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Der Feuerteufel wohnte im Haus

Der Feuerteufel wohnte im Haus

Der Feuerteufel von Döbeln sitzt hinter Schloss und Riegel. Doch in der Grimmaischen Straße 11 sind die Mieter noch immer aufgeregt. Am Montagmorgen hatte es wieder in ihrem Haus gebrannt.

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Mieterin Angelika Naumburger hofft nun wieder ruhig schlafen zu können.

Quelle: W. Sens

Döbeln. Seit gestern haben die 25 Hausbewohner wieder Strom. Der Zählerschrank im Keller war in der Nacht zum Montag wieder durch einen Brand beschädigt worden. "Innerhalb von zwei Tagen haben die Elektriker des Service Teams Döbeln den kompletten Schaltschrank erneuert. Die haben richtig gute Arbeit geleistet", lobt Andreas Paul, Technischer Vorstand der Gemeinnützigen Wohnungsbau Genossenschaft Döbeln (GWG). Er und seine Vorstandskollegin Gisela Menzel sind froh darüber, dass die riesige Anspannung der letzten Wochen nun zu Ende ist. Gleichzeitig ist jetzt auch klar, dass der Brand vom 27. Dezember mit seinen verheerenden Folgen kein technischer Defekt war, sondern Brandstiftung. In der Nacht vom 23. zum 24. Dezember hatte der Stromzählerschrank im Keller des sanierten Wohnhauses zum ersten Mal gebrannt. Fünf Elektriker der Stadtwerkern und von einem Handwerksbetrieb reparierten den Schaden und sicherten den Mietern das Weihnachtsfest. In der Nacht vom 27. zum 28. Dezember brannte der Stromkasten wieder. Diesmal in voller Ausdehnung. Qualm und Ruß richteten verheerende Schäden an. Feuerwehr und DRK mussten alle Mieter, darunter auch ein Kleinkind, evakuieren und in einem Notquartier im Feuerwehrgerätehaus medizinisch betreuen. Mehrere Mieter mussten ins Krankenhaus. Erst Ende Januar waren die Schäden im Haus behoben sowie Haus und Wohnungen vom Russ gereinigt. Die 25 Bewohner konnten aus ihren Notquartieren wieder einziehen. "Bei einer Abnahme mit Handwerkern haben wir am 9. Februar festgestellt, dass der Schaltkasten der Türsprechanlage wieder verbrannt war. Wir hegten einen Verdacht und teilten den der Polizei mit", so Gisela Menzel. Am Sonnabendnacht gab es eine Serie von Müllbränden in der Weststadt. Sonntagnacht brannten direkt hinter dem Haus Nummer 11 ein Zaun und vier Koniferen sowie gegen Mitternacht der Rest von einem in der Nacht zuvor zerstörten Papiercontainer. Gegen 1.30 Uhr mussten Polizei und Feuerwehr wieder anrücken, weil im Keller direkt am Verteilerkasten Feuer gelegt wurde. Doch offenbar hatten Polizisten den Verdächtigen aus dem Keller kommen sehen. Der 32-Jährige wohnte im Haus und soll nach einer Trennung im vergangenen Sommer Alkohol- und offensichtlich psychische Probleme gehabt haben. Ende des Jahres soll er auch seinen Job verloren haben. Nach Informationen der DAZ hat er die Brandstiftungen teilweise schon gestanden. "Der Tatverdächtige befindet sich derzeit in Untersuchungshaft", teilt Frank Fischer, Sprecher der Polizeidirektion Chemnitz mit. "Hoffentlich bleibt er in U-Haft, denn er scheint gemeingefährlich zu sein", sagt Gisela Menzel von der GWG. Darauf will sie sich aber nicht verlassen. "Wir prüfen jetzt alle rechtlichen Mittel, dass er nie wieder in seine oder irgendeine unserer Wohnungen einziehen wird. Wir werden mit allen Mitteln dafür sorgen, dass unsere Mieter wieder in Ruhe und Normalität leben können", so die Vorstandschefin.

Der Tatvorwurf lautet auf "schwere Brandstiftung", weil ein Wohnhaus von diesem Verbrechen betroffen war. Dem mutmaßlichen Brandstifter droht im Falle einer Verurteilung Gefängnis zwischen einem und 15 Jahren.

Thomas Sparrer

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