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Döbeln Der Beißer von Döbeln soll in den Knast
Region Döbeln Der Beißer von Döbeln soll in den Knast
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Das Amtsgericht Döbeln will einen 29-Jährigen Inder eingesperrt wissen. Quelle: Wolfgang Sens (LVZ/DAZ)
Döbeln

Saufen, schlagen, beleidigen, den Hausfrieden brechen – Gurminder J. hat einmal mehr die deutsche Strafjustiz beschäftigt. Diesmal lag ihm zur Last, im Asylheim Döbeln einem Landsmann eine Glasflasche über die Rübe gezogen zu haben, strafbar als gefährliche Körperverletzung. Weil er im Heim Hausverbot hatte, war auch Hausfriedensbruch mit angeklagt. Weiterhin beschuldigte ihn der Staatsanwalt, die Mitarbeiterin einer Tankstelle beleidigt zu haben.

Alkohol lässt Inder Straftaten begehen

Das Zimmer verwüstet, Essenreste klebten an der Wand. So fand die Polizei den Tatort des Flaschenhiebes am 4. Januar 2017 im Döbelner Flüchtlingsheim an der Friedrichstraße vor. „Wir kennen ihn schon seit zehn Jahren. Sein Problem ist der Alkohol. Wenn wir ihn pusten ließen, hatte er immer um die drei Promille“, sagte ein 55-jähriger Polizeihauptmeister des Döbelner Reviers. Er und seine Kollegen mussten immer mal wieder anrücken, wenn Gurminder J. trotz Hausverbotes im Asylheim war. Das hatte er bekommen, weil er am 25. April einem Kosovaner geschlagen und gebissen hatte. Acht Monate Haft mit Bewährung gab es für diese Taten. Er ging als Beißer von Döbeln in die Justizgeschichte ein.

Verteidiger: Flaschenhieb könnte Notwehr sein

Gurminder J. räumte nun die Flaschen-Attacke ein. Er gab an, dass es Streit in dem Zimmer gab. Schließlich habe er mit der Flasche zugeschlagen. Diese muss am Kopf des Geschädigten zerbrochen sein. Die Zeugenaussage eines arabisch sprechenden Zimmernachbarn legt dies nahe. Rechtsanwalt Matthias Renner, der Verteidiger des Problem-Inders, sah diesen zum Hieb mit der Flasche berechtigt. „Es ist nicht auszuschließen, dass es vorher einen Notwehr-Situation gab. Das müssen wir im Zweifel für den Angeklagten annehmen, er ist freizusprechen.“ Die meisten der anderen Tatvorwürfe sah der Verteidiger aber als erwiesen an. Sechs Monate Haft mit Bewährung beantragte er dafür.

Noch acht Monate obendrauf

Richterin Marion Zöllner sah das anders. „Es ist nicht festzustellen, dass sich Herr J. in einer Situation befand, aus der er sich nur mit einem Flaschenschlag retten konnte“, sagte die Vorsitzende, als sie das Urteil begründete. Das sieht ein Jahr und einen Monat Haft als Gesamtstrafe für die gefährliche Körperverletzung im Asylheim, mehrere Hausfriedensbrüche und die Beleidigung vor. Wenn es rechtskräftig wird, kommen noch die acht Monate drauf. Da J. die neuerlichen Taten unter laufender Bewährung beging, wird ihm wohl die Strafaussetzung widerrufen.

Vorstrafen über Vorstrafen

Der 39-Jährige beschäftigt die Justiz seit 14 Jahren. Er ist unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Diebstahls, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruchs, Beleidigung und Schwarzfahrens vorbestraft. Ihm das Heimflugticket zu spendieren und in Begleitung der Bundespolizei auszufliegen, scheiterte nach Informationen der DAZ bisher am fehlenden Pass. Zurzeit lebt der Mann mal hier mal dort, jedoch nicht seinem Zimmer in einem Asylheim in Freiberg. Dort hat ihn die Ausländerbehörde untergebracht, weil er in Döbeln rausgeflogen war. Als er im September 2016 wegen der Beißattacke vor Gericht stand, hatte Gurminder J. angegeben, Deutschland verlassen zu wollen und in seine Heimat zurückzukehren.

Von Dirk Wurzel

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