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Daniel Reddiger: „Die Mannschaft gehört unter die ersten Fünf der Tabelle“

Neuer Trainer für HSG-Frauen Daniel Reddiger: „Die Mannschaft gehört unter die ersten Fünf der Tabelle“

Er spielte selbst jahrelang Handball bei der HSG Neudorf-Döbeln, jetzt kehrt er als Trainer der ersten Frauenmannschaft zurück: Der Oschatzer Daniel Reddiger leitet ab sofort die Geschicke der Sachsenliga-Frauen und hat klare Zielsetzungen im Gepäck. Mit der DAZ sprach er über die Herausforderung, ein ambitionierter Trainer zu sein.

HSG-Trainer Daniel Reddiger äußert klare Forderungen an seine Sachsenliga-Handballerinnen: Weniger Tempo, mehr Sortieren.

Quelle: René Helm

Döbeln. Vor vollendete Tatsachen stellte Ex-Trainer Bernd Berthold die HSG Neudorf-Döbeln vor wenigen Wochen. Der Trainer der ersten Frauenmannschaft warf kurzerhand das Handtuch, ließ Verein und Spielerinnen im Regen stehen. Die Herausforderung: Mitten in der Saison einen Ersatz zu finden. Fündig geworden ist der Döbelner Verein bei Daniel Reddiger. Der 26-Jährige ist bei der HSG kein Unbekannter, stand knapp zwei Jahre selbst für Neudorf-Döbeln auf dem Parkett. Jetzt leitet er die Geschicke der Sachsenliga-Handballerinnen und bringt eine gehörige Portion Motivation mit.

Frage: Herr Reddiger, von der Vertragsaufhebung Bernd Bertholds bis zu Ihrem „Dienstantritt“ vergingen nur wenige Tage. Das klingt nach einer schnellen Entscheidung?

Daniel Reddiger: Das war es auch. Als der Anruf von Döbeln kam, musste ich nicht lange überlegen. Die Sachsenliga ist das Niveau, auf dem ich agieren will.

Sie wohnen in Oschatz, spielten aber selbst jahrelang bei der HSG Neudorf-Döbeln – warum damals der Weggang?

Ich habe vor etwa vier Jahren in Döbeln Handball gespielt. Parallel dazu war ich als Trainer der Verbandsliga-Frauen bei der HSG Riesa/Oschatz aktiv. Irgendwann stand der Wunsch nach einer Familie im Raum, also musste ich mich entscheiden: Entweder ich bin weiterhin Spieler oder ich konzentriere mich auf das Traineramt. Die Kontakte nach Döbeln sind aber nie abgerissen. Das ist vermutlich auch der Grund dafür, warum der Verein jetzt auf mich zugekommen ist. Das ist natürlich ein gutes Gefühl, zu wissen, man ist noch in den Köpfen früherer Mitstreiter.

Offensichtlich fiel die Entscheidung auf das Trainer-Dasein?

Mannschaften zu trainieren hat mich immer erfüllt. Ich war vorher schon geraume Zeit als Jugendtrainer – damals noch bei SC Riesa – tätig.

Und zuletzt haben Sie in Riesa/Oschatz trainiert?

Die letzte halbe Saison habe ich weder trainiert noch gespielt, wollte mich eigentlich ein wenig zurücknehmen, um mehr Zeit für die Familie zu haben.

Bei der HSG Riesa/Oschatz konnten Sie viel Positives bewirken. Bringen Sie solche Ambitionen mit nach Döbeln?

Der Aufstieg in der vorletzten Saison mit RIO in die Sachsenliga war ein großer Triumph. In Döbeln kann von Aufstieg vorerst keine Rede sein, aber zumindest der Klassenerhalt steht außer Frage. Vorrangig geht es jetzt erstmal darum, Ruhe einkehren und die Mannschaft wieder zu gewohnter Stärke finden zu lassen.

Was glauben Sie, worin Ihre Stärken als Trainer liegen? Warum sind Sie der Richtige für die HSG Neudorf-Döbeln?

Ich arbeite nach dem Prinzip „Retten, Finden, Angreifen“. Der Erfolg einer Mannschaft hat viel mit Geduld zu tun. In der ersten Saison muss das Beste aus der Situation gemacht werden. In der nächsten Saison kann man sich auf das Wesentliche konzentrieren, zueinander finden. Und schließlich wird angegriffen – mit der erlangten Stärke.

Eine solide Grundlage schaffen, bevor es in die Vollen geht?

Richtig. Die Mannschaft hier ist gespickt mit jungen Spielerinnen genauso wie mit erfahrenen. Die Mischung ist eine tolle Basis auf die ich aufbauen möchte. Das erfordert viel Zeit und auch Vertrauen.

Apropos Vertrauen: Wie wurden Sie von der Mannschaft aufgenommen? Gab es Vorbehalte oder Unsicherheiten?

Einige wenige Spielerinnen kenne ich noch aus meiner Zeit bei der HSG Neudorf-Döbeln. Wir müssen uns jetzt erst einmal kennen lernen, aber ich habe beste Voraussetzungen, mit denen ich arbeiten kann.

Zum Beispiel?

Hier sind viele Handballerinnen dabei, die richtig was drauf haben. Trotz der Umstände ist die Mannschaft in einem hervorragenden Zustand.

Dabei begann die Saison nicht besonders vielversprechend.

Die Mädels hatten einen schlechten Start, haben sich in den letzten Spielen aber wieder angriffslustig und motiviert gezeigt. Daran müssen wir festhalten. Die Mannschaft gehört unter die ersten Fünf – so viel steht fest.

Im Derby gegen den VfL Waldheim ging die Mannschaft als Sieger vom Platz. War das dringend nötig?

Unbedingt. Die Mädels konnten dort unheimlich viel Selbstvertrauen tanken.

Gibt es eine Taktik für die zweite Saisonhälfte oder lassen Sie alles auf sich zukommen?

Mein Vorgänger hat viel Wert auf ein schnelles Spiel gelegt. Da will ich in Zukunft ein bisschen die Geschwindigkeit rausnehmen. Die Mädels sollen sich mehr sortieren, das ist der Ansatz, den wir verfolgen wollen. Auch eine defensivere Abwehr würde ich mir wünschen.

Sie arbeiten als Erzieher in einer Kindertagesstätte, haben einen zweijährigen Sohn. Hilft Ihnen das bei der Ausübung Ihres Traineramtes?

Eine gewisse Sozialkompetenz und Feingefühl sollten zumindest menschlich vorhanden sein. Ich wurde bisher gut aufgenommen, fühle mich fast ein bisschen heimisch bei der HSG Neudorf-Döbeln. Wenn das zwischenmenschliche Miteinander funktioniert, sind das schon mal gute Voraussetzungen.

Das erste Spiel der zweiten Saisonhälfte wird gegen Ihre „alte“ Mannschaft der HSG Riesa/Oschatz stattfinden – eine seltsame Situation?

Das ist schon ein komisches Gefühl, allerdings scheue ich mich nicht vor Herausforderungen und bin immer auf der Suche nach neuen Impulsen. Nichts ist schlimmer als irgendwann eingefahren zu agieren. Das Geheimnis eines guten Trainers ist es, das Niveau über Jahre hinweg halten zu können und nicht nachzulassen.

Von Stephanie Jankowski

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