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Döbeln Der Waldheimer Stadtführer in der Hosentasche
Region Döbeln Der Waldheimer Stadtführer in der Hosentasche
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13:12 21.02.2018
Stiftungsbotschafter Ekkehart Stark, Mitinitiator Ingo Lieske vom Heimatverein und Bürgermeister Steffen Ernst (v.l.) testen den QR-Code an Georg Kolbes Skulptur „Kniende“. Quelle: André Pitz
Waldheim

Die Digitalisierung macht vor nichts Halt und hat längst in vielen Bereichen des alltäglichen Lebens Einzug gehalten. Schnell per App auf dem Smartphone eine Pizza bestellen oder die Nachrichten überfliegen zu können, ist schon lange nichts Außergewöhnliches mehr. Vor dieser Kulisse erfährt nun in Waldheim der Tourismus gewissermaßen ein Update. Sogenannte QR-Codes – vergleichbar mit den Strichcodes, die im Supermarkt über die Kasse gezogen werden – verknüpfen ab sofort reelle Orte wie etwa Georg Kolbes Skulptur „Kniende“ oder die Galerie der „François Maher Presley Stiftung für Kunst und Kultur“ an der Schlossstraße mit virtuell dargereichten Informationen in Text- und Bildform. Dafür müssen die Codes nur mit dem Smartphone gescannt werden. Das funktioniert entweder bereits ab Werk oder mit Hilfe einer kostenlos erhältlichen App.

Idee in der JVA Waldheim geboren

Die Idee wurde in der Modellbaugruppe der Waldheimer Justizvollzugsanstalt (JVA) geboren, in der Ingo Lieske vom Heimatverein mit einigen Strafgefangenen zusammenarbeitet. Zwei davon setzten mit ihm gemeinsam das Projekt um. Unterstützung gab es unter anderem vom Stadtarchiv und von Mitarbeitern der Verwaltung. Den Großteil der Texte steuerte Francois Maher Presley bei, dessen Stiftung zudem die anfallenden Kosten von rund 150 Euro pro Jahr für die nächste Dekade übernimmt. „Ich habe mich erst mit meiner Tochter unterhalten. Die wohnt in Leipzig und dort gibt es so etwas nicht. Insofern ist es klasse, dass Waldheim an dieser Stelle als Vorreiter reagiert“, freut sich Stiftungsbotschafter Ekkehart Stark über die Initiative.

50 QR-Codes für Waldheim

50 QR-Codes für Waldheim sind das vorerst erklärte Ziel, 20 sind bereits fertiggestellt. Eine Auswahl samt kleiner Anleitung hängt bereits im Schaukasten vor dem Rathaus. An anderer Stelle hapert es derzeit noch an der Anbringung. Manche Codes sollen auf im Boden verankerten Tafeln angebracht werden. Doch der Untergrund wehrt sich derzeit aufgrund frostiger Temperaturen. An anderen Stellen wird mit den Eigentümern verhandelt – darunter Bergmanns Hof und die Kirche.

Respektvoller Umgang mit kulturellem Erbe

Nicht nur für Touristen ist das eine bequeme Möglichkeit, direkt vor Ort und außerhalb von Stadtführungen schnell Hintergründiges zu erfahren. Ingo Lieske hofft insbesondere darauf, die Stadtgeschichte so für Jugendliche attraktiver und greifbarer darzustellen. „Dadurch einen respektvolleren Umgang mit dem kulturellen Erbe der Stadt zu schaffen, ist eines unserer großen Ziele“, so der Mann vom Heimatverein. Denkbar sei auch eine Zusammenarbeit mit den Schulen, die die QR-Codes etwa im Rahmen einer Schnitzeljagd nutzen könnten. Bereits konkretes Interesse habe Kriebsteins Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler) angemeldet und auch im Freundeskreis des Städtebundes Sachsenkreuz sei das Konzept auf fruchtbaren Boden gefallen.

Die ersten QR-Codes können auch von zu Hause aus auf der Internetseite der „François Maher Presley Stiftung für Kunst und Kultur“ getestet werden.

Von André Pitz

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