule wohnen. Durch das Einspringen der Stadt entspannt sich die Lage vor der Schule ebenfalls etwas.

Schülerlotsin hilft in Waldheim

Ordnungsamt und Polizei kommen vor Waldheims Grundschule, die auf dem Berg liegt, zum Einsatz, wenn die Lage zu extrem wird. In diesem Schuljahr, so Schulleiterin Angela Jurzik, habe es noch keinen Bedarf gegeben. Die Eltern halten am Tor vor der Schule und lassen ihre Kinder dort heraus – obwohl angeregt wird, die Kinder an der Gartenstraße aus dem Auto steigen zu lassen – dort, wo es eine Wendeschleife gibt und auch der Schulbus hält. Dort übernimmt eine Schülerlotsin und bringt die Kinder geordnet auf den Berg zum Schultor. Doch die wenigsten Eltern machen dies. Waldheims Schülerlotsin koordiniert deshalb auch die vielen Fahrzeuge und achtet darauf, dass kein Kind zu Schaden kommt.

Entspannte Situation in Hartha

In den letzten Jahren hat sich die Lage vor der Harthaer Pestalozzi-Grundschule entspannt: Zwar gebe es nach wie vor Eltern, die ihre Kinder direkt vor der Schule abladen, doch das hält sich in Grenzen. „Das Thema sprechen wir immer wieder an, zuletzt in der Schulkonferenz“, erklärt Schulleiter Wilfried Trumpold. So soll die Sachlage in den Köpfen der Eltern bleiben. „Die Lage ist nicht akut. Es passiert, aber nicht in Größenordnungen, die Kopfzerbrechen bereiten.“ Die Lage des Schulgebäudes gibt es her, sich zu sortieren. Es ist möglich, einmal ums Gelände herum zu fahren. In den Seitenstraßen ist es nicht so akut, wenn Eltern ihre Kinder abladen. Demnach bleibt die Lage entspannt, auch wenn die direkt angrenzende Oberschule ebenfalls Elterntaxen zu verzeichnen hat. Immerhin: „Ein Großteil der Schüler kommt zu Fuß oder mit dem Bus“, weiß Trumpold.

Halten am Lindenplatz in Leisnig

Vor der Grundschule Sigismund Reschke folgendes Bild: Autos fahren bis vors Schulportal, Kinder hopsen heraus, am besten noch auf der Fahrerseite, flitzen auf die Fahrbahn und rum ums Auto und in die Schule. Im selben Schulkomplex steht die Peter-Apian-Oberschule. Auch dortige Schüler werden per Auto gebracht. „Die Verkehrsführung am Lindenplatz gibt das im Grunde gar nicht her“, sagt Uwe Dietrich vom Bau- und Ordnungsamt. Unmittelbar an der Grundschule existiert ein großer Parkplatz. Die Kinder müssten nicht noch einmal eine Straße queren. Jedoch sind die zu Fuß Gehenden, aus Richtung Markt kommend, von den Elterntaxis gefährdet – vor allem, wenn sie zwischen den an der Straße abgestellten Autos die Fahrbahn betreten. Der Lindenplatz soll 2019 saniert werden, am Projekt wird gearbeitet. In dem Zuge könnte frühestens eine der Problematik angemessene Lösung aufgegriffen werden. Bis dahin könne nur an die Eltern appelliert werden, ihre Kinder auf dem Parkplatz oder im Stadtgebiet aus dem Auto zu lassen.

Stress mit Straßenbau in Sitten

Zur Emil-Naumann-Grundschule in Sitten kommen viele Kinder mit dem Bus. Die Haltestelle liegt direkt an der Schule. Wenige Meter entfernt existiert ein großer Parkplatz, von wo die per Auto anreisenden Kinder ohne Straßenquerung die Schule erreichen. Auch wenn autofahrende Eltern mit der Sicherheit der eigene Sprösslinge argumentieren – erst die zwischen Haltestelle und Schule herum kurvenden Autos machen das Kraut fett. Zu Schuljahresbeginn erschwerten Bauarbeiten die Lage. Dietrich: „Sind diese beendet, kann das wieder angesprochen werden.“

Ostrau mit Kiss- and Go-Zone

Während die Grundschule Großweitzschen mit Parkplätzen für Eltern auf dem Schulgelände keine Probleme bei der morgendlichen „Anlieferung“ der Kinder hat, haben sich die Verantwortlichen der Gemeinde Ostrau beim Neubau ihrer Grundschule vor acht Jahren von vorn herein dieses Themas angenommen. „Wir haben eine Kiss and Go-Zone eingerichtet. Die Eltern geben den Kindern einen Abschiedskuss, lassen sie dann schnell heraus“, so Schulleiterin Ingrid Przewloka. Bis das so reibungslos klappte, dauerte es eine Weile. „Anfangs hatten wir Startschwierigkeiten. Die Eltern haben zwar das Kiss verstanden aber nicht das Go und sind zum Teil mit den Kindern noch bis in die Garderobe gelaufen. Aber nach ein paar Gesprächen hat das dann funktioniert“, berichtet sie schmunzelnd.

Von DAZ-Redaktion

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