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Dauerstau in Döbeln

Dauerstau in Döbeln

Die Stadt steht und schwitzt im Stau. An der Leipziger Straße und am Kreisverkehr an der Oberbrücke schwitzen die Bauleute. Die Welt ist gerecht.Es dampft. Es stinkt nach Teer.

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170 Grad heiß ist der Teer beim Einbau. Zwei Schichten brachten die Jungs der Firma Kemna Bau aus Leipzig-Paunsdorf gestern auf die Leipziger Straße. Heute kommen noch mal 270 Tonnen heißer Asphalt und am Samstag weitere 100 Tonnen für den Kreisel.

Quelle: Sven Bartsch

Die Stadt steht und schwitzt im Stau. An der Leipziger Straße und am Kreisverkehr an der Oberbrücke schwitzen die Bauleute. Die Welt ist gerecht. Doch während mancher Autofahrer über die aktuelle Bauwut schimpft, die Döbeln gefühlt lahmlegt, macht die DAZ den Stautest: Ist es wirklich so schlimm?

 

Es dampft. Es stinkt nach Teer. Es ist heiß. 170 Grad hat der Asphalt, den der Fertiger auf die Fahrbahn aufträgt. 70 Grad sind es noch in Kopfhöhe von Vorarbeiter Sven Albrecht und seinen Kollegen. In drei Baukolonnen und insgesamt 15 Leuten ist die Baufirma Kemna Bau Andreae aus Leipzig in Döbeln am Start. Bei 70 Grad schwitzen die Bauleute am Asphaltfertiger und das seit sieben Uhr. 16.30 Uhr sind die Männer noch immer am Werk. Langsam ist der Feierabend in Sicht, denn das Tagesziel ist erreicht: Im oberen Teil der Baustelle an der Leipziger Straße haben die Bauleute gestern die Trag- und Binderschicht aufgetragen. Im unteren Teil dampft die Binderschicht. Der Kreisverkehr ist komplett abgefräst. Für heute sind zehn Sattelschlepper mit insgesamt 270 Tonnen Bitumen bestellt. So wird erst die eine und dann die andere Hälfte des Kreisverkehrs mit 14 Zentimetern Tragschicht und der acht Zentimeter dicken Binderschicht versehen, während der Verkehr stadtauswärts durch jeweils eine Kreiselhälfte rollt. Am Sonnabend wird der Kreisverkehr Oberbrücke dann komplett gesperrt. Mit zwei Fertigern wird nahtlos die Asphaltdeckschicht aufgetragen. Vier Lkw bringen dafür am Sonnabend 100 Tonnen heißen Asphalt. Vorarbeiter Sven Albrecht und seine Kollegen sammeln bei der Gluthitze die Überstunden fürs Winterkonto. Sonntag soll die Deckschicht auskühlen, bevor Montag die Autos wieder durch den Kreisel rollen können. Am Montag ziehen die beiden Fertiger die Asphaltdeckschicht den Leipziger Berg hinauf. Bis Freitag werden noch Restarbeiten an Straßenrändern, Einläufen und Ausfahrten ausgeführt.

 

Toni Gebel von der Straßenverkehrsbehörde beim städtischen Ordnungsamt hat zur Baufirma einen guten Draht gefunden und muss anerkennen, dass alles daran gesetzt wird, den straffen Zeitplan zu halten. Obwohl nach dem Abfräsen der alten Straßendecke noch einiges an Mehraufwand zum Vorschein kam. "Ich bin jetzt sehr zuversichtlich, dass die Jungs, wenn es keine weiteren Überraschungen gibt, sogar früher als geplant fertig werden. Für den Bau des Kreisels in Ost habe ich jetzt ein gutes Gefühl", so Toni Gebel. Ab 19. August wird bei Autoteile Unger am Gewerbegebiet die Verkehrsinsel auf der Bundesstraße 175 beseitigt. Der Verkehr rollt per Ampel durchs Gewerbegebiet, weil ab 20. August der dortige Kreisverkehr erneuert wird. Halbseitig geht es durch den Kreisel. Am Wochenende, 24./25. August, wird wegen des Deckschichteinbaus der Kreisel voll gesperrt.

 

"Außerhalb der Ferien wären diese Eingriffe in unser Verkehrsnetz kaum denkbar", sagt Toni Gebel. Mit Schulbeginn soll aber alles wieder rollen. Allerdings stehen danach an den Umleitungsstrecken kleinere Bauarbeiten an Hausanschlüssen an, die jetzt verschoben wurden. "Aber das wird halb so wild", so der junge Mann vom Ordnungsamt.

 

In den Hauptstoßzeiten des innerstädtischen Verkehrs früh und nachmittags sind aber bis Ferienende noch Nerven gefragt. Einer solchen Geduldsprobe stellte sich die DAZ gestern auf der Strecke von Marktkauf zum Obermarkt in der Hauptverkehrszeit zwischen 16 und 17 Uhr. Die fällt offenbar in den Ferien kürzer aus. Denn vom Start auf dem Marktkauf-Parkplatz um 16.40 Uhr geht es zügig stadteinwärts. Die Ampel in Ost zeigt grün. Erst am Dresdner Platz beginnt der Rückstau der Baustellenampel. Zwei Ampelphasen von 16.44 Uhr bis 16.50 Uhr dauert es, bis ich die Oschatzer Straße hinaufrolle. Zügig geht es auf der Albert-Schweitzer-Straße Richtung Tankstelle. 16.53 Uhr: Der Rückstau beim Auffahren auf die Leipziger Straße reicht bis zum Abzweig Muldenterrasse. 16.55 Uhr rolle ich den Leipziger Berg hinunter Richtung Großbauchlitz. So ist die offizielle Umleitungsstrecke. Eine Baustellenampel wegen Kabelarbeiten in der Kurve zeigt gerade grün - Glück gehabt. 16.56 Uhr biege ich auf die Grimmaische Straße. Schon eine reichliche Minute später passiere ich die Kreuzung am Döbelner Hauptbahnhof. Auf der Bahnhofstraße entscheide ich mich für die Franz-Mehring-Straße und die Niederbrücke. 17 Uhr stehe ich auf der Zwingerstraße an der Ampel neben der Post. 17.02 Uhr ist das Ziel Obermarkt nach 22 Minuten erreicht. Mein Navi errechnete für die knapp neun Kilometer lange Strecke über Nord und Großbauchlitz 24 Minuten Fahrzeit, ohne die Baustellenampeln zu kennen. 25 bis 30 Minuten hatte Umleitungsexperte Toni Gebel vom Ordnungsamt für die Strecke getippt. Der gleiche Test am Vormittag, gegen halb zehn, mit dem Versuch von der Tankstelle in Döbeln-Nord über die Nordstraße, die Rosa-Luxemburg-Straße und die Theaterstraße abzukürzen hatte deutlich länger gedauert. Allein vom Theater bis zur Post vergingen zwölf Minuten. Das könnte aber auch an einem Müllauto oder an Falschparkern in der Zwingerstraße gelegen haben, die immer wieder im absoluten Halteverbot gegenüber der Bushaltestelle am Pferdebahnmuseum parken. Thomas Sparrer

Thomas Sparrer

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