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Döbeln Das Leck ist weg: Kleinkindbecken wieder in Betrieb
Region Döbeln Das Leck ist weg: Kleinkindbecken wieder in Betrieb
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16:53 06.02.2018
Stadtwerkechef Gunnar Fehnle und Badleiter Lutz Liebmann (r.) können die Absperrbänder endlich beseitigen. Das Kinderbecken ist wieder gefüllt und geprüft. Quelle: Sven Bartsch
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Döbeln

Die Durststrecke für alle Eltern mit Kleinkindern ist vorbei: Am Mittwoch oder spätestens am Donnerstag soll das Kinderbecken in der Schwimmhalle des Döbelner Stadtbades wieder für alle Kleinkinder und Babys nutzbar sein. Für die kleinsten Besucher im Stadtbad gab es nämlich seit einigen Monaten kein entsprechendes Planschbecken.

Schluss mit dem Herumgedoktere

Kurz nach Beginn der Hallensaison im September 2017 war an dem Kleinkindbecken ein Leck festgestellt worden. Bevor es den Badegästen in den Umkleiden unter dem Kinderbecken auf die Köpfe tropft, wurde das Wasser abgelassen. Die Fehlersuche gestaltete sich schwierig. „Wir wollten zuerst die Handwerksfirmen ran lassen, welche das Becken bei der Badsanierung 2002 errichtet hatten. Doch die im Westen sitzende Firma ist so ausgelastet, dass es extrem zeitaufwendig war, mal einen Monteur für eine Fehlersuche oder Reparatur nach Döbeln zu bekommen“, umschrieb Simone Jentzsch das Problem, die bei den Stadtwerken für das Stadtbad verantwortlich ist. Im Umfeld des Kinderbeckens wurden die Fliesen geöffnet. Bei einer ersten Fehlersuche glaubten die Fachleute das Leck gefunden zu haben. Doch das war ein Trugschluss. Es tropfte weiter. Die Stadtwerke als Betreiber wollten im Dezember schon einen Schlussstrich unter dem Herumgedoktere an dem Kinderbecken ziehen.

„Wollen ein familienfreundliches Bad sein“

„Wir haben uns darüber schwarz geärgert. Wir wollen ein familienfreundliches Bad sein und dann ist der Kleinkindbereich mit dem Rutsch-Elefanten über Wochen abgesperrt“, sagte Stadtwerkechef Gunnar Fehnle. Er war schon soweit, ein komplett neues Kinderbecken bauen zu lassen. Die Gesellschafterversammlung der Stadtwerke hatte ihm dafür im Dezember sogar schon 60 000 Euro Investitionskosten eingeräumt. Im Sommer 2018 sollte es losgehen. Doch jetzt fand sich eine billigere und vor allem schnellere Lösung für das Problem: Nach einigen Anläufen war es nun doch gelungen, die Fachfirma nach Döbeln zu holen, die das Becken 2002 eingebaut hat.

„Der Fehler lag da, wo ihn Badleiter Lutz Liebmann immer vermutet hatte“, berichtet Stadtwerkechef Gunnar Fehnle. Eine Rohrleitung des Ablaufs war undicht. Der Ablauf ist eine Rinne rund um das Becken, durch die das überfließende Wasser in die Aufbereitungsanlage geleitet wird. Weil die Leitung in Beton verlegt ist, war ein Flicken nicht möglich. „Wir konnten jetzt das kaputte Drittel der Leitung versiegeln und stilllegen. So tropft nichts mehr und das Becken funktioniert auch mit den übrig gebliebenen Einläufen ordentlich“, sagte Gunnar Fehnle. Vergangene Woche waren die Fliesenleger am Werk und fliesten das Podest rund um das Kinderbecken wieder ordentlich zu. Am Montag wurden im neugefüllten Kinderbecken die notwendigen Wasserproben genommen. „Ich denke Mittwoch oder Donnerstag können wir das Kinderbecken wieder freigeben. Es ist schön, dass es mit einer Lösung noch vor den in der kommenden Woche beginnenden Winterferien geklappt hat“, sagt Gunnar Fehnle. Die bereits für ein neues Kinderbecken bereitgestellten 60 000 Euro liegen erst einmal auf Eis. Ein paar Jahre kann das extra warme Kleinkindbecken nun sicher noch betrieben werden. „Die neue Wasserlandschaft für Kleinkinder ist damit erst einmal aufgeschoben, aber nicht aufgehoben“, versichert der Stadtwerke-Geschäftsführer.

Kommentar: Reparatur geglückt – schade

Schade. Die Idee einer neuen Wasserlandschaft für Kleinkinder im Döbelner Stadtbad hatte Charme. Und wer weiß, was für 60 000 Euro außer dem Rutschelefanten nicht noch alles möglich gewesen wäre, damit die allerkleinsten Hallenbadbesucher in Döbeln ihren Spaß haben.

Fast ein halbes Jahr lang haben die Verantwortlichen im Döbelner Stadtbad und beim Badbetreiber Döbelner Stadtwerke nach einer Reparaturlösung für das auslaufende Kleinkindbecken gesucht. Fast ein halbes Jahr lang haben sie sich gemeinsam mit den Eltern kleiner Kinder schwarz geärgert, dass eine Reparatur scheinbar nicht möglich war. Und sie hatten mittlerweile schon den Gedanken ins Auge gefasst, dass ein neuer Kinderbereich gebaut werden muss und dafür 60 000 Euro locker gemacht.

Nun funktioniert doch alles wieder. Kleinkinder und ihre Eltern können ab sofort wieder in dem extra-warmen und extra flachen Kunststoffbecken planschen. Und keiner muss bis zum Sommer einen abgesperrten Bereich im Hallenbad angucken.

Dennoch. Der Gedanke, dass gleich neben dem erst neugebauten Lehr- und Nichtschwimmerbecken auch noch ein ebenso schöner Wasserspielplatz für die Kleinsten entsteht, bleibt im Kopf. „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, sagt der Stadtwerkechef dazu. Und man möchte fast hoffen, dass das gerade frisch reparierte Kleinkindbecken doch nicht ewig halten mögen, damit auch in dieser Ecke des Hallenbades noch Schickeres und Neues Einzug halten kann.

th.sparrer@lvz.de

Von Thomas Sparrer

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