Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Der Mann für alle Fälle: Peter Kunze ist neuer Bürgerpolizist in seiner Stadt Roßwein
Region Döbeln Der Mann für alle Fälle: Peter Kunze ist neuer Bürgerpolizist in seiner Stadt Roßwein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 22.05.2017
Neuer Bürgerpolizist: Peter Kunze.  Quelle: Sven Bartsch
Anzeige
Rosswein

 Der neue Bürgerpolizist der Stadt hat sozusagen ein Heimspiel. Denn Hauptkommissar Peter Kunze ist seit vielen Jahren selbst Roßweiner. Er wohnt nicht weit vom Posten an der Döbelner Straße 44 entfernt und kennt die Stadt wie seine Westentasche. Seit 1. Mai ist er erster Anlaufpunkt und Ansprechpartner in Sachen Sicherheit in seiner Stadt. Die Bürger nutzen es.

Der 56-Jährige ist seit 1982 Polizist und übte bislang vor allem Streifentätigkeiten aus. Den Großteil seiner Arbeit als Polizist leistete er am Döbelner Revier. „Ich war aber auch ein Jahr in Leipzig-Mitte und eine Zeit lang in Berlin Hohenschönhausen. Wer das übersteht, der kann überall hingehen“, sagt Kunze in ruhigem Ton. Mit der Zeit habe er sich ein „dickes Fell“ zulegen müssen, um in dem Job zu bestehen. Die Aggressivität der Menschen habe zugenommen, so seine Beobachtungen. Dabei seien die Auslöser von Auseinandersetzungen oft Nichtigkeiten. „Und doch sind am Ende nicht selten die Fäuste im Spiel, wenn nicht gar Schlimmeres“, sagt der Beamte.

In Roßwein sei es aber vergleichsweise ruhig. Momentan gebe es aus polizeilicher Sicht keine herausragenden Brennpunkte. „Als es noch das Asylheim gab, gab es auch einige Zwischenfälle. Doch das hatte nicht speziell etwas mit Roßwein zu tun. Solche Ereignisse sind austauschbar“, blickt Kunze einige Monate zurück. Am Jahresanfang traten in den Gartenanlagen der Stadt vermehrt Laubeneinbrüche auf. Das habe sich aber wieder gelegt. Wo der Bürgerpolizist gemeinsam mit den Ordnungshütern der Stadt derzeit bei Streifen etwas genauer hinschaut, sind Spielplätze. Junge Erwachsene würden diese wieder vermehrt als Treffpunkte nutzen – zum Leidwesen der für Sauberkeit sorgenden Bauhofmitarbeiter. Die Hinterlassenschaften der jungen Leute sind beachtlich. „Es geht nicht so sehr um Vandalismus, mehr um leere Flaschen und Müll“, erklärt Peter Kunze.

Ansonsten könnte man den Hauptkommissar fast als „Mann für alle Fälle“ bezeichnen. „Die Leute kommen zur Sprechzeit mit den verschiedensten Anliegen.“ Wo kann man einen Reisepass beantragen? Kann der Enkel ein Praktikum bei der Polizei machen? Der Ausweis ist weg! Im Keller wurde eingebrochen! Und, und, und... Kunze: „Der Bürger ist oft so gestrickt, dass er sich erst einmal an die Polizei wendet, wenn er nicht mehr weiter weiß. Auch wenn wir da gar nicht zuständig sind.“ Doch der enge Kontakt zu den Einwohnern ist für den Hauptkommissar auch das Schöne am Job des Bürgerpolizisten. Hinzu komme, dass die Roßweiner zwar sehr neugierig, aber auch sehr hilfsbereit sind, so Kunze. Als die Stelle des „Büpo“ für Roßwein ausgeschrieben wurde, habe er sich darum beworben. Vorgänger Siegfried Rantsch ist in den Ruhestand gegangen.

Peter Kunze will versuchen, oft in der Stadt und im Umland Präsenz zu zeigen und den Papierkram möglichst mit in den Sprechzeiten abzuarbeiten. Natürlich sieht er sich auch als Verbindungsglied zum Revier in Döbeln und zur Polizeidirektion in Chemnitz. Ein Auge will er in den nächsten Tagen, oder besser Nächten, auf der neuen Roßweiner Ampel haben. Die ohnehin in der Kritik stehende Anlage müsse nach seiner Auffassung nachts nicht in Betrieb sein. „Da ist ein Auto unterwegs und das muss zwei Minuten an der roten Ampel stehen. Was soll das?“ Wenn sich daran nichts ändert, wolle er mit der Verkehrsbehörde oder dem Straßenbauamt Kontakt aufnehmen.

Sprechzeiten des Bürgerpolizisten in Roßwein, Döbelner Straße 44: Dienstag, 9 bis 12 Uhr, Donnerstag, 14 bis 17.30 Uhr; Telefon 034322/4 67 69

Von Olaf Büchel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Kindereinrichtung an der Eulenbergstraße feierte am Donnerstag ihren 60. Geburtstag. Kinder, Erzieher, Eltern und Großeltern zelebrierten gemeinsam ein großes Fest. Derzeit werden 169 Kinder von 18 Erzieherinnen betreut. Schon im März nächsten Jahres erreicht die Einrichtung mit dem großen Garten ihre Kapazitätsgrenze.

22.05.2017

Die Gerichtsverhandlung gegen einen 40-jährigen Waldheimer, der in der Öffentlichkeit unvermittelt fremde Menschen anschreit, geht in die nächste Runde. Angeklagt wegen gefährlicher Körperverletzung, blieb er dem zweiten Verhandlungstermin im Döbelner Amtsgericht fern. Zwei Männer und eine Frau soll er tätlich angegriffen haben.

19.05.2017

Ab Juli wird der Bäckermeister Christian Münch der neue Präsident des Lionsclubs von Leisnig sein. Nicht nur als Unternehmer muss man ihn auf der Rechnung haben. Bei den Vorbereitungen des Altstadtfestes ist der eine feste Größe. Unter der Präsidentschaft von Peter Freund wird am letzten Maiwochenende noch die 12. Lionsclub-Oltimerrallye starten.

18.05.2017
Anzeige