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DB will Strecke verpachten

DB will Strecke verpachten

Die Deutsche Bahn will die Strecke Döbeln-Meißen-Triebischtal an einen anderen Betreiber abgeben. Findet sich kein Interessent, droht nach einem bereits erfolgten Ausdünnen der Verbindungen im schlimmsten Fall eine Stilllegung der Strecke.

Region Döbeln.

 

 

 

 

 

 

 

Aufgrund der Kürzungen im Regionalverkehr in Sachsen und der fehlenden Sicherheit, was das Bestellen von Zügen durch die Verkehrsverbünde betrifft, sei die Vorhaltung der Infrastruktur für die Deutsche Bahn nicht mehr wirtschaftlich darstellbar, heißt es. Denn diese Vorhaltung sei mit erheblichen Investitionen verbunden. "Aktuell haben wir auf dem Streckenabschnitt Döbeln-Meißen-Triebischtal 200 bis 300 Reisende pro Tag", informiert die Pressestelle. Die Verkehrsverbünde hätten hier im vergangenen Jahr massiv Leistungen abbestellt. Tatsächlich wurde zwischen Döbeln und Nossen vom Stundentakt auf Zweistundentakt umgestellt.

Der aktuelle Versuch der Verpachtung der Strecke müsse laut Bahn als Reaktion darauf gesehen werden. Das Ins-Spiel-Bringen anderer Infrastrukturbetreiber sei nicht unüblich. Diese Variante eröffne für die Strecke langfristig Perspektiven, da Dritte anders kalkulieren könnten.

Der Nossener Grünen-Stadtrat Peter Wunderwald ist ziemlich optimistisch, dass sich für den Abschnitt Meißen-Döbeln ein neuer Betreiber findet. "Ich sehe da keinesfalls schwarz. Die Strecke befindet sich in einem guten Zustand, weil in den vergangenen Jahren viel Geld hineingeflossen ist." Zudem seien nach seinen Erfahrungen die Züge recht gut ausgelastet. "Ich bin erst vor kurzem mit dem Zug von Nossen nach Dresden gefahren. Da war fast jeder Platz besetzt." Ein weiterer Vorteil sei, dass die Anschlussstelle Rhäsa-Nossen mit zum Angebotspaket gehöre. Diese, so Wunderwald, ist wegen des Tanklagers für den Güterverkehr attraktiv. "Es geht mit Sicherheit auf diesen Strecken weiter. Doch es ist wichtig, dass die Öffentlichkeit an der Sache dran bleibt", so der Stadtrat.

Es besteht auch die Möglichkeit, dass die Deutsche Bahn AG mit ihrer Ankündigung die Verkehrsverbünde unter Druck setzen will, wieder mehr Züge auf der Strecke zu bestellen. Falls das stimmt, läuft dieser Druck ins Leere, versichert Silke Dinger, Pressesprecherin des Verkehrsverbundes Mittelsachsen (VMS), der für den Abschnitt Döbeln-Nossen zuständig ist. "Es ist kein Geld da, mehr Züge fahren zu lassen. Wenn es zwischen Döbeln und Meißen mehr Verbindungen geben soll, müssten wir auf anderen Strecken Züge abbestellen. Das wäre aber nur eine Verlagerung des Problems", so Dinger. Die Krux sei, dass Sachsen insgesamt weniger Geld für den Öffentlichen Personennahverkehr zur Verfügung stellt. Dinger: "Für den VMS bedeutet das nach den Einschnitten in diesem Jahr, dass 2012 das Angebot noch einmal um acht Prozent gekürzt werden muss." Dringenden Handlungsbedarf, weil die Bahn Netz AG die Strecke Döbeln-Meißen los werden will, sieht Dinger zurzeit nicht für den VMS. "Wir haben Verträge mit DB Regio. Und von da kam bislang kein Zeichen, dass nicht mehr gefahren werden kann."

Brenzlig könnte es werden, wenn sich doch kein anderer Betreiber für die Strecke findet. Einfach dicht machen darf die DB Netz AG aber auch dann nicht. Sie müsste die Genehmigung einer Stilllegung beim Eisenbahnbundesamt (EBA) beantragen. Dass das wirklich zustimmt, sei zumindest fraglich, so Peter Wunderwald. Auf jeden Fall müsste sich das EBA vor Genehmigungserteilung mit der obersten Verkehrsbehörde des Freistaates ins Benehmen setzen - das ist das Ministerium für Wirtschaft und Arbeit.

Die bündnisgrüne Landtagsabgeordnete Eva Jähnigen will gar nicht so lange warten. Sie fordert ein sofortiges Eingreifen des Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU). "Ministerpräsident Tillich muss schnellstens mit der Deutschen Bahn über eine Ausbau- und Finanzierungsstrategie für die sächsischen Bahnstrecken verhandeln", so Jähnigen auch mit Blick auf Döbeln-Meißen. Eine Mitschuld an der gegenwärtigen Entwicklung sieht die Bündnisgrüne bei der Staatsregierung: "Wer die ÖPNV-Mittel drastisch kürzt und über den notwendigen Streckenerhalt nicht einmal nachdenken will, provoziert solche Reaktionen. Die Regierung muss bei der ÖPNV-Finanzierung ihren Sparkurs verlassen." Olaf Büchel

 

-Standpunkt

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