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Den Zoobesuch besser verschieben

Den Zoobesuch besser verschieben

Züge fuhren gestern keine von den Gleisen des Döbelner Hauptbahnhofes. Bei Hannelore John am Fahrkarten- und Auskunftsschalter standen die Leute trotzdem Schlange.

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Nein - in diese Regionalbahnen auf dem Döbelner Hauptbahnhof darf zurzeit niemand einsteigen. Sie stehen auf dem Abstellgleis, weil die Lokführer streiken.

Quelle: O. Büchel

Region Döbeln. "Wie komme ich denn jetzt nach Leipzig? Wann geht was in Richtung Chemnitz? Wie lange fährt der Ersatzbus und hält er überall?" Das waren nur einige Fragen, die die freundliche Frau nach bestem Wissen und Gewissen beantwortete. Vorbehaltlich eventuell neuer Entscheidungen zum Lokführerstreik - über einen vorzeitigen gerichtlichen Stopp des Ausstandes oder gar eine Verlängerung.

 

"Seit dem Morgen fahren ab Döbeln keine Personenzüge mehr. Das soll bis Montag früh so bleiben. Dafür gibt es auf den wichtigen Strecken Ersatzbusse, die aber bei weiten nicht so häufig fahren, wie sonst die Züge", erklärt John (siehe dazu Kasten). Die 59-Jährige rät bis Anfang nächster Woche von Reisen ab, die nicht unbedingt sein müssen: "Wenn Sie in den Leipziger Zoo wollen, dann sollten Sie das auf später verschieben." Doch nicht nur Zoobesuche, auch Arzttermine werden von den Bahnkunden nach hinten verlegt. "Ich hätte morgen zum Arzt nach Leisnig gemusst. Der erste Bus fährt aber schon um 6.30 Uhr, der zweite erst um 10.30 Uhr. Das passt nicht. Ich sage den Termin deshalb ab", erklärt eine ältere Döbelnerin missmutig. Auch Hannelore John ist sauer und macht aus ihrem Herzen keine Mördergrube: "Was die Lokführer hier veranstalten ist moralisch absolut nicht vertretbar. Es geht gar nicht, für vier Tage ein ganzes Land lahm zu legen." Die Reaktionen der Bahn auf die Situation seien auch nicht gerade befriedigend, sagt die Betreiberin der privaten Service-Agentur. Erst Mittwochabend habe im Internet gestanden, wie die Busse am Donnerstag von Döbeln nach Leipzig fahren. Die Taktung der Busse sei auch nicht die gescheiteste: Während nach Chemnitz alle zwei Stunden einer fährt, geht er nach Leipzig nur aller vier Stunden. Obwohl der Bedarf in diese Richtung größer ist. "Das liegt wohl daran, dass Döbeln jetzt zum Verkehrsverbund Mittelsachsen gehört", vermutet John. Die lange Fahrzeit von fast zweieinviertel Stunden nach Leipzig, liegt daran, dass der Bus alle Unterwegs-Bahnhöfe ansteuert. Hin und wieder ein schneller Bus nur mit Stopp in Grimma wäre eine bessere Lösung, findet die Frau am Schalter. Sie nimmt die Organisatoren des Ersatzverkehrs aber auch etwas in Schutz: "Es ist natürlich nicht ganz einfach für die Verkehrsbetriebe. Es stehen ja nicht massenweise freie Busse irgendwo auf dem Hof herum." Hannelore John hilft jedenfalls, wo sie kann - stellt für Berufsschüler Zugausfallscheine aus, die dann in den Betrieb gehen, statt in Schule nach Leipzig zu fahren oder rät zu Mitfahrgelegenheiten.

 

Ob der Verkehr auf der Straße bis zum Streikende uneingeschränkt rollen kann, ist allerdings fraglich. Meldungen von möglicher Spritknappheit wegen logistischer Probleme scheinen nicht nur Panikmache zu sein. "Beim letzten Bahnstreik wurde es schon richtig eng. Diesmal wird der Sprit bestimmt nicht ausreichen", vermutet Andreas Wilde, Tankstellenpächter in Döbeln Ost. Vom regionalen Tanklager in Rhäsa würden Benzin und Diesel zwar mit Tanklastern zu den Zapfstationen gebracht. Doch nach Rhäsa gelange der Kraftstoff zum Beispiel von der Raffinerie Leuna aus per Zug. Bei der Kraftstoffversorgung werde es auf jeden Fall Engpässe geben, kündigt der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik an.

 

Autovermieter scheinen aber vom Lokführerstreik zu profitieren. Die Mitarbeiterin von Europcar in Döbeln wirkte gestern gestresst, was auf viel Arbeit zurückzuführen sein könnte. Sie bestätigte kurz: "Zurzeit ist die Nachfrage nach Mietautos groß."

Olaf Büchel

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