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Das Wunder von Leisnig: Kuh überlebt 30-Meter-Sturz

Das Wunder von Leisnig: Kuh überlebt 30-Meter-Sturz

Aufregung in der Nachbarschaft am Schlossberg: Am Dienstagabend hielt eine "fliegende Kuh" Anwohner und Feuerwehr in Atem. Das trächtige Tier stürzte einen mindestens 30 Meter hohen Abhang hinunter, blieb in einem schmalen Spalt von etwa einem halben Meter Breite zwischen Garagenwand und Stützmauer rücklings liegen.

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Absturzstelle Schlossberg: Hinter dieser Garage landete die Kuh in einem Spalt auf dem Rücken, nachdem sie den Hang hinunter gefallen war.

Quelle: Sven Bartsch Foto

Leisnig. Aufregung in der Nachbarschaft am Schlossberg: Am Dienstagabend hielt eine "fliegende Kuh" Anwohner und Feuerwehr in Atem. Das trächtige Tier stürzte einen mindestens 30 Meter hohen Abhang hinunter, blieb in einem schmalen Spalt von etwa einem halben Meter Breite zwischen Garagenwand und Stützmauer rücklings liegen. Es ist soetwas wie das Wunder von Leisnig: Die Kuh und ihr ungeborenes Kalb überlebten den Absturz unverletzt nach stundenlangem Feuerwehreinsatz unter tierärztlicher Anleitung. "Der Kuh geht es gut, sie hat Glück im Unglück gehabt", sagt ihr erleichterter Besitzer.

Vom Unglück am Dienstagabend kündete zunächst nur Gebell. "Die Hündinnen haben Rabatz gemacht", berichtet Angela Gensel, die gleich gegenüber der Absturzstelle wohnt. Die beiden wachsamen aber freundlichen Labrador-Mischlingshündinnen namens Ebby und Hera bekamen das Missgeschick des Rindviehs offenbar als erstes mit. "Wir haben dann etwas schnaufen gehört", sagt Angela Gensel. Das Schnaufen hörten den auch die Günthers, denen die Garage im unteren Drittel des Schlossberges gehört.

Von den Nachbarn informiert, eilten sie vom Wohnhaus zum Grundstück, wo die das Lagers ihrer Firma ist. "Ich bin gar nicht mit hin, weil mir die Kuh so leid tat", sagte Gitta Günther. Sie sah das Tier aber, als es wieder auf den Beinen war und zum Transporthänger trabte. Aufgewühlte Erde und umgeknicktes Gebüsch zeugten gestern vom Kuhsturz zu Leisnig. "Ich bin seit 44 Jahren bei der Feuerwehr, aber so einen Einsatz hatte ich nicht, bei dem ich eine 800 Kilo schwere Kuh rücklings liegen sehe", sagt der Leisniger Stadtwehrleiter Bernd Starke. Mit einem Dutzend Kameraden rückte er am Mittwochabend zur Absturzstelle aus. "Einsatz wegen der fliegenden Kuh", sagt Bernd Starke dazu. Bevor die Leisniger Feuerwehr anrückte, hatten die Anwohner bei der Polizei Hilfe gesucht, die sich aber für nicht zuständig erklärt habe. Also riefen die Leute die Feuerwehr.

"Wir haben das Tier zunächst mit Seilschlingen gesichert", sagt der Leisniger Feuerwehrchef. Er war zunächst der Ansicht, das Rindvieh nur mit einem Kran aus seiner misslichen Lage befreien zu können. Aber: "Wir haben die Kuh dann unter Aufsicht des Tierarzt gedreht und aufgerichtet. Dann hat sie zwei Eimer Wasser gesoffen und am Ende ist sie hinter Garage vorgekommen und in den Transporter gelaufen", gibt Bernd Starke die Kurzfassung wieder, wie der ungewöhnlichste Einsatz in der Feuerwehr in der jüngsten Leisniger Geschichte ablief. Denn bis die Abgestürzte wieder auf eigenen Füßen stand, dauerte es bis etwa 22.45 Uhr. "Das haben wir auch gelernt, man darf so ein Tier nicht hetzen", sagt Bernd Starke. Muss sonst bei den "heißen" Einsätzen der Kameraden alles ruckizucki gehen, war diesmal Geduld gefragt.

Nicht ganz klar ist, wie die Kuh überhaupt auf die Höhe über dem Abhang kam, den sie schließlich hinunter rutschte. Möglicherweise ist sie ihrem Besitzer ausgebüxt und ist dann spazieren gegangen. Der in einem einmaligen Finale mit Feuerwehreinsatz, viel Aufregung in der Nachbarschaft am Schlossberg und einem Happy-End gipfelte.

Dirk Wurzel

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