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Christian Groß geht bei Mountainbike-Weltmeisterschaft an den Start

Leisniger Radsportler reist nach Frankreich Christian Groß geht bei Mountainbike-Weltmeisterschaft an den Start

90 Kilometer und 3200 Höhenmeter wird der Leisniger Radsportler Christian Groß am Sonntag bestreiten. Er hat sich für die „UCI Mountainbike Marathon Weltmeisterschaft“ qualifiziert und arbeitet seit mehreren Monaten für diesen einen Tag. Sein gestecktes Ziel: „Ich will einen Mittelfeldplatz erreichen.“

Der Leisniger Radsportler startet am Sonntag bei der Mountainbike-Marathon-Weltmeisterschaft in Frankreich.
 

Quelle: Privat

Leisnig. 90 Kilometer und 3200 Höhenmeter stehen für Christian Groß am Sonntag auf dem Plan. Der Leisniger Radsportler vom „Team Storm-Biker“ beim SV Leisnig 90 hat sich für die UCI Mountainbike Marathon Weltmeisterschaft im französischen Laissac qualifiziert. Dass er dabei sein würde, erfuhr er im Sommer des vergangenen Jahres. „Ich war bei der Salzkammergut-Trophy in Österreich dabei, bin dort unter den Top-20 gelandet. Das war mein Ticket zur Weltmeisterschaft“, erinnert sich der 37-Jährige zurück. Seitdem wusste er, welche sportliche Chance sich ihm da ergab. Und er will sie nutzen. Auch wenn Christian Groß realistisch bleibt: „Bei der Weltmeisterschaft sind 200, vielleicht 250 Fahrer dabei. Die ersten 40 davon sind reine Profis. Das Rennen wird für mich vielleicht fünf Stunden dauern. Die Profis schaffen das in knapp vier Stunden“, so der Leisniger realistisch. „Ich strebe einen Mittelfeldplatz an.“ Die Tatsache, dass er gemeinsam mit eben solchen Profis auf der Strecke fährt, ist sein innerer Ansporn.

Die Salzkammergut-Trophy, bei der der Leisniger sein WM-Ticket löste, ist eins von zahlreichen Rennen, die übers Jahr verteilt weltweit stattfinden. Diese Rennen gehören zur sogenannten UCI Marathon World Series. Schafft man es dort einmal unter die besten 20 Teilnehmer zu kommen, ist man automatisch bei der Weltmeisterschaft dabei. „Ich habe nur langsam verinnerlicht, was mir da überhaupt passiert ist. Der Gedanke, an der Weltmeisterschaft teilzunehmen, reifte schließlich immer mehr.“ Ab diesem Zeitpunkt richtete Christian Groß sein Training darauf aus. „Ich habe mir den Luxus geleistet und einen Trainer genommen. Ein Bekannter von mir ist mit dessen Unterstützung Deutscher Meister geworden“, erklärt der Leisniger seine Motivation. Seit Oktober vergangenen Jahres arbeiten die beiden Männer gemeinsam an der Fitness des 37-Jährigen. Sein Fitnesszustand hat sich verändert, die Trainingspläne wurden angepasst. Zwölf Stunden, manchmal auch mehr, trainierte Christian Groß seitdem wöchentlich. Zusätzlich feilte er noch an seiner Athletik.

Ein Zeitfresser, keine Frage. „Meine Familie muss mich oft entbehren. Aber sie unterstützen mich dabei“, gibt sich der Leisniger gerührt. Seine Frau Kristin und die neunjährige Tochter Milica stecken oft zurück, halten ihm den Rücken frei. Auch seine Eltern geben ihm den nötigen Raum, seine sportliche Karriere voranzutreiben. Der 37-Jährige gibt aber auch zu: „Es bleibt viel auf der Strecke.“ Wenn Christian Groß am Freitagnachmittag in Richtung Frankreich aufbricht, werden Frau und Tochter an seiner Seite sein. „Wir verbinden die Weltmeisterschaft gleich mit einem Urlaub.“ Im Wohnmobil düst die kleine Familie gen Süden. „Wir wollten schon immer mal an die Côte d’Azur.“

Spätestens am Sonnabendvormittag will Christian Groß in Laissac ankommen, um an den Vorbereitungen teilzunehmen. „Den letzten Wettkampf vor der Weltmeisterschaft habe ich gut über die Bühne gebracht“, sagt der 37-Jährige. Im tschechischen Malevil musste er 95 Kilometer und 2600 Höhenmeter absolvieren. Der Leisniger startete gut ins Rennen und fand schnell seinen Rhythmus, hielt sich aber dennoch zurück. „Ich bin nicht volles Risiko in die Abfahrten gegangen.“ Die letzten zehn Kilometer waren, außer in den Abfahrten, technisch nicht besonders anspruchsvoll und relativ flach. Hier konnte Christian Groß noch zwei Kontrahenten überholen und fuhr an 15. Stelle nach vier Stunden und 40 Minuten über die Ziellinie. „Mit dieser Platzierung konnte ich meine WM-Teilnahme noch einmal bestätigen“, so Groß.

Der offizielle Startschuss für die Weltmeisterschaft fällt am Sonntag gegen 8.45 Uhr. „Es macht mich stolz, einmal im Nationaltrikot zu starten.“ Die Tatsache, dass er als Amateursportler einmal solch bedeutende Wettkampfluft schnuppern darf, treibt ihn an. „Bei normalen Wettkämpfen startest du einfach als Nummer, mitten im Gemenge. Bei der Weltmeisterschaft wirst du vorher namentlich aufgerufen.“ Mit der Startnummer 72 wird Christian Groß am Sonntag bei der Weltmeisterschaft in Frankreich an den Start gehen – begleitet von seiner Familie. Mit dabei: Sein Wettkampfrad – ein Scott, 29 Zoll. „Damit fahre ich alle meine Rennen. Insgesamt habe ich drei Räder zuhause. Rennrad, Mountainbike, Crossrad.“

Der Radsport gehört zu den finanziell intensiveren Sportarten. Wer im Wettkampfsport tätig ist, muss wohl oder übel auch mit höherem Verschleiß rechnen. Ohne Sponsoren kommt man da nicht weit. Gefunden hat Christian Groß die in seinem Verein SV Leisnig 90, seinem Arbeitgeber AEL Apparatebau GmbH sowie dem Solemed Leisnig und Jürgen Kusche. Jeder trägt seinen Teil zur WM-Teilnahme des Leisnigers bei. Letztendlich wird Christian Groß aber auf sich allein gestellt sein. Er und sein Rad. Irgendwo in Frankreich. An der Startlinie der Mountainbike-Marathon-Weltmeisterschaft.

Von Stephanie Jankowski

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