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Das Ende von Berndts Gut: Abriss bis Ende 2012

Das Ende von Berndts Gut: Abriss bis Ende 2012

Manuela Liegner ist beunruhigt. Sie wohnt neben Berndts Gut und befürchtet jeden Tag aufs neue, dass der Giebel des Gebäudes auf ihr Grundstück stürzt oder jemanden verletzen könnten.

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Bald Geschichte: Das einstige Schmuckstück im Kiebitzer Dorfkern - jetzt einsturzgefährdete Ruine - wird wahrscheinlich bis Ende des Jahres abgerissen. Einen Teil von Berndts Gut ließ das Landratsamt Mittelsachsen bereits 2003 einschubsen - damals fielen Ziegel auf die Straße.

Quelle: Wolfgang Sens

Kiebitz. Jüngst war ein Teil des Daches eingestürzt. In der letzten Ortschaftsratssitzung wurde das weitere Vorgehen erneut thematisiert. Ostraus Bürgermeister Dirk Schilling informierte dabei über den Entschluss des Landratsamtes LRA Mittelsachsen, die Gebäude bis Ende des Jahres abzureißen.

 

Auf DAZ-Anfrage erklärt Cornelia Kluge vom LRA: "Die Bauaufsichtsbehörde wurde vom Ortschaftsrat informiert. Vom teilweisen Einsturz waren die Dachdeckung mitsamt eingebrochenen Dachsparren und Latten in das Gebäude gefallen." Nach Aussage der Pressesprecherin habe sich der Zustand damit weiter verschlechtert, aber die Gefahrensituation nicht akut erhöht. "Eine Überprüfung vor Ort, einschließlich Dokumentation, wird durch die Mitarbeiter der unteren Bauaufsichtsbehörde im Laufe der Woche erfolgen", so Kluge weiter. Dem Eigentümer würden nun letztmalig Fristen zum eigenständigen Handeln vorgegeben und erst bei deren erfolglosen Ablauf könne die Ersatzvornahme angegangen werden, heißt es aus dem LRA. Eine Ersatzvornahme sei nur bei akuter Gefährung der Öffentlichkeit einzuleiten. Die Behörde ginge dabei finanziell in die Vorkasse für den Abriss, versuche aber danach zur Finanzierung der Arbeiten an den Eigentümer zu gelangen. "Dabei sind spezielle formelle Verfahren einzuhalten, da die Postzustellungsadresse des Eigentümers nicht bekannt ist", erläutert Cornelia Kluge. Jetzt gelte eine vierwöchige Frist nach öffentlicher Bekanntmachung.

Nach Auffassung des Landratsamtes sollte es zwar nicht so weit kommen müssen, dass das Amt mit Steuergeldern ein privates Gebäude abreißen lässt und es dann ungewiss ist, ob das Geld vom Eigentümer erstattet wird. Jeder Eigentümer habe Pflichten und allgemein ist zu erwarten, dass er diesen nachkommt. Viele Eigentümer seien auch am unbewohnten Eigentum so weit tätig, dass zumindest der Zustand gewahrt bleibt oder einsturzgefährdete Bauteile entfernt werden. Jedoch zeige die Praxis - wie an diesem Beispiel - dass es auch Ausnahmen gibt. Dann gibt die Sächsische Bauordnung die Rechtsgrundlage für das Handeln der unteren Bauaufsichtsbehörde, so Pressesprecherin Cornelia Kluge abschließend.

 

 

Berndts Gut war ein großes Kiebitzer Gut: ein um 1743 in Fachwerkbauweise errichtetes Schmuckstück inklusive 4113 Quadratmeter großem Grundstück.

Im Februar 2000 sprachen Bürger bei einer Gemeinderatssitzung den Zustand der Gebäude an: Ziegel fielen auf die Straße.

Im September 2001 soll das Gut versteigert werden.

2003 ließ der Landkreis Döbeln einen Teil des Dachstuhls eindrücken, damit nichts mehr auf die Straße fällt.

Im November 2009 initiierte Ortsvorsteher Frank Tänzer eine Unterschriftensammlung für den Abriss. Im Dezember besichtigte das Landratsamt LRA und erkannte den Handlunsgbedarf. Suche nach Eigentümer begann - ohne Erfolg.

2010/11: Das Gut verfällt zusehends. Es gibt wiederholte Ortsbegehungen, aufgrund Absperrung würde sich Gefahr für Bürger minimieren, so das Landratsamt. Anwohner und Ortsrat machen sich weiterhin stark.

Juni/August 2012: Thema wird mit neuem Bürgermeister Dirk Schilling diskutiert. Das LRA erstellte Gutachten und wolle bis Ende des Jahres abreißen.

 

N. G. Allner

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