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Crystal-Junkies beschäftigen Döbelner Polizei

Crystal-Junkies beschäftigen Döbelner Polizei

In Döbeln wird die Rauschgiftkriminalität eine feste Größe im Alltag des Döbelner Polizeireviers. Besonders die Droge Crystal, die in der Stadt bestens verfügbar zu sein scheint, macht den Polizisten Sorgen.

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Quelle: dpa

Etwa 100 regelmäßige Konsumenten dieser Droge sind der Polizei bekannt. Neben Jugendlichen, die fast jede Woche bei Kontrollen unter Drogeneinfluss aus dem Verkehr gezogen werden, spielt die Beschaffungskriminalität zunehmend eine größere Rolle.

 

"18 bis 20 Euro kosten die Pillen. Jeden zweiten Tag brauchen die Betroffenen eine neue Ration. Das heißt statistisch für die Beschaffungskriminalität in der Stadt, dass bei etwa 100 Süchtigen im Jahr 364 000 Euro für Crystal irgendwie besorgt werden müssen", rechnet Andree Wagner, stellvertretender Leiter des Döbelner Polizeireviers, vor. Die Beschaffungskriminalität äußert sich dabei vor allem beim Diebstahl von Schrott und Buntmetall, im Klauen von Fahrrädern im großen Stil und beim Ladendiebstahl. Während die größeren Handelseinrichtungen die Ladendiebstähle und die danach folgenden Hausverbote durch ihre Detektive noch einigermaßen in den Griff bekommen, verlagert sich diese Form der Beschaffungskriminalität zunehmend auch in kleinere Geschäfte (die DAZ berichtete).

 

Die betroffenen Crystal-Junkies sind nach Polizeiangaben größtenteils dem Schulalter entwachsen. Bis Mitte 30 reicht das Alter der bekannten regelmäßigen Crystal-Konsumenten in Döbeln. Die Polizei selbst kämpft dabei nur an der Spitze des Eisbergs und zieht jede Woche mindestens zwei junge Leute mit Hilfe von Drogentests aus dem Straßenverkehr. Das bedeutet fast immer Führerscheinentzug auf lange Sicht, hohe Geldstrafen und meist Jobverlust einhergehend mit dem Verlust der Mobilität. "Und den Führerschein gibt es in der Regel auch so schnell nicht wieder. Zumindest nicht bevor der Betroffene nicht nachweislich und schon länger vollkommen clean ist", so Andree Wagner.

 

Eine Lösung des Problems kann die Polizei dabei nicht wirklich anbieten. Der Markt wird mit der Labordroge überschwemmt. "Könnte man nicht das Problem mit Hilfe von Streetworkern und Sozialarbeit für diese Zielgruppe besser in den Griff bekommen?", schlägt Kati Vogt vom Treibhausverein Döbeln zu diesem Thema vor. Das Problem: Für Kinder und Jugendliche bis 18 beziehungsweise 21 greift das Jugendschutzgesetz und es wurden gerade an vielen Schulen der Region Schulsozialarbeiter eingestellt. Doch die Crystal-Abhängigen fallen durch das Raster der Hilfsangebote, weil sie meist dem Jugendalter entwachsen sind.

 

Insgesamt gab es in der Stadt Döbeln im vergangenen Jahr laut Kriminalstatistik 1977 Straftaten. Das ist ein Zuwachs von 118 gegenüber 2011. Eine fahrlässige Tötung und der Döner-Mord vom November 2011 stehen in der Kriminalstatistik 2012. Registriert wurden weiterhin 14 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (acht weniger als im Vorjahr), darunter eine Vergewaltigung und viermal sexueller Missbrauch von Kindern. Raub und räuberische Erpressung wurden 16-mal registriert, Körperverletzungen 122 (17 weniger als 2011). Eine deutliche Zunahme gibt es beim Diebstahl mit 904 Fällen (davon 423 als Einbruchdiebstahl). Insgesamt stieg die Zahl dieser Eigentumsdelikte um 172 Fälle an. Ebenfalls angestiegen, ist die Zahl der Sachbeschädigungen in Döbeln mit 239 (plus 28 gegenüber dem Vorjahr). Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (Drogen) gab es 54, das sind 29 mehr als 2011.

 

Das Polizeirevier verzeichnet für Döbeln seit 2010 wieder eine Zunahme von Straftaten. Parallel wurden seit 2010 im Revier Polizeistellen nicht neu besetzt, wenn Beamte in den Ruhestand gingen. Von ehemals drei Kommissariaten in Döbeln gibt es aktuell noch zwei.

Thomas Sparrer

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