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Döbeln DNA-Analyse überführt Waldheimer
Region Döbeln DNA-Analyse überführt Waldheimer
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19:13 05.10.2012
BildunterschriftAls Blindtext wird Text bezeichnet, den man bei der Gestaltung von Publikationen verwendet, wenn der eigentliche Text noch nicht vorliegt. Mit Hilfe des

Weil er einen geistig behinderten Mann sexuell missbrauchte, verurteilte Richter Janko Ehrlich gestern Frank B. zu einem Jahr Haft ausgesetzt auf zwei Jahre Bewährung. Um der Gefängnisstrafe zu entkommen, darf er sich zwei Jahre nichts zu Schulden kommen lassen.

Für Strafrichter Ehrlich am Amtsgericht Döbeln stand fest, dass der Arbeitslose vor zwei Jahren den damals 35-jährigen Torsten* in sein Gartenhäuschen in Waldheim gelockt hatte, als dieser gerade mit dem Hund Gassi ging. In der Laube zog P. seinem Opfer Hose und Schlüpfer aus und berührte Torsten unsittlich.

Trotz erdrückender Beweislast konnte Staatsanwältin Ullmann den Angeklagten nicht zu einem Geständnis bewegen. Das hätte dem 59-Jährige eine geringere Strafe eingebracht und dem Opfer die Belastung durch eine erneute Zeugenaussage erspart. Denn dass den Mann - Gutachter Dr. Steffen Dauer nannte ihn einen "sehr lieben und naiven Menschen" - die Vernehmung emotional aufwühlte, war deutlich zu spüren. Am Abend nach der Tat habe Torsten kaum mit seinen Eltern gesprochen, sagte die Mutter. Am nächsten Tag fand sie einen Zettel, auf dem ihr Sohn das Erlebte schilderte. In dem Schriftstück nannte er Ross und Reiter und setzte damit die Ermittlungen in Gang. So fertigten die Experten beim Landeskriminalamt eine DNA-Analyse an. Sie fanden auf Torstens Kleidungsstücken entsprechende Spuren des Angeklagten und auch vom Träger der Sachen. Es gilt demnach als gesichert, dass die DNA nur von diesem beiden Männern stammen kann. Zudem ließ das Gericht die Glaubhaftigkeit des Opfers vom Psychologen Dr. Steffen Dauer untersuchen. "Es ist nicht wahrscheinlich, dass Torsten ohne Erlebnishintergrund diese Aussage hätte machen können", sagte der Sachverständige und bescheinigte Torsten damit Glaubhaftigkeit.

Der Staatsanwältin reichten Beweise und Indizien, um den Angeklagten für schuldig zu halten. Sie forderte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr mit Bewährung. P.s Verteidigerin Rechtsanwältin Peggy Wetzig kritisierte in ihrem Plädoyer das angeblich schlampige DNA-Gutachten. Zudem sagte sie, dass Torstens Aussage auch durch Eingebungen von außen zustande gekommen sein könnte. Sie forderte einen Freispruch für ihren Mandanten, der den Tatvorwurf abstritt.

"Der Geschädigte konnte uns verbal und nonverbal schildern, was damals vorgefallen ist", sagte Richter Janko Ehrlich, der Frank P. wegen "sexuellen Missbrauchs widerstandsunfähiger Personen" verurteilte. "Dass der Mann geistig behindert ist, hätten Sie mitkriegen müssen", sagte er zu dem Waldheimer. Mit seinem Verhalten vor Gericht habe sich der Angeklagte "selbst ins Knie geschossen", so Richter Ehrlich. Neben der höheren Strafe können auch enorme finanzielle Belastungen auf Frank P. zukommen. Allein das Gutachten des Psychologen habe 3000 Euro gekostet. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

*Name geändert

Dirk Wurzel

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