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Döbeln Crystal von den Tschechen mitgebracht: Jugendstrafe für junge Dealerin aus Döbeln
Region Döbeln Crystal von den Tschechen mitgebracht: Jugendstrafe für junge Dealerin aus Döbeln
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Aus Tschechien hatte eine 19-Jährige Döbelnerin bringt ordentlich Crystal mitgebracht. Die Quittung gab es im Amtsgericht Döbeln. Quelle: Polizei
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Döbeln

Es gibt gutes Crystal und schlechtes Crystal, „Pico“ genannt. Darum ging es am Mittwoch unter anderem in einem Prozess im Amtsgericht Döbeln. Einer fast 20-jährigen Döbelnerin lag zur Last, 20 Gramm Crystal aus Tschechien eingeschmuggelt zu haben und davon zehn Gramm in Döbeln verkauft zu haben. Außerdem soll die junge Frau in einer Döbelner Videothek ein gebrauchtes Mobiltelefon gekauft haben. 100 Euro gab sie bar, 60 Euro – den Rest des Kaufpreises – bezahlte sie mit Karte. Was jedoch nicht funktionierte, weil das Konto nicht gedeckt war. Das habe sie gewusst und so den Verkäufer getäuscht, meinte die Staatsanwaltschaft, die die junge Frau der Drogenverbrechen und des Betruges beim vorm Jugendschöffengericht angeklagt hatte.

„Das Zeug war gelb. Man hat davon Halsschmerzen bekommen“, sagte die Zeugin, die den Stoff von der jungen Frau gekauft hatte. An die zehn Gramm konnte sie sich noch erinnern, nicht aber an den Preis. Von der Fahrt nach Tschechien habe sie ebenfalls gehört, eigentlich sollte sie mitfahren.

Als Erwachsene härter bestraft

„In der Szene wir viel geredet, um seine eigene Position zu stärken. Da wird viel gepranst. Die Zeugin weiß hier nur vom Hörensagen zu berichten“, sagte Rechtsanwalt Thomas H. Fischer, der die junge Frau verteidigte. Er hielt die Aussage der Frau nicht für ausreichend, um seine Mandantin der unerlaubten Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zu überführen. Was den ebenfalls angeklagten Drogenhandel anging, hielt er seine Mandantin für schuldig. Sechs Monate Jugendhaft mit Bewährung lautete darum sein Antrag. Die Verteidigungsstrategie mutete seltsam an. Zunächst erklärte Rechtsanwalt Fischer, seine Mandantin bestreite die Tatvorwürfe und werde sich nicht äußern. Auf weitere Zeugen verzichtete Thomas H. Fischer aber dann.

Staatsanwalt Thomas Hinke war überzeugt, dass die Angeklagte auch das Crystal eingeschmuggelt hatte und stützte diese Überzeugung auf die Aussage der Zeugin. „Das Delikt erfüllt den Verbrechenstatbestand, das bedeutet: Mindestens ein Jahr Haft. Wer Crystal einführt und verkauft, läuft Gefahr, inhaftiert zu werden. Ich sage das mit Blick auf Ihre Zukunft“, gab er der Angeklagten mit auf den Weg. Thomas Hinke sah die junge Frau ebenfalls als Jugendliche an und plädierte dafür, das Jugendstrafrecht anzuwenden und acht Monate Haft mit Bewährung zu verhängen.

Als Mutter Vorbildfunktion

Im Strafmaß kam das Gericht Rechtsanwalt Fischer entgegen, in der Schuldfeststellung dem Staatsanwalt. Sechs Monate Jugendhaft mit Bewährung wegen der unerlaubten Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge und dem unerlaubten Handeltreiben mit Betäubungsmitteln lautete das Urteil. „Wir können uns hier auf die Ausführungen des Staatsanwaltes beziehen“, sagte Richterin Marion Zöllner, die Vorsitzende des Jugendschöffengerichts, als sie dessen Urteil begründete. Zwei Jahre dauert die Bewährungszeit. Als Auflage gab es nicht nur Arbeitsstunden, sondern auch die Verpflichtung, dem Handyverkäufer den Restbetrag zu zahlen. Vom Tatvorwurf des Betruges sprach das Gericht die junge Frau jedoch frei. Es war ihr nicht nachzuweisen, dass sie den Mann täuschen wollte. Er hatte zudem auch zu spät gemerkt, dass die Überweisung nicht klappte. Sie hatte gedacht, das geht in Ordnung mit der Kartenzahlung. Verteidiger und Staatsanwalt hatten übrigens unisono Freispruch vom Betrug gefordert.

Richterin Zöllner gab der Fast-20-Jährigen noch eine Ermahnung mit auf den Weg: „Sie sind Mutter und sollten ihre Vorbildfunktion ausüben, dafür sorgen, dass ihr Kind nie mit Drogen in Berührung kommt.“

Das Urteil ist rechtskräftig.

Von Dirk Wurzel

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