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Chemnitzer züchtet winterharte Kiwi-Pflanzen selbst

Kiwi-Beeren auf dem Bauernmarkt Chemnitzer züchtet winterharte Kiwi-Pflanzen selbst

Bei der Bezeichnung „Kiwi“ entsteht vorm geistigen Auge zumeist gleich der Anblick der faustgroßen grünen Früchte aus dem Obstregal. Es gibt jedoch auch Kiwi in Beerenform. Die Pflanzen sind winterhart und gedeihen in hiesigen Breiten. Werner Merkel aus Chemnitz weiß, wie.

Werner Merkel aus Chemnitz mit seinen Kiwi-Beeren. Er züchtet die Pflanzen selbst.

Quelle: Foto: Brauns

Klosterbuch. Kiwi? Die liegen doch im Obstregal vom Supermarkt... Am Sonnabend gibt es sie beziehungsweise Pflanzen der Kiwi-Beere auch auf dem Bauernmarkt von Klosterbuch, am Stand von Werner Merkel aus Chemnitz. Er züchtet sie selbst.

Das Interesse an dieser neuen Obstsorte wachse weltweit, so der Züchter. Um den steigenden Anforderungen an guten Sorten gerecht zu werden, sind in den letzten Jahren neue Fruchttypen aus deutscher und polnischer Zucht eingeführt worden. Allein von Werner Merkel aus Chemnitz stammen neun Sorten, die in der Landesanstalt für Weinbau in Veithöchstheim bei Würzburg auf Leistungsfähigkeit über Jahre geprüft und gemeinsam mit den Fachbetrieben für die Vermehrung selektiert worden sind.

Die „Kiwi Berrys“ haben eine glatte, dünne Schale

Diese Sorten werden als „Kiwi Berry“ bezeichnet, um den etwas abwertenden Namen „Mini-Kiwi“ abzulösen, aber auch den Unterschied zur Handelsfrucht „Kiwi“ deutlich zu machen. „Kiwi Berrys“ haben eine glatte, dünne Schale und so können die Früchte als Ganzes, also mit Schale, gegessen werden.

Werner Merkel, ehemaliger Ingenieur im Automobilbau, beschäftigt sich seit über 30 Jahren intensiv mit den Kiwi-Beeren. Aufgrund der Faszination und Vielfalt dieser Arten hat sich der leidenschaftliche Wildobst-Sammler auf dieses Beerenobst spezialisiert. Schwerpunktmäßig arbeitet er an der Zucht leistungsfähiger Sorten und deren Eignung für das mitteleuropäische Klima. Neben der bekannten Bayernkiwi wurde 2004 die „Sachsenkiwi“ in den Handel gebracht.

Neben seinen vielen Vorträgen publiziert Werner Merkel in verschiedenen Fachmagazinen und tritt als Ratgeber im Fernsehen auf, zum Beispiel in „Heim und Garten“ in ARD-Fernsehen oder bei MDR-Garten. Am Sonnabend können interessierte Gartenfreunde Werner Merkel auf dem Bauernmarkt im Kloster Buch direkt auf seine Züchtertätigkeit ansprechen.

Kiwi-Beeren wachsen dort gut, wo Himbeeren wachsen

Die Kiwi Berry, wie das Bio-Obst für den Garten und den Erwerbsobstanbau heißt, wird als neue Obstart in Bezug auf den Inhalt an Vitalstoffen und der chemiefreien Anbau-Kultur gepriesen. Merkel dazu: „Die Beeren sind in der Fruchtgröße und in Erziehung und der Schnitt mit dem Wein vergleichbar. Das Wurzelsystem gleicht aber mehr der Himbeere und verlangt dieselben Standortbedingungen. Wo Himbeeren erfolgreich kultiviert werden, bringt auch die Kiwi-Beere hohe Erträge.“ 18 bis 25 Kilogramm pro Pflanze, je nach dem Aufbau des Rankensystems, seien möglich.

„Die beerenartigen, teils traubenartig wachsenden Früchte werden immer wieder in Bezug auf die Fruchtgröße an den Kiwis aus dem Fruchthandel gemessen. Das ist aber unsachlich“, so Merkel. Die Kiwibeeren Actinidia arguta und ihre Hybriden sind zwar mit den sonst im Obstregal vertretenen Kiwi verwandt, aber nicht gleichzusetzen. „Innerhalb der Art und deren Hybriden der „Kiwi Berrys“, wie wir diese jetzt begrifflich zur Kiwi unterscheiden, gibt es erhebliche Unterschiede in der Fruchtgröße von sechs bus zwanzig Gramm, je nach Sorte.“

Ein weiterer deutlicher Unterschied zur Kiwi ist die Winterhärte der beerenartigen Kiwi-Arten aus den Wäldern Sibiriens und Nordchinas. Die Pflanzen der neuen Sorten „Kiwi Berry“ überstehen selbst Temperaturen von minus 30 Grad.

Von Steffi Robak

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