Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Der Landkreis Mittelsachsen zieht Bilanz
Region Döbeln Der Landkreis Mittelsachsen zieht Bilanz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:10 20.12.2011
Auch das ist Mittelsachsen! Landrat Volker Uhlig (Mitte) sowie seine Beigeordneten Dr. Manfred Graetz (rechts) und Dieter Steinert (links) haben sich im gestrigen Jahresabschlussgespräch die Bälle zugeworfen - und unserem Mitarbeiter Dirk Wurzel entgegen. Quelle: Dirk Wurzel

Eine Entspannung zeichnet sich ab bei der angestrengten Finanzlage des Landkreises: Vier Millionen Euro fehlen im Vermögenshaushalt, sechs im Verwaltungshaushalt. Bisher. "Dresden hat uns Investitionserleichterungen zugesichert", sagt Landrat Volker Uhlig (CDU). Darüber müsse jedoch noch der Landtag befinden. "Wir rechnen aber mit einer Summe von anderthalb bis zwei Millionen Euro", so der Kreischef weiter. Damit kann die Kämmerei zwar das Loch im für Investitionen wichtigen Vermögenshaushalt ein wenig verkleinern. Der Fehlbetrag im Verwaltungshaushalt - aus dem bezahlt der Kreis das laufende Geschäft - lässt sich mit diesem Geld aber nicht verringern. Diesen zu sanieren "ist unsere interne Aufgabe", so der Landrat. Wie die zu lösen ist, ließ er offen.

Zumindest muss nicht tiefer in die Tasche greifen, wer ein Auto ab- oder anmelden will. Diese Gebühren kann das Landratsamt (LRA) nicht so schnell erhöhen. "Das ist eine Bundesaufgabe, da haben wir keinen Spielraum", so Landrat Uhlig. Aber möglicherweise sprudelt die Einnahmequelle, wenn die Wunschkennzeichen nach Altkreiszugehörigkeit kommen.

Das kommende Jahr wird eine Zeit des intensiven Verhandelns. Zum Beispiel mit der Bundesagentur für Arbeit. Mit der müssen die zwei Arge-Jobcenter und das Kommunale Amt für Arbeit- und Beschäftigungsförderung in Döbeln (Afab) zusammengestrickt werden. Da gilt der Auftrag, die Vorzüge des Afab zu übernehmen und das Verhandlungsergebnis dem Kreistag zur Abstimmung vorzutragen. Mit welcher Sorge sieht die LRA-Chefetage diesen Auftrag im Hinblick auf eine mögliche Ablehnung? "Das ist keine Hürde sondern eher hilfreich", sagt der Landrat. Und eins ist klar: Den Betroffenen selbst ist die Organisation der Arbeitslosenverwaltung herzlich egal. "In den Beschwerden ist von der Organisationsform keine Rede", sagt Dieter Steinert (parteilos), der als zweiter Beigeordneter für diesen Bereich zuständig ist. Zudem arbeiten die Mitarbeiter in seinem Geschäftsbereich noch etliche der insgesamt 19 000 Anträge zum Bildungs- und Teilhabepaket ab, das zum Beispiel Schulessen und Lernhilfe bei schwachen Schülern aus Familien fördert, die mit wenig Geld auskommen müssen. "Dadurch haben wir mittlerweile sehr gute Kontakte zu den Lehrern. Wir haben sogar ein eigenes Formular entwickelt." Dieter Steinert weist daraufhin, dass alle Anträge abgearbeitet werden - nur sei eben die Prüfung sehr umfangreich.

Das schnelle Internet ist ebenfalls eine Erfolgsgeschichte, die aber ein wenig an die Fabel von Hase und Igel erinnert. Zwar baut die Telekom bis 2013 ein nahezu flächendeckendes Netz. Aber an einigen, bisher DSL-losen Orten funkt bereits Vodafone. Jedoch kostet der Telekom-Bau den Kreis keinen Pfennig, da das Geld aus dem Topf für Integrierte Ländliche Entwicklung (Ile) fließt. "Wir werden jetzt ein Investitionsprogramm aufstellen und die beteiligten Städte und Gemeinden darüber informieren", sagt der fürs schnelle Internet zuständige Vizelandrat Dr. Manfred Graetz (CDU).

Auf jeden Fall bedeutet das kommende Jahr weiter viel Arbeit. "Es ist eine gigantische Herausforderung, Landrat zu sein. Dass das soviel Kraft erfordert, hätte ich nicht gedacht", sagt Volker Uhlig, der seit 2008 weniger Zeit für seine Hobbys hat: "Früher bin ich bis zu 8000 Kilometer im Jahr mit dem Motorrad gefahren - in diesem Jahr waren es zweieinhalbtausend", sagt er. Wie Jagd geschrieben wird, weiß er seit vier Wochen auch nicht mehr. Aber immerhin hat er im vergangenen Jahr schon was erlegt: Ein Spießer genannter Junghirsch und ein Rehbock lagen auf der Strecke. Dirk Wurzel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

340,2 Kilogramm Abfall hat jeder Einwohner der Region Torgau-Oschatz durchschnittlich im Jahr 2010 produziert. Das geht aus der Bilanz hervor, die der Abfallverband Nordsachsen jetzt vorgelegt hat.

20.12.2011

Die Senioren des SV Fortschritt Oschatz hatten im Dezember die Begegnungen gegen Döbeln und Mölkau zu bestreiten. Beim KSV 90 Döbeln verloren die Oschatzer mit 2077:1948 Holz, ebenso wie zu Hause gegen den SV Mölkau 04 mit 1914:1961 Holz.

20.12.2011

Teurer als bisher öffentlich bekannt, kommt den Wasserverband Döbeln-Oschatz die Schließung der Mügelner Brunnen. Die Ersatz-Trinkwasserleitung, die für 170 000 Euro gezogen wurde (die DAZ berichtete), war "nur die Spitze des Eisbergs", sagte gestern Hans-Jürgen Gemkow, Geschäftsführer der Döbeln-Oschatzer Wasserwerke (DOWW) zur Verbandsversammlung im Dobernitzer Gut Haferkorn.

20.12.2011
Anzeige