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Döbeln Crystal-Handel in Leisnig bringt vielfacher Mutter Haftstrafe ein
Region Döbeln Crystal-Handel in Leisnig bringt vielfacher Mutter Haftstrafe ein
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21:37 12.07.2018
Das Amtsgericht Döbeln hat eine Ex-Leisnigerin wegen Crystal-Dealerei verurteilt. Quelle: dpa
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Döbeln/Leisnig

Crystal-Handel ist kein Spaßdelikt. Das machte Richterin Karin Fahlberg am Donnerstag einer Enddreißigerin aus der Region Döbeln klar. Einen Tag nach dem Geburtstag der Angeklagten verurteilte das Schöffengericht unter Richterin Fahlbergs Vorsitz die Frau wegen des gewerbsmäßigen Handels sowie des Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zu einer Gesamtstrafe von einem Jahr und acht Monaten Haft. Ins Gefängnis muss die vielfache Mutter aber nicht, als nachträgliches Geburtstagsgeschenk gab das Gericht Bewährung.

Drogengeld ist schlechtes Geld

„Crystal stellt eins der schwierigen Suchtmittel dar. Sie wirken am Verfall anderer Leute mit, wenn Sie das verkaufen. Sie selbst haben den Konsum ja offensichtlich gut verkraftet, aber wenn Sie Leute hier sitzen sehen, die nur noch zittern und nicht mehr in der Lage sind, sich fünf Minuten zu konzentrieren, wird Ihnen die Tragweite des Konsums dieser Droge bewusst“, sagte die Vorsitzende, als sie das Urteil des Gerichtes begründete. „Drogengeld ist kein Geld, von dem man seine Kinder ernähren sollte“, riet die Vorsitzende der Angeklagten.

30 Gramm der schwerste Batzen

Dem Urteil liegt ein Geständnis der Frau zugrunde. Zuvor hatten Staatsanwalt Norbert Metzger und Verteidiger, Rechtsanwalt Peter Hollstein, eine Verfahrensabsprache mit dem Gericht getroffen. Das sicherte eine Strafobergrenze von 20 Monaten Haft zu, wenn die Angeklagte die Tatvorwürfe einräumt. So gestand sie, am 15. März 2017 vier Gramm Methamphetamin an einen Zeugen für 260 Euro und zwei Tage später knapp 30 Gramm Crystal an denselben Mann in ihrer Leisniger Wohnung verkauft zu haben. Einen dritten Anklagepunkt beerdigte das Gericht. Die Frau konnte sich daran nicht erinnern, sagte aber, dass es so gewesen sein könnte. Es ging um 1,85 Gramm Crystal. Das hätte das Kraut nicht fett gemacht. Der schwerste Batzen waren eh die knapp 30 Gramm mit einem Wirkstoffgehalt von rund 20 Gramm Methamphetamin, was das vierfache der geringen Menge ist und Besitz und Handel zu einem Verbrechen macht. Aufgeflogen war die Ex-Leisnigerin, weil ihr Abnehmer ins Visier der Polizei geriet. In seinem Verfahren gab er die Frau als Quelle für das Crystal an. Ein Jahr und vier Monate mit Bewährung lautete sein Urteil.

Schlussstrich gezogen

Die Frau erzählte auch, wie sie selbst dazu kam, die Droge zu nehmen. Als ihr Mann ins Gefängnis kam, fühlte sie sich überfordert. Darum griff sie zum Crystal. Nunmehr lebt sie in einer anderen Stadt und nimmt laut eigenen Aussagen keine Drogen mehr. Mit ihrem Geständnis wollte sie einen Schlussstrich ziehen unter diesen kriminellen Abschnitt ihres Lebens. Die Frau hat übrigens eine abgeschlossene Berufsausbildung und auch lange gearbeitet in ihrem Job.

Verurteilte muss clean bleiben

Die zweieinhalbjährige Bewährung hat das Gericht an drei wichtige Auflagen geknüpft. Zum einen unterstellte es die Angeklagte einem Bewährungshelfer, zum anderen muss sie die Suchtberatung besuchen. Außerdem darf sie keine Drogen mehr nehmen und muss dies mit entsprechenden zweimal im Jahr nachweisen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig

Von Dirk Wurzel

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