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Der Haudegen vom Straßenbau

Runder Geburtstag Der Haudegen vom Straßenbau

Claus Dieter Andrä ist vieles in Einem: Straßenbauer mit Leib und Seele, Oldtimer-Fahrer, Museumsbetreiber, ein wenig immer noch Kommunalpolitiker und über die Jahrzehnte hinweg ein kritischer Geist. Seine Meinung äußert er zumeist ungeschminkt und scheut sich nicht, dem Adressaten auf den Schlips zu treten. Am Sonntag ist Andrä 80 Jahre alt geworden.

Zum 80. Geburtstag bekam Claus Dieter Andrä einen zufriedenen Schmunzelzwerg geschenkt.

Quelle: Steffi Robak

Leisnig, Leisnig.  

Im Garten hinterm Haus von Monika und Claus Dieter Andrä wurde schon Sonntagvormittag herzlich gelacht, Kaffee ausgeschenkt und angeregt geplauscht. Claus Dieter Andrä feierte seinen 80. Geburtstag. Die Gratulanten kommen aus sehr verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. Dabei wird mancher gewesen sein, der mit Andrä irgendwann mal über Kreuz lag, wie es in Sachsen heißt, wenn Meinungsverschiedenheiten ausgetragen werden. Andrä hat das nie gescheut.

Von Sornzig nach Leisnig

Als Erste gratulieren die Familienmitglieder. Dazu gehören neben Ehefrau Monika, Sohn Gerd und Tochter Katrin auch drei Enkel. Der Sohn macht dem Jubilar ein schönes Geschenk in Form eines Fotobuches. Das dokumentiert heute noch einen Start ins Leben, dessen Verwurzelung in der sächsischen Heimat immer fester wurde: In dem Album finden sich Reproduktionen alter Familienfotos, von Andräs Eltern zum Beispiel. Bei ihnen wuchs er zusammen mit vier weiteren Geschwistern in Sornzig auf. Sohn Gerd Andrä sagt heute: „Das war echt ein Glück. Von unserer Familie hat es durch den Krieg niemanden irgendwo hin in die Fremde verschlagen.“

Straßenbau bei Andräs erblich

Die ersten Familienfotos in Leisnig, wohin es Claus Dieter Andrä der Liebe wegen verschlug, haben bezeichnenderweise gleich im weitesten Sinne mit Straßenbau zu tun: Auf dem Grundstück an der Eulenbergstraße, das zum Familiendomizil werden sollte, war der Hof zu pflastern. Claus Dieter Andrä ist in seinem Element – ebenso wie Sohn Gerd, der in Hosenmatzformat auf einem Kipper mit den Steinen herumklettert. Ein anderes Foto könnte getrost den Titel „ Wenn der Vater mit dem Sohne...“ tragen. Darauf zu erkennen ist das Leisniger Freibad. „Da waren wir Ansichtskartenmotiv“, schmunzelt Gerd Andrä. Es sei Zufall gewesen, dass er an der Hand des Vaters dem Fotografen vor die Linse schlenderte.

Wenn man den Jubilar fragt, was er in Leisnig alles gebaut hat, holt sich dafür seine Frau Monika zu Hilfe. Vieles hatten Andräs Arbeiter schon unter der Schaufel, die Poststraße, Turnerstraße, auch den Lindenplatz, als dieser noch Feuerwehrhof war. „Mit 60 hab ich langsam alles an den Sohn abgegeben“, sagt Andrä. Doch es existieren diverse Beweisfotos, dass er immer noch gerne über frisch Geteertes schlendert, sobald es begehbar ist.

Größe in der Stadtpolitik

Seitdem die Andräs nicht mehr arbeiten müssen, haben sie gleich gar keine Zeit mehr – der Klassiker eben. Bei Andräs kann das Ergebnis jeder sehen. Das Technikmuseum in der alten Nudelfabrik, die Fahrzeugausstellung in der Kirchstraße, sein Mitwirken in der Handwerkerstraße, das gehört zu den Facetten von Claus Dieter Andrä. Bürgermeister Tobias Goth schaute ebenfalls zum Gratulieren vorbei. Das Stadtoberhaupt hebt das ehrenamtliche Engagement von Claus Dieter Andrä hervor und verrät außerdem: „Ich habe immer seine geistige und körperliche Vitalität bewundert. In der Stadtpolitik war Andrä lange eine Größe, ob als Stadtratsmitglied oder sachkundiger Bürger. Wenn er heute hin und wieder in den Zuhörerreihen zur Ratsversammlung sitzt, weiß ich: Gleich kommt wieder was.“

„Leisnig ist unsere Stadt“

Andrä widmet sich privat einem seiner Lieblingshobbys, den Oldtimern. Er sammelt und fährt sie gern, ist als ursprünglicher Initiator des Leisniger Oldtimertreffens bekannt. Mit Opel, Käfer, EMW und in zünftiger Kluft ist er gelegentlich im Stadtbild zu sehen. Claus Dieter Andrä, stets ein kritischer Geist, lässt keinen Zweifel daran, dass er weiter auf der Matte steht, wenn er in gewissen Dingen Klärungsbedarf sieht. Dann macht er sich selber ein Bild, spricht es bei den dafür Verantwortlichen an. „Leisnig ist unsere Stadt. Dann müssen wir uns als Bürger dafür interessieren, was hier läuft.“

 

 

 

Von Steffi Robak

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