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Das große Krabbeln: Glaucha kämpftmit tausenden Kartoffelkäfern

Das große Krabbeln: Glaucha kämpftmit tausenden Kartoffelkäfern

Seine Frau Hannelore und er rücken ihnen mit Handfeger und Schaufel zu Leibe. Das Beet im Garten seines Hauses mit Gurken, Tomaten und Kohl ist zerfressen. Doch damit nicht genug.

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In Glauchas Gärten tummeln sich die Kartoffelkäfer in Scharen. Wo sie auftauchen, bleibt kein Blatt heil. Abgesehen haben sie es vor allem auf Nachtschattengewächse.

Quelle: O. Becker

Auf dem alten Gut nahe seines Hauses bewirtschaftet Kuske seit letztem Jahr in Absprache mit den Eigentümern ein rund 300 Quadratmeter großes Kartoffelfeld, das vom Kahlschlag gezeichnet ist. Hier tummeln sich Tausende der Insekten. Dreimal täglich sammelt er die Käfer ein: "Wenn ich hinten fertig bin, kann ich vorne wieder anfangen." Nachbarn berichten Ähnliches. Das Ganze Dorf sei betroffen.

 

Kuske, der gegen den Einsatz von chemischen Mitteln ist und daher auf den ökologischen Selbstanbau setzt, weiß nicht mehr weiter. "Das ist eklig. Überall krabbeln die Tiere. Sogar im Haus kommen sie uns schon entgegen." Der rüstige Rentner informierte deshalb die Außenstelle des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) in Döbeln über das Problem. Doch seine Hoffnung auf schnelle Hilfe wurde enttäuscht. Das Amt empfahl, sich einen Schädlingsbekämpfer ins Haus zu holen. Die Kosten jedoch müsse Kuske selbst zahlen. Der Glauchaer und seine Frau fühlen sich im Stich gelassen.

 

Doch woher kommen die vielen Käfer? Ganz in der Nähe hat Landwirt Klaus Badewitz seinen Kartoffelacker. Er setzt Pflanzenschutzmittel ein. Sein Feld weist keinen Befall mit Käfern auf. Landwirtin Anke Vogel aus Auterwitz: "Die Insekten weichen beim Einsatz von solchen Mitteln verstärkt auf andere ungespritzte Felder und Gärten aus. Auch der extreme Wind am letzten Wochenende könnte die Tiere nach Glaucha getragen haben." Gerade sei Paarungszeit, weshalb die Käfer in Schwärmen aufträten. Wo sie sich niederließen, würden sie alles wegfressen - vorzugsweise Nachtschattengewächse wie Kartoffeln, Tomaten und Paprika - bis sie weiter zögen.

 

Karin Bernhardt vom LfULG: "Hobby-Gärtner oder Landwirte müssen bei Befall den Ernteausfall und die Kosten für die Beseitigung selbst tragen, da es keinen öffentlichen Topf dafür gibt." Gärtner Kuske empfiehlt sie, sich beim Sorgentelefon der sächsischen Gartenakadamie über die Schädlingsbekämpfung mit frei verkäuflichen Mitteln zu informieren. Ansprechpartner sei auch die Gemeinde. Betroffene können den Fall ferner bei der Kontrollstelle des LfULG anzeigen. Sie überprüft vor Ort, ob eine Fehlanwendung von Pflanzenschutzmitteln durch den Landwirt vorliegt. Sie dämpft aber die Hoffnung auf Schadensersatz: "Zu viele Faktoren spielen hier eine Rolle."

Allner, Natasha

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