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Döbeln Der große Schulterschluss: Alle wollen in die Bronx
Region Döbeln Der große Schulterschluss: Alle wollen in die Bronx
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00:37 02.08.2015
Rostig und grau ist das Schild, das über dem Eingang des baufälligen Jugendclubs Bronx hängt. Im Oktober entscheidet ein Baugutachten über dessen Zukunft. Quelle: Oliver Becker
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Baugutachten liegt im Oktober vor

Ein Baugutachten, dass bereits in Auftrag gegeben wurde und spätestens im Oktober vorliegt, soll Aufschluss darüber geben, ob das Objekt für die Jugendarbeit in Hartha genutzt werden kann, eine Sanierung Sinn macht oder ein Abriss erfolgt. Bleibt der Club erhalten, favorisiert die Stadt, wie Bauamtsleiter Ronald Fischer der DAZ Anfang Juli berichtete, eine gemeinschaftliche Nutzung des Hauses zugunsten eines erweiterten und vielfältigeren Kinder- und Jugendangebots. Christian Zimmermann, stellvertretender Bürgermeister, CDU: "Ich sehe die Entwicklung insgesamt sehr positiv." Patrick Enigk, Sprachrohr und Mitglied der Jugendinitiative Bronx: "Von einer Zusammenarbeit aller drei Vereine kann jeder Akteur nur profitieren."

Konzepte der Anbieter ergänzen sich

Auch die unterschiedlichen Konzepte passten gut zusammen und würden sich laut dem 24-Jährigen ergänzen. "Während die Kindervereinigung Schulkinder bis zum Alter von 15 Jahren betreut, geht es bei uns erst ab 16 Jahren los. Wir wollen aber auch den Jüngeren ab und zu etwas anbieten. Da drängt sich eine Gemeinschaftsnutzung der Räume und eine Zusammenarbeit bei Veranstaltungen wie Konzerten geradezu auf", so der Waldheimer.

Zwischen 15 bis 24 Uhr täglich wollen er und seine Mitstreiter den Jugendlichen sportliche Fahrradtouren auf der angrenzenden BMX-Strecke sowie Tennis und Beachvolleyball anbieten. Filmabende, Konzerte, Kicker und Poolbillard im Clubhaus runden das Programm ab. Enigk und Co. sind derzeit noch Mieter des sanierungsbedürftigen Objekts auf dem ehemaligen Gelände der Harthaer Hausschuhwerke. Die Stadt kündigte jedoch den Mietvertrag zum 31. Oktober. Ob und an wen die Bronx dann wieder vermietet wird, bleibt vorerst offen.

Auch Anja Michael von der Kindervereinigung Leipzig, derzeit alleiniger Träger der Jugendarbeit in Hartha, plädiert für eine gemeinschaftliche Nutzung der Bronx. "Jeder soll seine Räume haben. Konzertsaal oder WCs können hingegen gemeinsam genutzt werden." Da mit dem Baugutachten neben der Bronx auch alle angrenzenden Gebäude des Geländes überprüft würden, sei für alle genügend Platz da.

Der dritte Akteur, Jugend aktiv Harthe, will selbst keine eigenen Räume dauerhaft nutzen, sondern sich zu Fasching oder anderen Events einmieten.

Vorerst kein Anbau für Café Sunshine

Die zwischen der Stadt und der Kindervereinigung ergebnisoffen diskutierte Idee, im Fall eines Abrisses der Bronx den Freizeittreff Sonnenschein mit einem Anbau zu erweitern, hält sie für die schlechtere Variante. "Angedacht ist, dass ein solcher Anbau nur uns zur Verfügung stünde. Anderen Anbietern fehlt es dann an Räumlichkeiten zur Umsetzung ihrer Jugendprojekte." Die Bronx besäße zudem einen größeren Charme als ein Neubau. Auch sei dort eine umfassendere Jugendarbeit umsetzbar. Dass jedoch die Kindervereinigung die Hortarbeit räumlich von der Jugendarbeit des Freizeittreffs trennen müsse, sei bekannt. Derzeit finden beide Angebote zeitlich versetzt in einem Raum statt.

Woodheart und Bronx nun eins

Nicht mit am Gesprächstisch saßen vergangene Woche überraschenderweise die Mitglieder des Vereins Woodheart, die in der Vergangenheit als eigenständiger Akteur im Poker um die Bronx auftraten. Sie haben sich vor zirka zwei Monaten mit der Jugendinitiative Bronx zusammengeschlossen.

Woodheart-Sprecherin Cindy Reimer sieht die Interessen ihres Vereins jedoch gut vertreten und sagte auf Anfrage der DAZ: "Jetzt kommt es darauf an, dass der Bedarf der Kinder und Jugendlichen an Betreuungs- und Freizeitangeboten in Hartha bestmöglich gedeckt wird."

Becker, Oliver

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