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Debatte um neues Ostrauer Vereinsheim

400 000-Euro-Neubau soll mit Förderung entstehen Debatte um neues Ostrauer Vereinsheim

Rund 400 000 Euro könnte ein neues Vereinsheim samt Außenanlagen auf dem Sportgelände in Ostrau kosten. Dank Förderung müsste die Gemeinde nur einen Teil bezahlen, der dennoch sechsstellig wäre. Die Gemeinderäte sorgen sich um Vereinsgerechtigkeit und die B169.

Über ein neues Vereinsheim würden sich nicht nur die Fußballer des SV Ostrau 90 freuen. Auch die Grundschüler würden profitieren.

Quelle: Fotograf Sven Bartsch

Ostrau. Als es um den Haushaltsplanentwurf 2017 ging am Dienstagabend in der Ostrauer Gemeinderatssitzung, fiel der Blick der Gemeinderäte auf einen Punkt, der im laufenden Jahr noch gar keine Rolle spielen wird: die Erweiterung der Sportanlage in Ostrau. 400 000 Euro Investition für den Neubau des Vereinsheims und die Sanierung des Geländes verteilt auf 2018/19 standen da zu Buche. Eine Überraschung für einige Gemeinderäte. „Das ist ein ganz schöner Brocken“, meinte Regina Hlozek. „Wir haben nie im Rat über einen Neubau geredet.“

„Es ist erst seit 14 Tagen klar, dass sich die Erweiterung des bestehenden Vereinsheims nicht lohnt“, erklärte Bürgermeister Dirk Schilling (CDU). Und auf DAZ-Nachfrage sagte er: „Wir haben erst in diesem Jahr mit dem Planer gesprochen. Er gab den Hinweis und wenn, dann wollen wir es ordentlich machen“.

Regina Hlozek mahnte jedoch vor einer Bevorzugung des SV Ostrau 90, der das Gelände für den Fußball nutzt. „Andere Vereine könnten sagen, wir stellen hier mühsam einen Antrag für 1000 Euro und kriegen die nicht mal“, sagte sie in der Ratssitzung. Zudem müsse die Kommune eine sechsstellige Summe als Eigenanteil aufbringen. Genauer gesagt stünden 147 000 Euro aus dem Förderprogramm Investitionskraftstärkungsgesetz (IKSG) zur Verfügung, wo das Projekt bis Ende Februar eingereicht wird. Mehr als 250 000 Euro blieben in zwei Jahresscheiben bei der Kommune.

Schilling verteidigte jedoch das Vorhaben vehement. „In die Außenanlagen am Sportplatz haben wir bisher nichts gesteckt, sie haben ein jämmerliches, erbärmliches Aussehen. Und der Platz gehört uns wird von der Schule auch für den Sportunterricht genutzt. Das Thema Vereinsgerechtigkeit können wir hier also nicht aufmachen“, sagte er in der Sitzung.

Eine Idee für die Finanzierung gibt es auch schon: Zusätzlich zum IKSG will die Gemeinde Sportförderung für den Neubau beantragen. Das wären 30 oder 40 Prozent der Gesamtsumme. So würde der Eigenanteil auf rund 120 000 Euro sinken. „Unter 300 000 Euro passiert dort auch bei einem Anbau nichts. Daher planen wir in Richtung Neubau“, sagte Schilling der DAZ, der dabei auch ohne Sportförderung bleiben würde.

Die Sorgen von Gemeinderat Ralf Vogt, ob das Gelände auch bei einem Ausbau der B169 Bestand haben würde, zerstreute Schilling schnell: „Die Straße kommt höchstens dreispurig, es bleibt genug Platz. Und jede Weiterentwicklung in diesem Bereich dafür aufzugeben, lehne ich ab.“

Von Sebastian Fink

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