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Der gelbe Engel aus Döbeln

Der gelbe Engel aus Döbeln

Mit Aussetzen der Wehrpflicht in Deutschland musste bundesweit auch Ersatz für den Zivildienst her. Als Alternative schuf die Bundesregierung den Bundesfreiwilligendienst, kurz BFD (siehe Kasten).

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Das gelbe Hemd ist ihr Markenzeichen: Lisa Claus aus Döbeln hat sich für zwölf Monate Bundesfreiwilligendienst im AWO-Seniorenzentrum Mügeln entschieden. Der Spaziergang an der frischen Luft mit Bewohnerin Gertrud Haase und die anderen Tätigkeiten in der Altenpflege erfüllen sie mehr als ihr Lehrberuf Bürokauffrau.

Quelle: Sven Bartsch

Mügeln/Döbeln. Von CHRISTIAN KUNZE

Im AWO-Seniorenzentrum ist seit kurzem die erste Freiwillige tätig: Die 20-jährige Lisa Claus aus Döbeln.

 

 

 

Während ihrer Ausbildung in Oschatz merkte die Döbelnerin, dass ihr der gewählte Lehrberuf nicht zusagte. Monoton, theoretisch und weit weg vom Leben - so sollte es nicht weitergehen. Im zweiten Lehrjahr fasste sie dann den Entschluss, nach der erfolgreichen Ausbildung eine Arbeit im sozialen Bereich anzugehen. Nun ist sie für ihre neue Tätigkeit sogar bereit, umzuziehen: Ab Oktober ist Lisa Claus eine Mügelnerin.

Die aufgeschlossene junge Frau kam auf dem Arbeitsweg regelmäßig am Mügelner Seniorenheim vorbei. Als es dann daran ging, sich nach der Lehre zu entscheiden, fackelte sie nicht lange: Kein Anruf, kein Bewerbungsschreiben, die 20-jährige stand gleich vor der Tür und fragte nach einer BFD-Stelle. Annett Beyer war vom Wesen der Döbelnerin sofort angetan. Inzwischen hat Lisa Claus bis auf einen Wohnbereich alle Stationen des Heimes durchlaufen und hat nicht nur die Chefin, sondern auch das Team und die Bewohner überzeugt. Ihr Markenzeichen, das gelbe Polo-Shirt, hat ihr schnell zu einem Spitznamen verholfen. "Lisa ist unser gelber Engel", spart Annett Beyer nicht mit Lob. Schon beim Frühstück habe sie für die Bewohner ein Lächeln auf den Lippen, auch für die, mit denen der Umgang nicht so leicht ist. "Ich habe es mir schlimmer vorgestellt", sagt Lisa mit Blick auf demenzkranke und andere nicht unbedingt pflegeleichte Menschen in der Mügelner Einrichtung. "Aber sie haben eben ihre Macken, genau wie ich welche habe", sagt sie gelassen.

In einem Jahr, so Annett Beyer, werde Lisa Claus das Heim wieder verlassen. Bis dahin soll sie genug Gelegenheit haben, herauszufinden, ob die Altenpflege "ihr" künftiger Beruf werden soll. "Das weiß man nicht von heut auf morgen, deshalb bin ich froh, dass uns der BFD als Ersatz geblieben ist. Denn nur durch ein zweiwöchiges Praktikum erschließen sich Pro und Contra des Berufes nicht.

 

 

 

Der Dienst soll Engagement fürs Allgemeinwohl in sozialen, ökologischen und kulturellen Bereichen sowie im Sport und im Zivil- und Katastrophenschutz sowie in der Integration fördern. Außerdem dient er dem lebenslangen Lernen der Absolventen. Potenzielle Freiwillige sind alle Personen nach Abschluss der Vollzeitschulpflicht. Eine Altersgrenze nach oben existiert nicht. Die Arbeit erfolgt in Vollzeit, bei Freiwilligen über 27 Jahre ist auch eine Reduzierung auf bis zu 20 Stunden möglich. Die Dienstdauer beträgt in der Regel zwölf Monate, in Sonderprojekten zwischen sechs und 24 Monaten. Quelle: www.buzer.de

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