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Döbeln Das große Graben: Kläranlagen- und Kanalbau halten Hartha auf Trab
Region Döbeln Das große Graben: Kläranlagen- und Kanalbau halten Hartha auf Trab
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00:36 08.04.2018
An der Kläranlage an der Grenze zu Steina wird derzeit gebaut: Der Abwasserzweckverband „Untere Zschopau“ lässt hier das Regenüberlaufbecken um 600 zusätzliche Kubikmeter erweitern. Anschließend wird eine biologische Reinigungsstufe gebaut. Quelle: Foto: Sven Bartsch
Hartha

Kaum halten wärme Temperaturen Einzug, läuft der Bau in Hartha bereits auf Hochtouren. So sind Richtung Steina die Fahrzeuge der Chemnitzer Bauunternehmung Gunter Hüttner in der Kläranlage am Werk.

Regenüberlaufbecken wird erweitert

„Im Moment wird das vorhandene Regenüberlaufbecken erweitert. Die Arbeiten wurden 14 Tage ausgesetzt, aber daraus ergeben sich hier keine Probleme“, beschreibt Reiner Müller, Leiter für Technik und Investitionen beim auftraggebenden Abwasserzweckverband (AZV) „Untere Zschopau“. Knapp 600 Kubikmeter, eingefasst in Stahlbeton, werden an das vorhandene, aber zu kleine Becken angesetzt und vergrößern es damit. Bis zum Jahresende soll die Erweiterung fertig sein. Sie kostet circa 1,8 Millionen Euro inklusive Bau, elektrotechnischer Ausrüstung und Planung.

Veraltete Anlage bekommt neue biologische Reinigung

Sobald das Regenüberlaufbecken fertig ist, wird die Biologie des Klärwerks erneuert, genauer: „Die biologische Reinigungsstufe soll neu gebaut werden“, so Müller weiter. Ein Belebungsbecken und Nachklärbecken werden errichtet und auch Steuerung und Regelung ersetzt. „Die Anlagen, die aus den 1950er Jahren stammen sind einfach verschlissen“, erklärt Müller den Schritt. 3,8 Millionen soll dieser insgesamt kosten. Mit Fördermitteln und aus den Einnahmen wird der AZV ihn über zinsgünstige Darlehen finanzieren.

Abwasserkosten steigen vorerst nicht

Ändert das langfristig etwas an den Abwasserkosten für die Harthaer? „Für den laufenden Kalkulationszeitrum nicht“, sagt Müller. Aller fünf Jahre werde neu berechnet. Ob dann etwas angepasst werden müsse, lasse sich jetzt noch nicht sagen.

Bauarbeiten in August-Bebel-Straße bis voraussichtlich August

Das Klärwerk ist nicht die einzige Baustelle, in die der AZV in Hartha derzeit investiert. Zeitgleich wird in der August-Bebel-Straße immer noch der Mischwasserkanal ausgebaut. Auch hier mussten die Arbeiten kurz nach Start aufgrund des Wintereinbruchs Ende Februar ruhen. (die DAZ berichtete). „Hier gibt es schon Verzögerungen gegenüber dem ursprünglichen Bauplan“, antwortet Müller auf die Frage, ob die Anwohner sich auf eine längere Beeinträchtigung einstellen müssen. „Wir sind zuversichtlich, dass wir das wieder aufholen können. Mit dem Hauptsammler in der August-Bebel-Straße wollen wir am 31. August 2018 fertig sein.“

Abwasser wird aus Flemmingener Bach ausgebunden

Dann soll im Bereich der Sonnenstraße bis zur Pestalozzistraße die Sanierung des Flemmingener Baches folgen: „Dort wird ein Rohr in das vorhandene Bauwerk eingezogen.“

Ganz am Anfang der Planung ist der AZV noch beim Abschnitt von der Pestalozzistraße zur Dresdener Straße: „Wir müssen erst eine Variantenuntersuchung machen, dann muss das mit den Wasserbehörden abgestimmt und Fördermittel zum Hochwasserschutz nachbeantragt werden.“ Müller rechnet daher nicht mit einer Genehmigung vor Mitte des kommenden Jahres.

Bach bekommt am „Am Reinhardtsthal“ oberirdischen Flusslauf

Weiterhin soll „Am Reinhardtsthal“ an der Dresdener Straße dann ein Stück des größtenteils unterirdisch verlaufenden Flusses offengelegt werden. In den Bach floss bislang Schmutzwasser aus dem südlichen Teil der Stadt, was sich durch den Bau ändern wird.

Kanalbau in Annenstraße muss warten

Kanalarbeiten waren auch für die Annenstraße geplant. Dort wurden bereits Unterschriften gesammelt, damit die Parkordnung nicht geändert wird, wenn die Straße anschließend saniert wird. Müller kann hier Entwarnung geben. Zumindest in diesem Jahr wird weiterhin rechts geparkt: „Das Bauvorhaben wird um ein Jahr verschoben“, sagt er. Der Grund sind die Finanzen der Stadt, die für 2018 das Geld für ihren Anteil an den Baumaßnahmen nicht habe. „Daher soll die Annenstraße erst 2019 realisiert werden“, sagt Müller.

Von Manuel Niemann

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